• Guardiola glücklich: „Es war eine gute Leistung“
• Kramer fürs Rückspiel zuversichtlich: „Im Fußball ist alles möglich“
• Studiogast Dennis Aogo: „Es hätte mehr Mut vorhanden sein müssen, um überhaupt eine Chance zu haben“
• Sky Experte Dietmar Hamann: „Mir war es in der Summe zu einfach“

Unterföhring, 24. Februar 2021 -
Die wichtigsten Stimmen zur Mittwochspartie des Champions-League Achtelfinal-Hinspiels Borussia Mönchengladbach – Manchester City (0:2) bei Sky.

Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach) ...
... zum Spiel:
„Die Jungs sind ziemlich müde in der Kabine und das bedeutet, dass sie viel investiert haben. Vor allem natürlich in der Arbeit gegen den Ball. Ich glaube, wir haben es über weite Strecken sehr ordentlich gemacht. Wir haben allerdings zwei Treffer kassiert, die fast identisch waren. Ich glaube, dass wir in der ersten Hälfte versucht haben, auch mit dem Ball mutiger zu sein, besonders in der Spieleröffnung. Wir haben aber gegen eine Mannschaft gespielt, die grundsätzlich gut bestückt ist und sich in absoluter Top-Form befindet. Die Jungs haben versucht, viele Dinge umzusetzen, hatten ordentliche Angriffe, die wir aber nicht gut genug zu Ende gespielt haben. Man muss dann auch die richtigen Pässe im richtigen Moment spielen. Wir wollen für das Rückspiel nun aus dem Hinspiel lernen und mehr Aktionen in Richtung Tor bekommen.“

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach) ...
... zum Spiel:
„Ich glaube, dass es von außen etwas passiv von uns aussah. Manchester City hatte eine unglaublich gute Raumaufteilung und haben den Ball sehr gut laufen gelassen. Man ist gefühlt nicht so richtig hinterhergekommen. Dennoch sage ich, dass wir ein paar Dinger hatten, die verpufft sind und keine Chance draus entstanden ist. Dann sieht so ein Spiel immer sehr zäh aus. Ich denke dennoch, dass mehr drin war. Allerdings muss man auch klar sagen, dass City in der Art und Weise wie sie spielen, eine Klasse für sich sind. Im Fußball ist alles möglich und wir wussten auch schon vor dem Spiel, dass es sehr schwer wird. Aber wir haben auch gesehen, dass wir nicht ganz chancenlos sind. Es muss viel klappen, das hat es nicht getan und deshalb haben wir verloren. Aber wir haben alles schon erlebt und gehen das Rückspiel noch besser und einen Tick mutiger an. Wir haben nichts mehr zu verlieren und sollten auch so spielen.“

Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach) ...
... zum Spiel:
„Manchester City hat es im Ballbesitz wahnsinnig gut gemacht. Wir wussten, was auf uns zukommt und sind viel hinterhergelaufen. Wir hatten die ein oder andere Umschaltchance, haben es aber nicht sauber ausgespielt. Das ist wahnsinnig bitter, aber am Ende hat City verdient gewonnen. Uns hat die Genauigkeit und der Mut gefehlt. Wir hätten höher anlaufen müssen, dann hat man gesehen, dass sie auch Fehler machen. Leider haben wir es nicht häufig genug geschafft, City unter Druck zu setzen, damit sie diese Fehler auch machen. Im Fußball ist alles möglich. Es geht wieder von vorne los und wir wollen mutig auftreten. Wir wissen, dass wir die Tore im Rückspiel benötigen. Vielleicht liegt dort dann auch die Chance. Den Respekt, der am Anfang vielleicht zu groß war, den müssen wir ablegen und versuchen, Manchester zu überraschen.“

Max Eberl (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach) ...
... über das historische Spiel im Achtelfinale (vor dem Spiel):
„Wenn man überlegt, dass man zuletzt 1978 in der K.O. Runde stand, da war ich viereinhalb Jahre alt. Dann weiß man Mal, was man geschaffen hat. Wenn man die Gruppe betrachtet, die wir zu bespielen hatten, dann ist es noch umso höher anzurechnen. Dementsprechend ist es für uns ein großartiger Tag. Trotzdem haben wir ein weinendes Auge, weil wir in Budapest antreten müssen und nicht im Borussia Park, mit 44.000 Zuschauern im Rücken. Das ist schade, aber ich weiß, dass die Fans am Fernseher uns unterstützen.“

Pep Guardiola (Trainer Manchester City) ...
... zum Spiel:
„Es war eine gute Leistung und ich bin sehr zufrieden. Ein Champions League Achtelfinal-Hinspiel ist immer schwierig, auch wenn das Spiel nicht in Deutschland stattgefunden hat und es vor leeren Rängen war. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, allerdings waren wir im Abschluss nicht effizient genug. Das müssen wir noch verbessern. Wir haben den Torhüter nie wirklich in Verlegenheit gebracht, daran müssen wir arbeiten. Ilkay Gündogan spielt bisher eine sehr gute Saison. Ich bin sehr glücklich darüber, er ist ein fantastischer Fußballer. Darüber hinaus ist er auch sehr intelligent und ein sehr netter Kerl.“

