• Kohlbacher zufrieden nach Comeback „Beide Seiten haben sich nichts geschenkt“
• HBL-Geschäftsführer Bohmann „Müssen von Woche zu Woche denken“

München, 11. November 2020 –
Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zur Konferenz der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mit den Partien SC Magdeburg – Rhein-Neckar Löwen (31:33), HC Erlangen – TVB Stuttgart (34:25), TBV Lemgo Lippe – HBW Balingen-Weilstetten (26:32), HSG Nordhorn-Lingen – Eulen Ludwigshafen (27:24).

Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg) ...
... zum Spiel:
„Es ist eine große Leere in mir, weil es aktuell ein unheimlicher Kampf ist, so viel Arbeit und Energie mit der Mannschaft zu investieren. Zwei Punkte zu verlieren ist in Ordnung. Das müssen wir akzeptieren, denn die Löwen haben ihre Aufgabe sehr gut erfüllt. Aber dann auch noch einen Spieler wie Matthias Musche mit einer Prognose auf eine Langzeitverletzung zu verlieren, ist an Drama kaum zu toppen. Wir sind immer gefühlt einem Rückstand hinterhergerannt und haben es nicht geschafft, den Druck an die Löwen zu übergeben. Wir haben alles versucht, das fehlende Publikum von der Bank aus zu ersetzen, um einen Heimspiel-Charakter zu schaffen. Wir liegen hinter unseren Möglichkeiten und haben nun drei Heimspiele verloren. Ich habe hierfür einige Begründungen. Es wartet harte Arbeit auf uns, die wir nicht auf dem Feld benötigen, sondern vor allem im mentalen Bereich. Andere sollen bewerten, was eine Abschlusstabelle in dieser Saison wirklich zu sagen hat. Es ist für uns momentan nicht greifbar. Wir haben die Verantwortung für den Verein und bekommen mit, was bei uns im Hintergrund passiert. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, um über diese Zeiten hinweg zu kommen. Das gelingt uns aktuell weniger gut.“
... über die positiven Corona-Fälle nach den Länderspielen (vor dem Spiel): „Ich dachte immer, dass die aktuelle Lage mit der Pandemie nicht zu toppen ist. Die letzten Tage haben aber gezeigt, dass dies doch möglich ist. Man macht sich große Sorgen um die Gesundheit der Spieler und es ist als Trainer schwierig, damit umzugehen. Deshalb frage ich mich, wie ein normaler Handballfan das noch greifen soll. Die Gedanken der Spieler sind aktuell nur bei den Tests, ob sie positiv sind oder nicht. Da bleibt wenig Platz für andere Dinge. Wir versuchen zu schulen, dass sie zurück in ihre Routine finden. Aber es ist schwierig, sie mental umzubiegen. Ich glaube nicht, dass internationale Spiele aktuell möglich sind und dies habe ich bereits deutlich mitgeteilt. Ich will nicht zu kritisch sein und bin kein Entscheidungsträger, aber ich sehe es als sehr schwierig an.“

Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) ...
... zum Spiel und seinem Comeback:
„Ich bin zwar nach dem Spiel etwas müde, aber sehr glücklich, nach einer gefühlten Ewigkeit wieder zurück auf dem Feld zu sein. Wenn es für Magdeburg wieder reicht, dann ist mein Arm komplett einsatzbereit. Natürlich muss ich noch ein wenig aufpassen und meine Reha fortführen, dann wird es in Zukunft noch besser. Man weiß natürlich wie schwer es ist, in Magdeburg zu gewinnen. Aber ohne Zuschauer hat man es hier deutlich einfacher. Dennoch war es ein sehr kampfbetontes Spiel, bei dem sich beide Seiten nichts geschenkt haben.“

