• FC-Trainer Gisdol nach spätem Ausgleich: „Manchmal schaut der Fußballgott zu“
• Neu-Trainer Kramer sieht bei Bielefeld-Debüt „Feuer, Leidenschaft und Bereitschaft“
• Werder-Coach Kohfeldt nach 1:1 angefressen: „Treffer ist nicht regulär“
• Sky Experte Manuel Baum prophezeit: Abstiegskampf „spannend bis zum Schluss“

Unterföhring, 07. März 2021 -
Die wichtigsten Stimmen zu den Sonntagsspielen des 24. Spieltages der Fußball-Bundesliga, 1. FC Köln vs. SV Werder Bremen (1:1) sowie Arminia Bielefeld vs. 1. FC Union Berlin (0:0) bei Sky.


Samir Arabi (Geschäftsführer Sport Arminia Bielefeld) …
… zur Entlassung von Trainer Uwe Neuhaus (vor dem Spiel):
„Die Tabelle können wir natürlich auch lesen. Es war aber sicherlich keine Kurzschlussreaktion aus dem Affekt heraus. Wir hatten nicht die Erwartungshaltung, dass wir in Dortmund mit 5:1 gewinnen oder so. Das war ein Entschluss, der über die Zeit gereift ist und den wir dann mit allen Gremien gemeinsam innerhalb der Geschäftsführung getroffen haben. Die Entscheidung ist nach dem Wochenende in Dortmund so getroffen worden, weil wir die Überzeugung haben, dass wir diesen Impuls setzen müssen, wenn wir unsere mittel- und langfristigen Ziele erreichen wollen. Es gibt keine Garantie, aber wir sehen es als Chance dazu, dass wir jetzt alle wieder in ein Boot steigen und von der Waschfrau bis zum Kapitän nach vorne paddeln. Das ist es, was einen Aufsteiger ausmacht.“
… zum Unverständnis mancher Fans über die Freistellung von Neuhaus (vor dem Spiel): „Ich kann das total nachvollziehen. Damals haben wir uns aus vollster Überzeugung für Uwe Neuhaus entschieden und würden das wieder so tun, weil er in der Zeit einen sehr, sehr guten Job bei uns gemacht hat. Wir haben davon profitiert, wir sind mit ihm zusammen in die Bundesliga aufgestiegen. Aber jetzt gab es das ein oder andere, das wir intern festgestellt haben und weshalb wir diesen Impuls setzen. Dass wir nicht alles nach außen tragen und es dann bei dem ein oder anderen für Unverständnis sorgt, ist doch klar. Aber wir haben intern mit voller Überzeugung im Sinne des Klubs gehandelt. Da geht es um den Verein und nicht um Einzelpersonen.“
… zur Einstellung von Frank Kramer (vor dem Spiel): „Es ist so, dass wir ihn schon länger auf dem Radar haben. Wir haben schon einmal versucht, mit ihm zusammenzuarbeiten, das hat damals leider nicht gepasst. Jetzt ist das Momentum da und wir wollen langfristig unseren Weg gehen. Wir wollen zu einem Ausbildungsverein werden, was aber nicht heißt, dass wir nächstes Jahr mit zehn U19-Spielern spielen. Kurzfristig geht es darum, dass er noch einmal diesen Impuls setzt, damit wir nächstes Jahr in der Bundesliga spielen.“

Frank Kramer (Trainer Arminia Bielefeld) …
… zum Spiel:
„Die Mannschaft hat das Feuer, die Leidenschaft und die Bereitschaft, auch die intensiven Wege zu gehen, gezeigt. Es ging gegen einen Gegner, der schwierig zu bespielen ist. Union hat nicht umsonst erst fünf Mal in dieser Saison verloren. Wir haben gut dagegengehalten und immer unsere Chance gesucht, ohne mit wehenden Fahnen ins Verderben zu rennen.“
… zum Punktgewinn: „Es ist ein kleiner Schritt, um wieder auf die Piste und in die richtige Richtung zu kommen. Für den Punkt muss sich die Mannschaft nicht schämen.“
… zur Heiserkeit nach den ersten Tagen (vor dem Spiel): „Man verlangt von den Spielern immer, dass sie alles reinwerfen, auch im Training. Das muss auch der Trainer machen und dann bleibt die Stimme halt mal auf dem Platz. Zur Not kann ich auch Rauchzeichen geben.“

Arne Maier (Arminia Bielefeld) zum neuen Trainer: „Mein Eindruck ist sehr, sehr gut. Er sagt uns ganz klar, was er möchte und wie wir spielen sollen. In der ersten Halbzeit haben wir das ganz gut umgesetzt, in der zweiten Halbzeit nicht so. Aber es war das erste Spiel, darauf können wir aufbauen. Auf jeden Fall ist neues Leben drin. Wir pushen uns außerhalb und innerhalb der Mannschaft und ich denke, so kann es bergauf gehen. Ein 0:0 gegen Union ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.“

Manuel Prietl (Arminia Bielefeld):
… zur frühen Verletzungsunterbrechung:
„An diesem Zweikampf merkt man, wie intensiv das Spiel war. Es war sehr viel Kampf, ich denke, das war zum Ansehen kein schönes Spiel. Aber für uns ist jeder Punkt wichtig im Abstiegskampf. Darauf können wir aufbauen.“
… zum Trainerwechsel: „Wir wissen alle, wie das Geschäft läuft. Heutzutage gibt es alle zwei, drei Jahre einen Trainerwechsel. Wir alle können Uwe Neuhaus sehr dankbar sein. Wir sind mit ihm in die Bundesliga aufgestiegen und er hat vielen von uns die Möglichkeit gegeben, in der Bundesliga zu spielen. Wir werden ihm ewig dankbar sein, aber jetzt ist es so, dass ein neuer Trainer da ist. Jeder muss aufnahmefähig sein, jeder muss das große Ziel vor Augen haben. Das ist der Klassenerhalt. Da wollen wir uns gemeinsam unterstützen und das Ziel erreichen.“