Sky Experte Dietmar Hamann ...
... zum Spiel:
„Ich war der Meinung, dass Mönchengladbach öfter mal einen langen Ball schlagen sollte, damit man hinten heraus und in die gegnerische Hälfte spielt. Das haben die Gladbacher selten bis gar nicht gemacht. Wenn man versucht, Manchester City mit ihren spielerischen Mittel zu schlagen, dann spielst du ihnen in die Karten und es kann am Ende nur einen Sieger geben. Dann kommt hinzu, wenn man hinten herausspielen will, benötigt man im Angriff Tempo und das hatten die Gladbacher nicht. Wenn ich die 90 Minuten anschaue, war Manchester City in einer anderen Liga. Ich bin der Meinung, dass Mönchengladbach es den Engländern härter und schwerer hätte machen müssen. Mir war es in der Summe zu einfach. Ich glaube mit keinem eigenen Tor, wird es in Manchester unheimlich schwer. Man hatte nie das Gefühl, dass Manchester irgendwie unter Druck gerät. Die muss man erst einmal schlagen. Es ist das beste Manchester City, was es jemals gab. Wie sie den Ball spielen, ist wie auf der Spielekonsole.“
... über die Personalie Marco Rose: „Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass die Personalie Rose so eine Eigendynamik in Mönchengladbach annimmt. Dass man nun ernsthaft diskutiert, ob man noch mit ihm weitermachen kann. Vor vier Wochen hätte ich es für ausgeschlossen gehalten, dass der Punkt kommt, bei dem Max Eberl möglicherweise darüber nachdenken muss. Wenn man sich nun die letzten Spiele anschaut, hat es gegen Manchester vielleicht auch ein Stück weit eine Rolle gespielt. Die Spieler wissen, dass ein neuer Trainer kommen wird. Auf diesem Niveau sind kleine Details, die den Unterschied ausmachen. Wenn man den letzten Schritt nicht mehr geht, weil im Unterbewusstsein der Punkt vorhanden ist, dass ein neuer Trainer kommt. Ich mache den Trainerwechsel nicht für die Niederlagen verantwortlich, aber es sind die Details, die entscheiden. Ich kann mir vorstellen, dass man in drei oder vier Wochen eine Situation bekommt, wo man vielleicht im Vorstand die Personalien diskutieren muss. Von der Fanseite kam eine Schärfe herein, die ich nicht verstanden habe, weil er ja eine Ausstiegsklausel besessen hat. Eigentlich sollten sie froh sein, dass sie ihn zwei Jahre als Trainer hatten. Aber diese Sachen passieren halt im Fußball.“
... über Toni Kroos (vor dem Spiel): „Toni Kroos war eine tragende Kraft beim WM-Titel 2014 der deutschen Nationalmannschaft und hat mehrfach die Champions League gewonnen. Wenn man sieben Jahre bei Real Madrid spielt und er hat noch zwei Jahre Vertrag, dann kann man sich nicht vorstellen, was dort für eine Erwartungshaltung herrscht. Die Fans fangen schon nach einem Tor Rückstand an zu pfeifen. Der zweite Platz ist dort nicht gut genug. Sie haben etwas erreicht, was bisher noch keiner anderen Mannschaft gelungen ist, nämlich den Champions League Titel zu verteidigen. Da hatte er großen Anteil dran. Deshalb kann man die Leistung von Toni Kroos gar nicht hoch genug einschätzen. Wie er sich nicht nur sportlich entwickelt hat, sondern auch als Mensch, dann ist er einer der Größten, die wir in Deutschland jemals hatten und haben.“

Studiogast Dennis Aogo...
... zum Spiel:
„Die Niederlage war abzusehen, weil dafür, was Mönchengladbach vorhatte, dafür benötigt man extrem viel Selbstvertrauen und das haben die Gladbacher seit den letzten Wochen nicht. Am Ende war es das typische Champions League Spiel. Die Top-Mannschaften nutzen die kleinen Chancen gnadenlos aus. Am Ende ist es ein Sieg der Qualität von Manchester City. Wenn man aus einer kleinen Negativserie kommt und gegen so einen scheinbar übermächtigen Gegner spielt, dann muss man versuchen, das Spiel aktiver zu gestalten. Mit jeder Minute, in der man hinterherläuft und man das Gefühl bekommt, keinen Zugriff zu erhalten, sinkt der eigene Glaube. Dann kommen die letzten Spiele wieder hoch und das Selbstbewusstsein geht zurück. Es hätte mehr Mut vorhanden sein müssen, um überhaupt eine Chance zu haben.“
... zur Personalie Marco Rose: „Wenn alles gut läuft, nimmt man die Situation als Spieler nicht so besonders wahr. Aber mit jedem Spiel, was negativ gestaltet wird, wird auch die Unruhe in der Mannschaft größer. Es sind die kleinen Prozentpunkte, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ich wünsche es Gladbach nicht und auch Marco Rose hat so einen Abgang nicht verdient. Aber man hat nun drei schwere Spiele vor der Brust und man wird sehen, wie es nach diesen Spielen dann aussieht.“
... über seine Zeit als Spieler mit Toni Kroos (vor dem Spiel): „Toni Kroos war schon immer ein Spieler, der von sich selbst immer positiv überzeugt war. Ich habe größten Respekt vor seiner Karriere und er ist noch lange nicht am Ende. Wenn er auf den Platz ging, dann war es klar, dass er mit dem überzeugt war, was er macht. Mit jedem Pass und all seinem Handeln, hat er es ausgestrahlt. Deshalb war für mich früh klar, dass er genau wusste, wo er hin will. Seine Karriere hat mich dementsprechend auch bestätigt. Man muss den Hut vor ihm ziehen. Er ist einer der besten deutschen Spieler, die wir in den letzten Jahrzehnten jemals hatten.“


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