• Sabitzer enttäuscht: „Ein sehr bitterer Abend für uns“
• Klopp erleichtert: „Es fühlt sich aktuell ganz gut an“
• Sky Experte Lothar Matthäus: „Leipzig hat sich fast schon selbst geschlagen“
• Studiogast Ralf Rangnick: „Zwei Fehler, die auf diesem Niveau nicht passieren dürfen“

Unterföhring, 16. Februar 2021 -
Die wichtigsten Stimmen zur Dienstagspartie des Champions-League Achtelfinal-Hinspiels RB Leipzig – FC Liverpool (0:2) bei Sky.

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig) ...
... zum Spiel:
„Vom Ergebnis her ist es schon ein gebrauchter Fußballabend. Natürlich schmerzt so eine Niederlage, weil wir definitiv nicht die schlechtere Mannschaft waren. Wir sind gut ins Spiel gekommen, hatten eine gute Anfangsphase und hatten gute Torchancen. Dann ist der Ballbesitz mehr zu Liverpool übergegangen, bei der sie allerdings nicht in gefährliche Situationen gekommen sind. Wir müssen eigentlich drei Tore schießen, hatten mehr Eins-gegen-Eins Situationen mit dem Torhüter, als Liverpool auf unseren Keeper. Liverpool hat daraufhin allerdings zwei Treffer erzielt, wir keinen. Dann verliert man das Spiel am Ende. Fehler gehören zum Fußball dazu und ohne würden keine Tore fallen. Auf den Fehlern aber rumzureiten, daraus lernen wir nichts. Wir müssen versuchen, die Fehler im Nachgang auszumerzen und versuchen, es besser zu lösen. Wir haben uns dennoch Respekt beim Gegner erspielt und diesen werden wir im Rückspiel nutzen und hoffentlich ein gutes Spiel hinlegen.“
... über seine Arbeit nach Ralf Rangnick (vor dem Spiel): „Ich hoffe, dass ich seine gute Arbeit weitergeführt habe. Deshalb hat Oliver Mintzlaff mich geholt, weil wir eine Weiterentwicklung anstreben und die guten Dinge, die Ralf Rangnick auf den Weg gebracht hat, weiter erfolgreich führen. Das haben wir in der ersten Saison ganz gut hinbekommen und sind in der zweiten Saison auf einem guten Weg. Er hat einen sehr großen Anteil, dass wir hier in der Champions League sind, weil er viele von den Spielern geholt hat, die auch aktuell eine tragende Rolle besitzen und das auch in der Weiterentwicklung.“

Marcel Sabitzer (Kapitän RB Leipzig) ...
... zum Spiel:
„Dass wir zwei individuelle Fehler in der zweiten Hälfte begangen haben, ist natürlich sehr bitter. Wir hatten eine gute Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit, machen den Liverpoolern im Anschluss zwei Geschenke und dann ist es natürlich gegen so eine qualitativ hochwertige Mannschaft schwierig. Wir haben es dennoch hinten heraus versucht und hatten noch einige gute Tormöglichkeiten. Ein Tor wäre ganz gut gewesen, aber so ist es natürlich ein sehr bitterer Abend für uns. Mein Pass war sehr ungenau und natürlich nehme ich den Fehler auf meine Kappe. Wenn man einem Spieler wie Salah den Ball so in die Füße spielt, dann weiß man natürlich, was passieren wird. Mir geht es wirklich nicht gut dabei, aber das passiert in diesem Sport. Fehler gehören dazu. Wir müssen daraus lernen, diese abstellen und dann weitermachen. Wir bauen auf die zweite Hälfte auf und versuchen nun das nahezu unmögliche.“

Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender RB Leipzig) ...
... über die Verlegung des Spiels nach Budapest (vor dem Spiel):
„Es ist zwar rot, wie unsere Vereinsfarben und es ist alles sehr gut organisiert. Wir sind sehr freundlich empfangen worden, aber es ist nicht Leipzig. Ich denke dennoch, wir haben das Beste draus gemacht und fühlen uns soweit sehr wohl in Budapest.“
... über Ralf Rangnick (vor dem Spiel): „Ralf Rangnick hat große Verdienste für diesen Verein geleistet und hat ihn in die Bundesliga geführt. RB Leipzig ist nicht unbedingt besser ohne Ralf Rangnick, sondern wir haben uns weiterentwickelt. Wir haben uns auch unter ihm weiterentwickelt, wie in jedem Jahr. So entwickeln wir uns auch unter Julian Nagelsmann nun weiter. Wir haben eine fantastische Saison im letzten Jahr gespielt, sind diese Saison super gestartet und stehen im Achtelfinale. Wie auch unter Ralf Rangnick, hat Julian Nagelsmann viele Spieler besser gemacht. Ich würde sagen, es ist eine nahtlose Weiterentwicklung des Vereins.“
... über Julian Nagelsmann (vor dem Spiel): „Wir haben einen Vertrag mit ihm und ich habe nicht das Gefühl, dass Julian Nagelsmann sich bei uns nicht wohl fühlt. Wenn ein Trainer aus Hoffenheim zu uns kommt und mit der Mannschaft bis ins Halbfinale der Champions League vordringt, sich für die Champions League erneut qualifiziert und trotz schwieriger Gruppenphase immer noch dabei ist, dann gibt es für uns und für den Trainer keinen Grund, einen nächsten Schritt zu suchen. Wir haben noch viel Potenziale, die auch Julian Nagelsmann herausholen wird und die wird er auch in der kommenden Saison für uns rausholen.“
... zur finanziellen Lage (vor dem Spiel): „Wir haben immer gesagt, dass wir nachhaltig handeln wollen. Das ist natürlich zu Corona-Zeiten für alle Vereine schwierig, mit diesen großen Mindereinnahmen und Verluste. Deswegen hoffen wir, dass wir natürlich alle bald auch zu einem Stück weit Normalität zurückzukehren und wieder Fans im Stadion haben. Es ist so ein großartiges Spiel, dass unter Ausschluss der Live-Öffentlichkeit stattfindet und das tut uns allen weh. Das ist nicht das, was wir uns unter solch großartigen Spielen vorstellen. Aber es hat auch eine wirtschaftliche Komponente. Deshalb hoffe ich, dass wir im Sommer den Schalter umlegen können und schrittweise zur Normalität zurückkehren. Sonst wird es noch weitere Vereine geben, die auch in finanzielle Schieflagen geraten können.“

Jürgen Klopp (Trainer FC Liverpool) ...
... zum Spiel und zur derzeitigen Schwächephase seines Teams:
„Es liegt nicht an Mangel an Energie, was uns in den letzten Wochen passiert. Wir haben gegen die Top-Mannschaften aus England gespielt. Natürlich ist es immer leichter, wenn man gewinnt. Wenn man aber nicht gewinnt, muss man da dennoch durch. Das machen wir. Wir haben Leipzig zu Fehlern gezwungen, mit einem guten Spiel. Wer Leipzig kennt, der weiß, was für eine Kraft sie in so einer Partie entwickeln können. Das hat man in dieser Partie nicht gesehen und das war für uns sehr wichtig. Es haben nicht wenige Leute gedacht, dass wir erneut eine Niederlage einstecken müssen. Das haben meine Jungs aber verhindert. Wir wissen aber auch, dass es nur der erste Schritt war. Es fühlt sich dennoch aktuell ganz gut an. Um richtig erfolgreich im Fußball zu sein, benötigt man auch Glück und vor allem auch Glück mit Verletzungen. Da haben wir derzeit in der Defensive das Gegenteil von. Es ist dafür einfach viel Arbeit nötig, die man dann dort hineinstecken muss. Dafür haben wir aber keine Zeit, weil wir alle drei Tage spielen müssen. Das klingt nach einem Problem und das ist auch eins. Aber wir sind nicht so gestrickt, dass wir jedes Jahr alles gewinnen und Serien hinlegen müssen. Wir machen alles mit 100 Prozent. Wir werden weiter versuchen, aus unseren Möglichkeiten das Beste zu machen. Ich brock mir die Probleme selber ein und muss sie dann aber auch selber auslöffeln. Mir zahlt keiner eine Abfindung und sagt, dass ein anderer Trainer es ausprobieren soll. Ich muss es alles immer schön selber machen und so wird es auch diesmal sein.“

