• Kehrmann enttäuscht: „Es fehlte der letzte Wille und das Glück“
  • Sky Experte Stefan Kretzschmar: „Lemgo hatte zu keiner Zeit eine Chance“
  • ARD Experte Dominik Klein: „Es war vom TBV Lemgo einfach zu wenig“

    Mannheim, 14. November 2020
    – Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zum Topspiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mit der Partie Rhein-Neckar Löwen gegen TBV Lemgo Lippe (26:18).

    Martin Schwalb (Trainer Rhein-Neckar Löwen) ...
    ... zum Spiel:
    „Ich bin über weite Strecken zufrieden. Vollkommen zufrieden kann man nie sein. Ich finde, dass wir speziell in der Anfangsphase zu viele einfache Fehler eingebaut haben. Anschließend konnten wir ein wenig das Tempo hochfahren und ich finde, dass Nikolas Katsigiannis uns im Tor entscheidend geholfen hat, unsere Sicherheit zu finden. Dann hat man gemerkt, dass wir den kleinen Tick besser als Lemgo waren und wir am Ende auch verdient gewonnen haben. Den Titelkampf dürfen wir nun nicht als Ziel angeben. Man darf nicht vergessen, dass die Löwen die letzten beiden Jahre wenig mit dem Titel zu tun hatten und da muss man erst einmal eine Mannschaft aufbauen. Wir haben viele neue Spieler, die heranwachsen müssen. Handball ist ein Mannschaftssport und da brauch alles ein wenig Zeit. Grundsätzlich bin ich mit der Bereitschaft des Teams zufrieden und freuen uns über jeden Sieg.“

    ... zur aktuellen Situation: „Wir sind sehr genau bei dem, was wir machen, auch was das Thema Corona betrifft. Wir sind auch jederzeit bereit, Handball zu spielen. Ich bin der Meinung, dass die Gesundheit an erster Stelle steht und man jede Hygiene-Maßnahme einhalten sollte. Alle Möglichkeiten, die man treffen kann, sollte man auch durchführen. Dann ist das zweithöchste Gut die Handball Bundesliga, denn unser Sport muss präsent sein und wir wollen es auch. Wir sollten zusammenhalten und versuchen, so viele Spiele wie möglich unter Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen durchziehen.“

    Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) ...
    ... zum Spiel:
    „Unser Torhüter Nikolas Katsigiannis hat eine tolle Leistung abgerufen. Wenn wir ihn nicht im Kasten stehen gehabt hätten, hätte es in der ersten Hälfte auch enger stehen können. Aber wir haben das Spiel letztendlich gut durchgezogen.“

    ... über die WM im Januar: „Meine generelle Position ist, dass so ein Großturnier generell einen hohen Stellenwert im Handball hat und das wissen wir alle. Wir haben einfach die größte Strahlkraft mit der Nationalmannschaft, um unsere Sportart zu repräsentieren. Jedes Jahr besitzen wir ein Millionen-Publikum vor den Fernsehern und das hilft unserer Sportart enorm. Wir brauchen dieses Turnier. Wir als Spieler und die Bundesligavereine können nur hoffen, dass das bestmögliche getan wird, um Ansteckungen vorzubeugen. Man hat es in vielen anderen Sportarten gesehen, dass ein gutes System hilft, um so ein Turnier spielen zu können. Die Sportart und wir als Protagonisten brauchen das Turnier.“

    ... wieso er die letzte Partie bestreiten durfte, obwohl er Zimmerkollege des positiv getesteten Johannes Bitter war (vor dem Spiel): „Nach der Nachricht am Montag, dass Jogi Bitter positiv getestet wurde, war große Aufregung aufgekommen, wie wir mit der Situation umgehen. Wir haben uns dann mit dem Gesundheitsamt in Mannheim zusammengeschlossen. Die Werte von Jogi Bitter wurden vorgelegt und wir wurden auch bei der Nationalmannschaft noch intensiv getestet. Nachdem ich bereits im Frühjahr mit dem Virus infiziert war, hat das Gesundheitsamt festgelegt, dass es sehr geringe Möglichkeiten gibt, dass ich mich in der Zeit bei Jogi Bitter angesteckt haben könnte, auch als sein Zimmerkollege. Der Wert von Jogi Bitter war so niedrig, dass wir uns abgesprochen haben und ich mit zwei negativen Tests dann auch spielberechtigt war.“