Florian Kehrmann (Trainer TBV Lemgo Lippe) ...
... zum Spiel:
„Zu Beginn haben wir eine gute Abwehr gespielt, waren allerdings nicht gut im Abschluss. Bis Mitte der ersten Hälfte war das Spiel noch eng. Doch dann haben wir im Angriff schlecht gespielt und in der Abwehr zu einfache Tore kassiert. Dadurch gehen wir dann mit einem hohen Rückstand in die Halbzeitpause. Anschließend war das Problem, dass wir nicht gut aus der Pause gekommen sind und Balingen konnte die Sechs-Tore-Führung halten. Sie konnten frei aufspielen und wir haben ihnen das Selbstvertrauen durch unsere Leistung gegeben. Das war wirklich schlecht und da müssen wir uns hinterfragen.“

Jürgen Schweikardt (Trainer TVB Stuttgart) ...
... über den Ausfall von Johannes Bitter (vor dem Spiel):
„Jogi Bitter ist natürlich unser wichtigster Spieler, der uns nun fehlt. Wir versuchen es, mit einem außergewöhnlichen Torhüterduo zu kompensieren. Ich nehme die Situation so hin, denn die Verbände und die Nationalmannschaft gehören zum Handball dazu. Deswegen glaube ich, dass es die richtige Entscheidung war, die Nationalspieler abzustellen. Dennoch muss man die positiven Fälle in die zukünftigen Überlegungen mit einbeziehen.“

Martin Ziemer (Torhüter HC Erlangen) ...
... zum Spiel:
„In meinem Alter reicht die Luft nicht mehr für zwei Halbzeiten und da muss man sich diese ein wenig einteilen. Ich habe mir gewünscht, dass es im ersten Abschnitt auch so gut funktioniert. In der zweiten Halbzeit konnte ich dem Team mehr helfen. Nach der Pause hat bei uns viel gepasst und deshalb haben wir auch verdient gewonnen. Wir hoffen, dass wir weiterhin Handball spielen können und sind sehr dankbar, dass es aktuell noch funktioniert.“

Frank Bohmann (Geschäftsführer LIQUI MOLY HBL) ...
... über die aktuellen Spielabsagen (vor dem Spiel):
„Es ist kein Spieler von Melsungen oder Flensburg positiv getestet worden und es befindet sich keiner in Quarantäne. Wir haben aber auf Melsunger Seite sechs Spieler und auf Flensburger Seite zwei Spieler, die Kontakt mit potentiell infizierten Spielern der Nationalmannschaft hatten. Es ist eine Vorsichtsmaßnahme und wir haben deshalb prophylaktisch dieses Spiel abgesagt. Zu den weiteren abgesagten Spielen sind wir gekommen, weil wir ein positives Testergebnis von Marian Michalczik erhalten haben. Das hat dazu geführt, dass er sich in Quarantäne begeben musste und mit ihm Paul Drux, weil er Kontaktperson ersten Grades war. Wir haben vor zwei Wochen mit allen HBL-Klubs besprochen, dass – abweichend von unserer bisherigen Regelung – Partien nach den Länderspielen verschoben werden, wenn sich zwei oder mehr Spieler in Quarantäne befinden. Diese Option haben Göppingen und Berlin gezogen. Wir sind nicht nur für die Vereine zuständig, sondern für den Handball insgesamt. Wir sitzen in einem Boot mit dem DHB und den anderen Nationalverbänden. Uns war klar, dass Länderspielreisen ein größeres Risiko beinhalten als der Spielbetrieb in der Liga. Es gab Konzepte, die auch eingehalten wurden. Aber die Tatsache, dass Spieler aus vielen Ländern und verschiedenen Klubs zusammengekommen sind, führt zu viel mehr Infektionswegen. Das hat sich leider bewahrheitet und da leiden wir nun drunter. Ich hoffe trotzdem, dass wir es geregelt bekommen.“
... zum zukünftigen Saisonverlauf (vor dem Spiel): „Es gibt viele andere Pläne, wie man eine Saison weiterspielen kann. Wir sind derzeit leider nur in der Lage, von Woche zu Woche zu denken und halten aus guten Gründen an der aktuellen Planung fest. Ob der Spielplan so durchgeführt werden kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.“


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Daniel Mayr (Mayr@liquimoly-hbl.de)
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