• Kalajdzic rettet Stuttgart einen Punkt: „Er hat leiden müssen“
• VAR-Diskussionen in Frankfurt: „Das ist der absolute Wahnsinn“
• Rose im Sommer zum BVB? Eberl zu „99 Prozent“ von Verbleib überzeugt
• Sky Experte Hamann: „Favres Entlassung war alternativlos“

Unterföhring, 15. Dezember 2020 -
Die wichtigsten Stimmen zu den Dienstagspartien des 12. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund) ...
... zur Frage, ob das schon der BVB war, den er sehen will:
„Teilweise. Ich fand es sehr gut und ich bin stolz drauf, dass wir von Anfang bis Ende alles gegeben haben, das gehört dazu. Spielerisch war es nicht so, wie wir uns das bis zum Ende vorstellen. Wir haben es phasenweise ganz ordentlich gemacht, aber viel wichtiger war heute, dass wir eine Reaktion gezeigt haben als Mannschaft. Wir sind stolz darauf, dass wir das einigermaßen wettmachen konnten, was Samstag schiefgelaufen ist.“
... zu den Verbesserungen seit dem 1:5 gegen Stuttgart: „Das Spiel am Samstag sitzt auch bei den Jungs irgendwo noch tief drin, da ist auch eine Form von Druck da, das hat man auch gemerkt. Aber viel wichtiger ist, dass wir das Spiel heute nicht nur gewonnen, sondern auch verteidigt haben. Die Jungs, die reinkamen, haben es super gemacht, die, die nicht reinkamen, haben sie nach vorne gepusht. Heute war es eine Einheit. Ein Spieler einzeln hätte heute nichts machen können, sondern es gehören immer alle dazu. Wenn wir das vorleben und wenn wir an uns glauben, werden wir erfolgreich sein.“
... zu Marco Reus: „Marco ist ein extrem wichtiger Spieler, nicht nur für uns, sondern für ganz Deutschland. Er hat heute unglaublich viele Meter und das Siegtor gemacht, wir sind extrem zufrieden.“
... zu Startelfdebütant Youssoufa Moukoko: „Wir sind Borussia Dortmund, wir dürfen nicht unsere offensive Stärke komplett in die Hände eines 16-Jährigen legen. Youssoufa hat das super gemacht für die Mannschaft. Es ging nicht darum, dass er das Siegtor schießt, sondern dass er für die Mannschaft arbeitet.“

Roman Bürki (Torwart Borussia Dortmund): „Ich habe mich schon anders gefühlt, dieses Spiel jetzt zu spielen nach dieser hohen Niederlage, nach so einer schlechten Vorstellung von uns. Ich habe mehr Druck verspürt, in dieses Spiel reinzufinden. Ich bin extrem erleichtert, dass wir heute gewonnen haben.“

Marco Reus (Kapitän und Torschütze Borussia Dortmund) ...
... zu den Änderungen unter Terzic:
„In erster Linie haben wir in einer anderen Grundformation gespielt, dass die Abläufe da noch nicht so stimmen, ist normal. Aber einfach der Glaube, dass wir eine gute Mannschaft sind, wenn wir alles zusammen machen, defensiv und offensiv. In der kurzen Zeit ist es extrem schwierig für ihn, großes Kompliment an ihn, wie er das in den letzten zwei, drei Tagen gemeistert hat. Es ist wichtig, dass wir dieses Spiel gewonnen haben.“

Kevin Möhwald (Torschütze SV Werder Bremen): „Der Druck von Dortmund wurde Mitte der zweiten Halbzeit schon größer, wir haben es gut weg verteidigt, alles kann man nicht weg verteidigen. Dann halt der individuelle Fehler. Das passiert, wir reißen da keinem den Kopf ab, Pavlas hat uns dieses Jahr schon so viele Punkte gerettet. Aber es ist schade, dass wir nichts mitgenommen haben.“