    ... über die aktuellen Spielabsagen (vor dem Spiel): „Es ist keine einfache Situation, denn wir haben die vergangenen Spieltage alle ohne Probleme spielen können. Ich glaube, uns war allen beim Restart bewusst, dass solche Situationen auftreten können. Wir haben allgemein gesellschaftlich immer mehr Fälle und uns war klar, dass es auch uns treffen kann. Deshalb haben wir ja auch alle gemeinsam das Hygiene-Konzept aufgestellt. Nun kam es auch in der Bundesliga zu Spielabsagen und wir müssen versuchen, so gut es geht mit der Situation umzugehen und Lösungen finden. Wir waren alle froh, dass wir wieder spielen durften und das sind wir immer noch. Ich wäre froh, wenn wir es so beibehalten können, denn wir alle leben von diesem Sport und wünschen uns nichts mehr, als weiterhin spielen zu können.“

    Nikolas Katsigiannis (Torhüter Rhein-Neckar Löwen) ...
    ... zum Spiel:
    „Es tat mir gut zu spielen und so eine Leistung abzurufen. Am wichtigsten ist aber, dass wir zwei Punkte geholt haben. Im Moment ist es nicht wichtig, auf die Tabelle zu schauen. Wir sollten uns auf uns und auf die kommenden Gegner konzentrieren und versuchen, so viel wie möglich zu gewinnen. Nichts bringt mehr Selbstvertrauen, als zu gewinnen. Und das wichtigste ist nun mal Selbstvertrauen, um eine erfolgreiche Saison zu spielen. Wir müssen weiter arbeiten, denn am Ende wollen wir uns belohnen.“

    Florian Kehrmann (Trainer TBV Lemgo Lippe) ...
    ... zum Spiel:
    „Wir haben zu wenig Tore erzielt. Am Anfang sind wir gut über die Abwehr gut hereingekommen und haben uns Chancen erarbeitet. Aber in der entscheidenden Phase haben wir unsere Chancen liegen gelassen. Es fehlte der letzte Wille und das Glück, auch Mal einfache Tore zu erzielen. Zur Halbzeit war es dann wieder so ein deutlicher Rückstand, dass man nur zurückkommen kann, wenn alles passt. Das hat nicht geklappt. Trotzdem haben wir mehr Leidenschaft gezeigt und das war ein kleiner Schritt nach vorne.“

    ... zum WM im Januar: „Es ist schwer, die Entscheidung treffen zu müssen. Für mich als Handball kann es nur eine Entscheidung geben. Wir müssen versuchen, so ein gutes Konzept zu fahren, um diese WM stattfinden zu lassen. Der Handball brauche diese WM, denn es ist enorm wichtig für diesen Sport.“

    Gedeon Guardiola (TBV Lemgo Lippe) ...
    ... zum Spiel und seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte:
    „Ich bin stolz, Teil der Löwen gewesen zu sein und es war auch am Anfang sehr emotional für mich. Jetzt hoffe ich, dass ich das nächste Mal mit Zuschauern wieder in dieser Halle spielen kann und alle Löwen-Fans wiedersehe. Unser Anfang war gut, aber danach haben wir viele Probleme gehabt, einfache Tore zu erzielen. Wir fokussieren uns nun aufs nächste Spiel und nach zwei Niederlagen in Folge, benötigen wir unbedingt Punkte.“

    Bob Hanning (DHB Vizepräsident) ...
    ... über die aktuelle Situation (in der Halbzeitpause):
    „Es macht aktuell keinen Sinn, in Hektik zu verfallen. Wir müssen schauen, dass wir möglichst viele richtige Entscheidungen treffen. Deshalb ist es auch immer ein Abwägen, was geht und was nicht und wie ist der richtige Weg für die Vereine und Spieler. Wenn man die positiven Fälle betrachtet, die aus den Nationalmannschaften zurückgekommen sind, dann müssen wir sagen, wie gut, dass wir so ein strenges Hygiene-Konzept in der HBL besitzen. Denn bis zu dem Zeitpunkt, mussten wir auf kein Spiel verzichten. Wir müssen von Woche zu Woche schauen und versuchen, den Spielplan neu zu gestalten. Wir bei den Füchsen Berlin haben uns bereits Gedanken gemacht, ob wir mit zwei Teams antreten sollten. Eines für die Bundesliga und eines, dass in Europa antritt, um die Belastungen dementsprechend steuern zu können. Eine normale Saison unter aktuellen Bedingungen, kann es nicht geben. Beim Fußball stellt keiner die Frage, ob alles abgesagt werden soll, beim Handball jedoch schon. Deshalb glaube ich, dass wir mit dem aktuellen Konzept weiterfahren können. Außer es bestätigt sich die Situation, dass es nicht tragbar ist und dann müssen wir auch verantwortungsbewusst handeln und Lösungen finden. Auch eine Nationalmannschaft ist gerade in unserer Sportart elementar wichtig, weil es auch ein Millionen-Publikum vor die Fernseher zieht. Ich bin mir sicher, dass eine abgeschottete WM sicherer ist, als durch die Welt rumzureisen.“