Sky Experte Lothar Matthäus ...
... zum Spiel:
„Die beiden Fehler der Leipziger passieren normalerweise nicht. Sabitzer ist eigentlich ein technisch feiner Fußballer, dem so ein Fehlpass normalerweise nicht passiert. Sie wollten vielleicht zu viel und waren sich zu sicher mit dem Pass und der Abwehraktion. Sie haben sich fast schon selbst geschlagen. Diese beiden Tore hätten nicht fallen dürfen und auf diesem Niveau wird es sofort bestraft. Sie haben nochmal alles versucht. Aber trotz alledem sind sie nicht zu den klaren Chancen gekommen, wo man verkürzen könnte. Es war nicht das Spiel, was man sich auf Leipziger Seite vorgestellt hat. Aufgrund der Fehler ist es dann auch ein verdienter Sieg für Liverpool. Leipzig hat nicht die Konsequenz an den Tag gebracht, die häufig schon den Unterschied ausgemacht hat. Sie sind dennoch auf dem Weg, dass sie auch gegen die ganz Großen aus Europa mithalten können. Aber es dürfen diese Fehler nicht passieren.“
... über Jürgen Klopp: „Er hat einen zufriedenen Eindruck hinterlassen. Natürlich belasten ihn die Ergebnisse der letzten Wochen in der Premier League. Es ist immer schöner zu gewinnen, das merkt man ihm auch an. Er macht sich Gedanken über das Gesamte und nicht nur über den Fußball. Die Fehler, die Leipzig gemacht hat, hat seine Mannschaft in den letzten Wochen begangen. Nun hat er von den Fehlern der Leipziger profitiert und so ist der Fußball.“
... über Julian Nagelsmann (vor dem Spiel): „Leipzig ist für mich favorisiert für das Weiterkommen gegen Liverpool. Julian Nagelsmann denkt nicht nur an sich, sondern auch an den Verein. Er weiß, dass er nur mit der Mannschaft wachsen kann und er hat es ja bereits schon gezeigt. Sie waren in der letzten Saison unter den besten vier in der Champions League und jeder Erfolg auf diesem Niveau ist natürlich auch ein Erfolg für den Trainer. Julian Nagelsmann hat bewiesen, dass er es kann und da wird er alles versuchen, nicht nur gegen Liverpool, sondern auch gegen Jürgen Klopp, den Platz als Sieger zu verlassen.“

Studiogast Ralf Rangnick...
... zum Spiel:
„Leipzig war eigentlich nicht so schlecht, aber sie haben wirklich grobe Schnitzer begangen. Zwei Fehler, die auf diesem Niveau nicht passieren dürfen. Wenn du sie dann doch machst, dann hast du auf der anderen Seite Spieler, die solche Chancen sich nicht entgehen lassen. Das macht das Ganze dann sehr ärgerlich. Leipzig war nicht zwingend und überzeugt genug, dieses Spiel gewinnen zu können. Die Chancen waren da. Man hatte vielleicht gedacht, dass man gut drauf ist, Liverpool hingegen nicht. Aber Liverpool hat trotzdem gezeigt, dass sie dennoch stabil sind und ein stabiles Niveau spielen können. Die Trümpfe zum weiterkommen sind nun ganz klar auf Seiten von Liverpool. Es wird für Leipzig eine ganz schwere Aufgabe im Rückspiel. Natürlich kann im Fußball immer alles passieren, aber ich denke schon, dass die Favoritenrolle nun bei Liverpool liegt.“
... über einen möglichen Trainerjob in der kommenden Saison (vor dem Spiel): „Es ist durchaus vorstellbar, dass ich wieder als Trainer in der Bundesliga tätig sein werde und hoffentlich ist es auch zur neuen Saison wieder möglich. Das hängt aber auch davon ab, was es ist und die Aufgabe muss für beide Seiten stimmig sein. Ich bin selber gespannt, was passiert. Im Vereinsfussball kommen sprachlich betrachtet eigentlich nur Deutschland und England in Frage. Klar kann man die Sprache in einem anderen Land lernen, aber kurzfristig für die neue Saison betrachtet, wäre England oder Deutschland sinnvoll.“
... über die damalige Möglichkeit, Kylian Mbappe nach Leipzig zu holen (vor dem Spiel): „Ich hatte mich damals mit den Eltern von Kylian Mbappe schon in Paris getroffen. Er hatte noch nicht einmal bei den Profis trainiert und da war er 16 Jahre alt. Wir hatten ihn wie auch Upamecano schon früh auf dem Zettel. Wir hatten tolle Gespräche und der Vater sagte zu mir, dass für seine Weiterentwicklung der Trainer enorm wichtig sein würde. Wenn ich ihm sagen könnte, dass ich das Traineramt bei Leipzig übernehmen würde, dann würde Mbappe zu Leipzig wechseln. Damals hatte ich aber nicht absehen können, dass ich das Amt tatsächlich übernehmen würde. Als es dann soweit war, hatte Mbappe bereits bei den Profis erste Spiele bestritten, Tore erzielt und dann war es leider nicht mehr möglich, ihn nach Leipzig zu holen.“


Für Rückfragen
O-Ton-Service Sky/mw
eMail: Sky-Sport-PR@sky.de
Mehr Informationen unter www.sky.de