Christian Groß (SV Werder Bremen) ...
... zum Fehler von Jiri Pavlenka, der zum Elfmeter führte:
„Fehler gehören im Fußball dazu, jeder von uns macht Fehler. Gerade werden die Fehler eiskalt bestraft, die müssen wir abstellen, damit wir punkten.“

Sasa Kalajdzic (Doppeltorschütze VfB Stuttgart) ...
... zum Videobeweis vor seinem Ausgleichstreffer:
„Zuerst hat er Handspiel gesagt, dann plötzlich sagt er, es war eh keine Hand, sondern was Anderes. Es nervt einfach dieses Warten, Warten, Warten. Ich bin absolut happy und bin froh, dass es gegeben wurde. Ein bisschen gezittert habe ich schon, muss ich gestehen.“
... zum Blick auf das Handy: „Ich habe auf Kickbase geschaut und ich Trottel habe mich nicht aufgestellt. Das ist wirklich doof gewesen.“

Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart) ...
... zum Spiel:
„Wir haben etwas gebraucht, um ins Spiel zu finden, weil es ein komplett anderes Spiel war als zuletzt. Der Gegner war extrem giftig, sie machen die Räume extrem eng, sind immer am Mann. Wir haben ungewöhnliche Fehlpässe gehabt, in der ersten Halbzeit sind wir nicht in den Rhythmus gekommen, aber Mitte der ersten Halbzeit haben wir den Kampf angenommen. In der zweiten Halbzeit sah es besser aus, wir haben ein paar Wechsel gemacht, den Vorwärtsgang eingelegt und dann war es ganz ordentlich.“
... zu Sasa Kalajdzic: „Ich freue mich sehr für Sasa und seine zwei Tore. Er hat in den letzten Wochen leiden müssen, dass er nicht so oft auf dem Platz stand. Heute hat er bewiesen, warum er bei uns ist und welche Qualität er hat.“

Marvin Friedrich (1. FC Union Berlin): „Wenn du bis zur 85. führst, willst du auch drei Punkte mitnehmen. Am Ende verteidigen wir nicht ganz so gut, deswegen nehmen wir nur einen Punkt mit.“


Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach) ...
... zum Spiel:
„In der Tabelle bringt es uns wenig voran, aber natürlich halten wir Frankfurt auf Distanz. Es muss gut für den Kopf der Jungs sein, für das Gefühl, für das Wochenende gegen Hoffenheim. Das haben wir uns erarbeitet, verdient, das war gut.“
... zu den Gerüchten um einen Wechsel zu Borussia Dortmund (vor dem Spiel): „Ich nehme die Aufgeregtheit so nicht wahr, weil ich mich damit nicht beschäftige, weil wir einfach alle im Verein im Moment jeden Korn an Energie brauchen, um Leistung zu bringen. Daher beschäftige ich mich nicht mit den Gerüchten. Ich fühle mich wohl in Mönchengladbach.“