    Sky Experte Stefan Kretzschmar ...
    ... zum Spiel:
    „Im Angriff des TBV Lemgo waren zu wenig Ideen. Die Löwen waren stabil und haben es taktisch sehr gut gespielt. Die zweite Halbzeit haben sie ganz souverän heruntergespielt und Lemgo hatte zu keiner Zeit eine Chance. Lemgo ist an einer guten Abwehr gescheitert und sie waren einfach viel zu harmlos.“

    ... zur aktuellen Situation (vor dem Spiel): „Ich glaube, das oberste Gut ist, dass wir zusammenhalten müssen. Wir haben ein Hygiene-Konzept entwickelt, was uns ermöglicht, Handball spielen zu dürfen. Wir dürfen in dieser Liga performen und unsere Jungs dürfen ihrer Arbeit nachgehen. Das ist in der heutigen Zeit ein sehr großes Privileg. Deshalb darf in keinster Art und Weise ein Fragezeichen aufkommen, ob die Liga zu Ende gespielt werden kann oder nicht. Diese Liga muss zu Ende gespielt werden, das soll sie und das wollen auch alle Beteiligten. Wir müssen Lösungen finden, wie wir mit dieser neuen Situation in der Bundesliga umgehen und die Spiele nachholen. Es geht jetzt darum, dass man nicht mit dem Finger auf jemanden zeigt. Wir sitzen alle in einem Boot und es ist nicht nur die Bundesliga, sondern ganz Europa und die ganze Welt. Wir reden gerade alle davon, dass der Handball global werden soll und jetzt sagen wir aus unserer vielleicht etwas arroganten Sicht, weil wir die stärkste Liga der Welt sind, dass wir den europäischen und Welt-Handball verenden lassen sollen? Wir stellen gerade eine WM oder auch die Champions League in Frage. Aber wer sind wir? Wir müssen uns mit allen Punkten auseinandersetzen und uns alle so respektieren, wie wir es auch untereinander in der Bundesliga bereits vorleben.“

    ARD Experte Dominik Klein ...
    ... zum Spiel:
    „Die 18 Tore beweisen, dass wir einen starken Torhüter der Rhein-Neckar Löwen gesehen haben. Es war einfach zu wenig vom TBV Lemgo. Die Löwen konnten viele Wechsel vornehmen und es war einfach zu wenig Gegenwehr von Lemgo.“
    ... zur WM im Januar: „Wir haben gehört, dass auf Vereinsebene mit zwei Mannschaften taktiert wird, wieso kann man dies nicht auch bei der Nationalmannschaft anwenden. Es gibt jetzt schon Vereine, die die Mannschaft im Bus schon aufteilen, um nicht das Risiko einzugehen, dass alle Torhüter infiziert werden. Der eine Teil sitzt vorne, der Andere hinten. Wenn es nun Spieler gibt, die aus Angst nicht für die Nationalmannschaft spielen wollen, dann muss man diese Sicht auch akzeptieren. Wir haben so viele Nationalspieler in Deutschland, sodass wir auch mit einer zweiten Mannschaft oder mit einer gemischten Truppe nach Ägypten fahren können.“

    ... über die aktuellen Spielabsagen (vor dem Spiel): „Der Handball wird derzeit überrollt. Wenn man sich das Hygiene-Konzept anschaut, was eigentlich funktioniert hat, wurde es durch die EM-Qualifikation ordentlich durcheinandergeworfen. Ich kann mir vorstellen, dass die Themen in den Kabinen ganz andere sind, wie die, die wir früher als Handballer hatten. Die Spieler haben nicht nur ihr Profi-Leben, sondern da stehen auch ihre Familien hinter, denn es ist ja eine gesellschaftliche Problematik. Da den Kopf dann freischalten zu können, muss man psychisch auch stark sein.“

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    O-Ton-Service HBL/mw
    Daniel Mayr (mayr@liquimoly-hbl.de)

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