• Wetzlar Coach Wandschneider zufrieden: „Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft“
• Sky Experte Pascal Hens: „Es läuft momentan sehr rund für die Füchse“

München, 27. Dezember 2020 –
Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zur Konferenz der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mit den Partien Rhein-Neckar Löwen – HSC 2000 Coburg (39:24), TBV Lemgo Lippe – Füchse Berlin (23:29), TuSEM Essen – HSG Wetzlar (29:36).


Jaron Siewert (Trainer Füchse Berlin) ...
... zum Spiel:
„Das, was wir in den letzten Wochen gut gemacht haben, wollten wir bestmöglich wieder auf die Platte bringen. Ich glaube, das ist uns in der ersten Hälfte schon gut gelungen. Es war nicht leicht für uns in diese Partie hinein zu kommen, besonders nach den Feiertagen und den Spielausfällen. Da muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen, weil wir fokussiert in die Partie gegangen sind und gut gespielt haben. In der zweiten Hälfte haben wir ein paar Bälle liegen gelassen, aber meine Mannschaft hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und das Spiel für uns entschieden. Wir hatten gefühlt keinen guten Start in die Saison, aber ein riesiges Kompliment an meine Mannschaft. Wir sind eine der wenigen Mannschaften, die eine Quarantäne eher positiv weggesteckt hat. Seitdem arbeiten wir sehr gut und nutzen die Zeit miteinander. Ich würde gerne noch weiterspielen. Aber man wird sehen, wie schnell wir nach der WM wieder hoffentlich in unseren Rhythmus hineinfinden.“

Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar) ...
... zum Spiel:
„Wir haben eigentlich einen guten Angriff in der ersten Hälfte gespielt, allerdings hatten wir einen sehr schlechten Rückzug. Wir haben nicht den Zugriff bekommen, den wir wollten. Den Start in die zweite Hälfte haben wir dann auch noch verpennt und lagen richtig böse hinten. Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft, die diese Moral bewiesen hat. Es war eine lange und sehr harte Saison. Wir sind eine der wenigen Mannschaften, die alle Spiele bestritten haben. Da haben wir viel Glück gehabt und waren aber auch sehr diszipliniert. Ich freue mich über 17 zu 15 Punkte, weil das war vorher nicht so zu erwarten. Die Mannschaft hat es wieder gezeigt, dass sie auch ohne Unterstützung in der Lage ist, sich aus eigener Kraft heraus zu ziehen. Das ist schon eine Verbundenheit und Verpflichtung den Mitspielern und Trainern gegenüber. Wenn wir Handball spielen, wollen wir alles geben und nicht nach irgendwelchen Ausreden suchen.“
... zur aktuellen Lage: „Die Unsicherheit ist natürlich noch nicht vorbei. Ich hoffe, dass wir das mit dem Impfen möglichst schnell durchbekommen. Im Verein haben wir uns sehr diszipliniert verhalten und haben in der eigenen Mannschaft nur am Anfang zwei Corona Fälle gehabt. Wir haben uns hinein gekämpft und uns so eingestellt, wenn wir in der Halle sind, wir uns nur auf den Sport fokussieren. Es ist auch eine Erleichterung, da man dadurch den Kopf auch mal frei bekommt. Man muss sich natürlich daran gewöhnen, ohne Zuschauer zu spielen. Aber ansonsten arbeiten wir knallhart und nur so macht es auch Spaß. Das hat unsere Mannschaft toll gemacht.“

Jamal Naji (Trainer TuSEM Essen) ...
... zum Spiel:
„Man muss sagen, dass wir nach 41 Minuten mit fünf Toren vorne liegen. Das haben wir sehr gut gemacht und damit haben wir auch nicht gerechnet. Aber zu dem Zeitpunkt ist unser Matchplan voll aufgegangen. Wir wollten 60 Minuten hohes Tempo gehen und eine große Rotation haben, um dieses Tempo weiter gehen zu können. In der Nachbetrachtung muss man nun schauen, ob der Einbruch durch das hohe Tempo gekommen ist. Aus dem ersten Impuls sage ich, dass wir das Tempo schon hochgehalten haben. Aber wir müssen verstehen, dass Tempospiel nicht immer schnelle Abschlüsse bedeutet, sondern nur eine schnelle Spielfeld Überbrückung. Wetzlar hat es dann ganz routiniert gemacht.“

Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) ...
... zum Spiel:
„Wir haben von Anfang an eine konzentrierte Leistung auf die Platte gebracht. Wir erhoffen uns natürlich, dass wir nach unseren Wechseln im Spiel keinen Bruch in unserer Spielweise bekommen. Das klappt nicht immer zu 100 Prozent. Aber wir haben diese Qualität im Kader und das muss eine unserer Stärken sein. Das wollen wir auch im Jahr 2021 noch mehr mitnehmen. Es stimmt, dass wir die Sicherheit und den Spaß am Handball wieder zurückgefunden haben, nach der verkorksten Saison im letzten Jahr. Wir sind wieder zu dem Handball zurückgekehrt, wie wir es uns wünschen. Leider noch nicht mit der Konstanz. Wenn wir Phasen im Spiel haben, wo es nicht so gut lief, schütteln wir es noch nicht so schnell ab, sondern machen uns zu viele Gedanken, wenn wir einen Fehler begehen. Aber eigentlich brauchen wir das nicht, sondern müssen immer in die nächste Situation gehen.“
... zur WM: „In meinem Alter hat man schon ein paar Wehwehchen, die man bis zum Treffen mit der Nationalmannschaft hoffentlich auskurieren kann. Dann geht es wieder mit voller Konzentration zur Nationalmannschaft und mit einem Kader, den wir so noch nie zusammen hatten. Auch mit einem Trainer, der viele neue Dinge in kurzer Zeit einbringen möchte. Das wird keine einfache Aufgabe, aber alle Jungs müssen sich so vorbereiten, dass man nicht so viel Zeit in der Halle verbringen muss. Wenn man sich die Namen anschaut, von den Spielern, die dabei sind, dann sind es alles Spieler, die auch in der Bundesliga gestandene Jungs sind. Es sind alles Jungs, die ihre Qualität gezeigt haben. Wir gehen schon mit Ambitionen hin und wollen das bestmögliche herausholen.“