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach) ...
... zum Spiel und zum umstrittenen Treffer zum 2:1 für Frankfurt:
„Ich finde es eine Katastrophe dieses Unentschieden, wirklich, nach dieser ersten Viertelstunde. Wir können uns wieder hinstellen und sagen, wir hätten besser verteidigen können, und der Schiedsrichter darf auch nie eine Ausrede sein, aber das sehe ich wirklich anders heute. Mir wurde die Szene in meiner Karriere zwei Millionen Mal abgepfiffen, ich traue mich gar nicht mit dem Videoassistenten, dass der Ball noch rollt. Bei uns hören zwei auf zu laufen. Klar kann man sagen, der Ball ist noch nicht drin, es ist noch 70 Meter weg. Es ist eine klare Fehlentscheidung, ich sage es ihm noch, bitte guck es dir an, der Ball rollt. Er hat es nicht gemacht. Und ein Tor gegen diese Frankfurter Mannschaft stellt den Spielverlauf dermaßen auf den Kopf. Wir kriegen Gegentore heute... Von einem Zentimeter schießt er ihn an die Hand, das ist brutal ärgerlich, es ist ein Elfmeter. Dann diese unfassbare Fehlentscheidung, dann hast du das Gefühl, du musst, bist ein bisschen überstürzt, machst einen katastrophalen Fehler, dann steht es hier 3:1. Im Endeffekt kannst du am Ende froh sein, dass du das Spiel unentschieden spielst, aber für mich war das heute Wahnsinn, wie das zustande gekommen ist. Das darf nicht sein. Ich bin der Letzte, der auf dem Schiedsrichter rumhackt. Aber das Tor darf niemals zählen. Was ein Tor im Fußball verändert, muss man keinem erklären.“
... zum Einwand, dass der VAR nicht eingreifen durfte: „Das ist ja der absolute Wahnsinn. Das ist ja ein Regelbuch, wie kann man in diese Situation nicht reingehen? Dann ist es regeltechnisch in Ordnung, aber mit ein wenig Fingerspitzengefühl soll er bitte mal rausgehen, gucken oder sagen: Ja, der Ball rollte. Ich bin sicher, dass er wusste, dass der Ball rollte. In meinen Augen geht es nicht. Mir wurde das hunderttausend Mal abgepfiffen.“

Max Eberl (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach, vor dem Spiel) ...
... zur Champions-League-Auslosung:
„Auf jeden Fall Vorfreude. Es war ja egal, wer von den fünf es werden würde, es sind alles großartige Kontrahenten, großartige sportliche Qualität, die da auf uns zukommt. Jetzt könnte man sagen, Manchester City haben wir in den ersten beiden Champions-League-Saisons der jüngeren Vergangenheit gespielt, da wäre anderer Gegner schön gewesen. Aber andererseits habe ich gelernt, 1978 hat Mönchengladbach im Viertelfinale gegen City gespielt, um im Halbfinale gegen Liverpool zu spielen. So gesehen ist die Tradition gegeben und der Gegner passt.“
... zu den vielen Remis in der Bundesliga: „Für mein Gefühl haben wir zu Hause vier Unentschieden gespielt, von denen wir zwei oder drei hätten ziehen können oder sogar ziehen müssen. Wir haben im Moment nicht den Touch am Fuß, dass wir die Spiele ziehen. Wir spielen es nicht schlecht, wir haben auch erst zweimal verloren und in Leverkusen musst du nicht verlieren bei der Vielzahl an Chancen. Wir haben in der Liga noch nicht diese Punkte eingefahren, die uns zugestanden hätten.“
... zu den Gerüchten um einen Abgang von Trainer Marco Rose: „Marco Rose hat sich vor anderthalb Jahren für Gladbach entschieden, das ist eine super Symbiose zwischen einem großartigen Trainer und einem tollen, ambitionierten Klub. Wir sind sehr glücklich mit Marco und wollen, dass er lange bei uns bleibt. Natürlich haben wir direkt gesprochen, wir haben ein sehr offenes Verhältnis miteinander. Wir werden schauen, was passiert. Ich mache mir da keine Gedanken drüber, wir haben noch ein paar spiele bis Weihnachten. Die Zeit wird zeigen, was passiert. Ein Trainer muss überzeugt sein von einem Verein. Ich denke, wir sind mittlerweile ein spannender, interessanter Verein. Den Schritt davon weg zu machen, das muss schon ein ganz großer Schritt sein. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, jeder ist seines Glückes Schmied. Er hat Vertrag und wir sind erfolgreich. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 99 Prozent, dass er über den Sommer bleibt.“

Amin Younes (Eintracht Frankfurt): „Jetzt ist es unterm Strich einfach schade, dass wir nicht belohnt worden sind heute und das Spiel nicht gewonnen haben. Es fühlt sich an wie eine Niederlage, wenn man am Ende den Ausgleich so bekommt. Über weite Strecken, fand ich, haben wir ein super Spiel gemacht. Wir haben es echt gut gemacht als komplette Mannschaft, als Einheit.“

