Bonn, 18. Februar - Markus Kauczinski feiert seinen 51. Geburtstag am Samstag in Zwickau. Aber trotz einer Art Klub-Freundschaft ist nicht zu erwarten, dass Zwickau dem Trainer des Spitzenreiters Geschenke macht. „Was ich bemerkt habe ist, dass alle gegen Dynamo nochmal eine Schippe drauflegen. Das ist was ganz Besonderes gegen Dynamo Dresden zu spielen“, sagt Kauczinski in einem ausführlichen MagentaSport-Interview in der Reihe „3. Liga Top Thema“ und erhebt seinen Anspruch: „Klar ist, dass wir da oben bleiben wollen.“ Der gebürtige Gelsenkirchener reflektiert in dem Gespräch einen sehr schwierigen Januar mit eigenem Corona-Infekt und Krankenhaus-Einlieferung, wie man dem Druck, aufsteigen zu müssen, standhalte. Kauczinski sagt uneitel über den Trainerberuf: „Ich bilde mir auf meinen Job nichts ein." Über Freunde auf Schalke („Jede Woche frustrierte Nachrichten“). Kauczinskis Motto: „Mach´ hier und jetzt einen guten Job und der Rest wird sich fügen.“

MagentaSport zeigt alle Partien des 25. Spieltags live. Am Samstag ab 13.45 Uhr mit den Top-Duellen Zwickau gegen Dresden, Rostock gegen Mannheim, Ingolstadt gegen Kaiserslautern, Duisburg gegen Haching und Saarbrücken gegen 1860 München – als Einzelspiel und in der Konferenz abrufbar. Meppen gegen Halle eröffnen am Freitag ab 18.30 Uhr den Spieltag. Das MagentaSport-Interview mit Markus Kauczinski, geführt von Christian Strassburger und Alexander Klich, ist unter diesem Link direkt abrufbar: www.youtube.com/watch?v=Kh3Os7vTzN8. Wir bitten die Quelle MagentaSport bei Verwendung der Zitate anzugeben.

„Mach´ hier und jetzt einen guten Job und der Rest wird sich fügen.“
Markus Kauczinski über den MUSS-Aufstieg mit Dynamo: „Wer jetzt Tabellenführer ist, kann nicht sagen, wir wollen Vierter werden. Klar ist, dass wir da oben bleiben wollen. Von der ersten Minute an waren wir der Favorit! Alle haben gesagt, ihr steigt sowieso auf. Was ich bemerkt habe ist, dass alle gegen Dynamo nochmal eine Schippe drauflegen, das ist was ganz Besonderes gegen Dynamo Dresden zu spielen.“

Kauczinski zur eigenen Krankheitsgeschichte, als er nach einem symptomfreien Corona-Infekt vor dem Spiel in Mannheim Ende Januar Schwindel und Kopfschmerz verspürte. „Ich habe dann gesagt: fliegen werde ich nicht. Ich wäre eigentlich mit dem Auto fahren.“ Ins Krankenhaus sei er nicht freiwillig gegangen. „Aber unser Teamarzt und die Physios haben das spitzgekriegt. Sie haben mich auf den Kopf gestellt.“ Es sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Gefunden wurde nichts. „Das eine oder andere hätte ich mir gern erspart.“ Zum Beispiel: „Einen Gartenschlauch“ für die Herz-Untersuchung zu schlucken.

"Nichts Besonderes" - Über seinen Job als Profi-Trainer: „Ich empfinde meinen Job als nichts Besonderes. In allen Branchen und überall, wo Menschen arbeiten, können Menschen irgendetwas gut und besonders. Deshalb bilde ich mir auf meinen Job nichts ein."

„Jedes Wochenende kriege ich frustrierte Nachrichten.“
2015 erhielt er vom DFB den Trainerpreis des Jahres – für herausragende Nachwuchsförderung. „Ich habe den Preis erst im Nachhinein zu schätzen gewusst“, sagt Kauczinski, der bei Schalke 04 im Jugendbereich begann und mit dem Karlsruher SC bis in die Bundesliga-Relegation marschierte. Seitdem stehe die DFB-Trophäe in seinem Büro. Und das Preisgeld? Kauczinski lacht: „Die 10 000 Euro habe ich verprasst sinnlos, wahrscheinlich. Nein, keine Ahnung, die liegen irgendwo unterm Kopfkissen."

Der gebürtige Gelsenkirchener über seine Freunde aus der Heimat: „Meine ganze Clique von früher, das sind alles fanatische Schalke-Fans, die oben im Block sitzen. Jedes Wochenende kriege ich frustrierte Nachrichten.“ Natürlich muss die Frage auch kommen – kann er sich eine Rückkehr zu Schalke vorstellen? Er habe schon so viel in dem Geschäft erlebt, sagt Markus Kauczinski. Aber: „Grundsätzlich erfülle ich meine Verträge immer!“ Sein Vertrag bei Dresden gilt noch bis 30. Juni 2021.

Keine Schubladen: Über seine Anfänge als Jugend-Trainer: „Was ich gelernt habe, ist, dass es so etwas wie Problemkinder und Problemfelder nicht gibt. Sondern, dass überall und in jedem auch ein guter Kern steckt und dass es sich immer lohnt darum zu kämpfen und Menschen nicht in Schubladen zu lassen, sondern ihnen auch eine Chance zu geben da rauszukommen."

Cafe-Betreiber? Über das Leben nach dem Fußball: „Fußball muss nicht alles sein, da gibt es noch andere Dinge. Aber das geht dann eher in so ein kleines Café oder irgendwie sowas, wo man nicht im Dauerstress ist, sondern selbst sein bester Kunde ist. Noch macht mir das zu viel Spaß und es gibt noch zu viel zu erleben und ich bin auch immer noch hungrig, etwas zu erreichen.“

Markus Kauczinski ist Sportwissenschaftler, könnte theoretisch als Lehrer arbeiten. Will er aber nicht. Sein Studium habe er sich damals mit „mehreren Jobs“ verdient. Als Jugend-Trainer und übrigens als Mitarbeiter in einem Callcenter. Aber dahin wolle er nicht mehr zurückkehren.

Die 3. Liga live bei MagentaSport – 25. Spieltag:

Freitag, 19.02.2021
Ab 18.30 Uhr: SV Meppen – Hallescher FC

Samstag, 20.02.2021
alle Spiele ab 13.45 Uhr live als Einzelspiel oder in der Konferenz abrufbar: FSV Zwickau – Dynamo Dresden, 1. FC Saarbrücken – TSV 1860 München, FC Ingolstadt – 1. FC Kaiserslautern, Hansa Rostock – Waldhof Mannheim, MSV Duisburg – Spvgg. Unterhaching, VfB Lübeck – Türkgücü München,

Sonntag, 21.02.2021
Ab 12.45 Uhr: FC Bayern München2 – Viktoria Köln
Ab 13.45 Uhr: 1. FC Magdeburg – SC Verl

Montag, 22.02.21
Ab 18.45 Uhr: SV Wehen Wiesbaden - KFC Uerdingen

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