Jennifer Kettemann (Geschäftsführerin Rhein-Neckar Löwen) ...
... über die aktuelle Lage (vor dem Spiel):
„Wirtschaftlich ist unsere Situation sehr angespannt. Wir kämpfen täglich um die Existenz und ich glaube, es geht den anderen Clubs genauso. Wir haben die Staatshilfe bekommen und das hilft uns erst einmal ein paar Wochen lang, aber es ist doch sehr angespannt und schwierig. Wir werden versuchen, es weiterhin so durchzuziehen. Aber wir arbeiten auch im Hintergrund an einem Plan B, den wir dann möglichst schnell aus der Schublade ziehen könnten, wenn wir der festen Überzeugung sind, dass wir den festen Spielplan so nicht mehr einhalten können.“

Jörg Zereike (Geschäftsführer TBV Lemgo Lippe) ...
... zur aktuellen Lage (vor dem Spiel):
„Alle Profivereine bewegen sich derzeit auf sehr dünnem Eis. Wir als TBV Lemgo sind in der glücklichen Lage, dass wir in den letzten Jahren seriös gewirtschaftet haben und ein kleines Eigenkapitalpolster mit in die Pandemie nehmen konnten. Seit dem Anfang haben wir natürlich einige Maßnahmen getroffen, von der wir derzeit profitieren und deshalb kann man von einer soliden Ausgangsposition reden.“

Frank Bohmann (Geschäftsführer LIQUI MOLY Handball-Bundesliga) ...
... zur aktuellen Lage der Liga (vor dem Spiel):
„Ich denke, wir haben das Beste aus dieser Situation gemacht. Von den 15 Spieltagen mussten bislang 13 Spiele Corona bedingt abgesagt werden. Wir hatten nach der Länderspielpause einige Schwierigkeiten mit infizierten Spielern. Insgesamt ist unser Hygienekonzept aufgegangen und das ist momentan das, was ganz oben steht und da steht die Gesundheit der Spieler über allem. Die sportliche Entwicklung muss man derzeit an zweiter Stelle sehen. Aber auch da haben wir einen hervorragenden Sport gesehen. Uns fehlen einfach die Zuschauer und die Atmosphäre. Gerade bei Spielen nach Weihnachten ist es eigentlich ganz schlimm, in einer leeren Halle zu stehen. Der Plan A ist, dass wir die Saison weiterführen. Einen Plan B müssen wir immer in der Schublade haben. Da werden wir uns drauf vorbereiten, weil wir nicht wissen, wie sich die Pandemie entwickelt. Wenn noch mehr Spiele ausfallen, werden wir als Liga gemeinsam mit allen Clubs darüber entscheiden, in welcher Spielform wir die Saison zu Ende gestalten. Aber vorrangiges Ziel ist die Runde so weit wie möglich auszutragen bis zum Juni.“
... zur finanziellen Situation (vor dem Spiel): „Es sind viele Maßnahmen, die wir ergriffen haben und auch in den nächsten Monaten ergreifen müssen. Die Spieler haben sehr viel Solidarität gezeigt und auch andere haben merklich auf Gehalt verzichtet. Der Staat hat nachgeholfen. Das ist mehr als ein Trostpflaster, aber kann uns auch nicht alleine aus der Misere heraushelfen. Die Clubs müssen sparen und zu ihren Partnern stehen. Dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir es auch im Frühjahr meistern werden. Vielleicht haben wir ab März auch eine bessere Lösung und wir haben die Infektion in den Griff bekommen und können uns langsam an eine Normalität herantasten. Wir sind im wöchentlichen Austausch mit den Clubs. Es wird alles geteilt, was jedem weiterhelfen kann. Akut ist derzeit niemand in Gefahr. Niemand wird in den nächsten Tagen Insolvenz anmelden müssen, aber die Lage ist bei allen 39 Clubs der ersten und zweiten Liga angespannt. Wir leben alle nicht von den TV-Einnahmen, sondern vom Publikum und Sponsoren, die uns an der Stange halten. Aber auch so eine Freundschaft kann man nicht auf ewig strapazieren. Deshalb müssen wir absehbar in ein normales Geschäft zurückkommen, sonst werden wir uns strukturell verändern müssen.“

Sky Experte Pascal Hens ...
... über die Füchse Berlin:
„Es war ein holpriger Start, aber momentan läuft es sehr rund für die Füchse. Es ist nun das elfte Spiel in Folge ohne Niederlage, wenn man die EHF Spiele hinzunimmt. Auch die Stolpersteine wie der in Lemgo muss man erst einmal gewinnen. Die Top-Spiele werden noch kommen und da wird man sehen, wie weit die Mannschaft nun wirklich ist. Aber die momentane Form spricht für die Berliner und den Trainer. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Berliner gegen Lemgo etwas anbrennen lassen könnten. Sie haben die richtigen Lösungen gefunden und waren gut vorbereitet.“


Für Rückfragen
O-Ton-Service HBL/mw
Daniel Mayr (mayr@liquimoly-hbl.de)

Mehr Informationen unter www.liquimoly-hbl.de