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt) ...
... zu den Gründen für den späten Einbruch:
„Durch die Gelb-Rote Karte. Ich habe von Gladbach in der zweiten Halbzeit bei Elf gegen Elf keine einzige Torchance gesehen, und natürlich kommt da nochmal der Schwung. Aber wir sind auch selber schuld, beim 2:3, wo wir den Ball haben, wo dann der Elfmeter passiert. Das hat Gladbach viel gebracht, um die Motivation zu schöpfen, um hier einen Punkt mitzunehmen. Das ist ein normales Fußballspiel, wenn du 2:3 hinten bist, ein Mann mehr bist, der Schiedsrichter sechs Minuten Nachspielzeit anzeigt, das ist logisch. Was uns ärgert, ist, dass wir keine Entlastung mehr hatten, nicht mehr bis zum Ende verteidigt haben. Ich muss die Mannschaft heute loben, wie sie heute Fußball gespielt hat gegen eine sehr gute Mannschaft. Außer die ersten zehn Minuten hat das Spiel ganz klar uns gehört.“

Andreas Hack (1. FSV Mainz 05): „Grundsätzlich müssen wir sagen, wir haben zu Null gespielt das erste Mal in dieser Saison, das ist schon mal wichtig, darauf können wir aufbauen. Wenn wir den einen oder anderen Konter besser ausgespielt hätten, wäre mehr drin gewesen, aber das 0:0 nehmen wir mit.“

Jan-Moritz Lichte (Trainer 1. FSV Mainz 05): „Hertha hatte definitiv mehr vom Spiel, mehr Ballbesitz, aber wir standen gut, haben die eine hundertprozentige Chance, deshalb ärgern wir uns, dass wir nicht gewonnen haben. Die Jungs sind irgendwo zwischen zufrieden und unzufrieden.“

Bruno Labbadia (Trainer Hertha BSC): „Wir haben die erste Halbzeit gut bespielt, ohne zwingend zu werden, aber das braucht manchmal auch Zeit. Man hat letzte Woche gesehen, wie schwer es ist selbst für den FC Bayern war, gegen eine gut verteidigende Mannschaft wie Union ein Tor zu machen. Wir können uns nicht anmaßen, dass wir das automatisch können, aber dass wir es besser können, definitiv. Und Sie müssen sich nur unseren Platz angucken, da kannst du nicht einmal direkt spielen. Das ist nicht das, was wir wollen.“

Sky Experte Dietmar Hamann ...
... zum umstrittenen Frankfurter Treffer zum 2:1:
„Mir stellt sich die Frage, macht es die Sache so viel gerechter? Es geht darum, die ganze Sache gerechter zu machen und Tore zu annullieren, die so nicht fallen durften. Da gehört das heute dazu. Ich wusste nicht, dass der Videobeweis da nicht eingreifen kann, aber es macht keinen Sinn.“
... zur Entlassung von Lucien Favre bei Borussia Dortmund (vor dem Spiel): „Fast ein Drittel aller Spiele war unterirdisch, die Entwicklung war rückläufig. Er hatte nie die hundertprozentige Rückendeckung des Vereins, wenn sie gut gespielt haben. Wenn sie verloren haben, war der Trainer schuld. Man muss schauen, dass man den Trainer mehr schützt und die Spieler mehr in die Verantwortung nimmt. Er hat gute Arbeit geleistet, aber der Schritt, ihn zu entlassen, war alternativlos.“
... zur Kandidatensuche (vor dem Spiel): „Die Frage ist, will Hans-Joachim Watzke einen einfachen Typ oder will er Erfolg. Die erfolgreichen Trainer sind alle nicht einfach. Da müssen sie sich ein Stück weit von Jürgen Klopp emanzipieren.“


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