Andreas Luthe (Torhüter 1. FC Union Berlin) …
… zu seiner frühen Verletzung:
„Die Nase schmerzt, aber sonst geht es mir gut. Ich hatte vor ein paar Wochen eine ähnliche Situation gegen Gladbach, da ging es mir wesentlich schlechter. Jetzt ist es nur die Nase, die lokal wehtut. Ich wusste, wo ich bin und wie der Spielstand war.“
… zum Konkurrenzkampf im Tor: „Ich bin jetzt seit vierzehn Jahren Profi, so etwas bringt mich wirklich nicht mehr aus der Ruhe. Es gibt immer jemanden, der deinen Job will. Der spielen will, wenn du spielst. Und mal bist du hintendran und willst spielen. Das juckt mich relativ wenig.“
… zum Spiel: „Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht und kurz vor Schluss nochmal die Möglichkeit, das Spiel für uns zu entscheiden. Insgesamt hat es Arminia sehr gut gemacht, sie waren gut organisiert und haben wenig zugelassen. Als Union Berlin kannst du auch auswärts mal einen Punkt mitnehmen, wenngleich die Chancenverwertung wieder ausbaufähig ist. Wir könnten den Lucky Punch setzen, aber da bleiben wir dran.“

Christopher Trimmel (Kapitän 1. FC Union Berlin): „Wir hatten am Schluss schon sehr viele Möglichkeiten, ein Tor zu erzielen. Aber Arminia war sehr kompakt und es war schwierig, Chancen herauszuspielen. Von daher nehmen wir auch den Punkt mit.“

Max Meyer (1. FC Köln): „Die Gefühle sind gemischt. Natürlich hilft jeder Punkt im Abstiegskampf, aber mit der Leistung hätten wir auch drei Punkte verdient.“

Jonas Hector (Torschütze 1. FC Köln): „Wir haben eine gute erste Halbzeit gezeigt. Die Jungs haben das wirklich gut gemacht, haben ordentlichen Fußball gespielt. Der letzte Pass beziehungsweise die letzte Aktion fehlen bei uns, da hapert es noch. Das 0:1 war ein Rückschlag, da haben wir kurz gebraucht, um uns zu schütteln. Aber wir müssen jetzt mit dem Punkt leben. Der war auf jeden Fall verdient.“

Rafael Czichos (1. FC Köln) zur sportlichen Situation beim FC (vor dem Spiel): „Vor allem die Heimspiele müssen wir deutlich besser gestalten, um dann irgendwie schnellstmöglich Abstand zur Abstiegszone zu gewinnen.“

Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln) …
… zum Zweikampf vor dem Ausgleich:
„Es gibt wieder was zu diskutieren, das ist schön. Aber ich denke, es kann sich niemand beschweren, dass dieses Tor gezählt hat. Manchmal schaut der Fußballgott auch ein bisschen zu und sagt, das wäre des Guten ein bisschen zu viel gewesen, wenn wir in diesem Spiel aufgrund unserer Leistung nicht mindestens einen Punkt geholt hätten.“
… zur Stürmerrolle von Ondrej Duda (vor dem Spiel): „Er ist nicht der typische Stürmer wie Lewandowski oder Weghorst, sondern sucht eher die spielerische Lösung. Aber er hat enormes Potenzial, Bälle für uns festzumachen, und ist im Spiel gegen den Ball eine sehr fleißige Komponente für uns.“

Florian Kohfeldt (Trainer SV Werder Bremen) …
… zum Zweikampf vor dem Ausgleich:
„Aus meiner Sicht ist der Treffer nicht regulär. Dennis drückt den Arm von Pavlenka weg und ein Torwart braucht beide Arme, um einen Ball zu fangen. Dementsprechend war es für mich kein korrektes Tor. Herr Jöllenbeck hat mir auf dem Platz gesagt, dass er es nur auf Handspiel überprüft hat und es sich deshalb nicht noch einmal angesehen hat. Ich bin der Meinung, dass es ein klares Foulspiel ist und deshalb der VAR eingreifen muss.“
… zu Josh Sargent (vor dem Spiel): „Wenn man sich das Gesamtpaket anschaut, bringt er nahezu alles mit, was man braucht, um in der Bundesliga ein Top-Stürmer zu sein. Sein Mitspielen, sein Defensivverhalten und wie er die Bälle festmacht sind top. Wenn dazu noch das, was ihn eigentlich auszeichnet, nämlich die absolute Ruhe vor dem Tor und die Abschlussstärke, kommt, dann ist er für mich ein zukünftiger Fünfzehn-Tore-Stürmer.“

Sky Experte Manuel Baum ...
… zum Abstiegskampf:
„Ich denke, dass die Hertha vom Kader her einfach zu stark ist. Die kommen da hinten raus. Ansonsten haben Schalke, Mainz, Bielefeld und Köln gepunktet. Man ist mit 26 Punkten noch nicht raus. Es bleibt mit Sicherheit spannend bis zum Schluss.“
… zum 0:0 in Bielefeld: „Irgendwie ist jeder Spieler enttäuscht. Die Defensivarbeit von beiden war wirklich richtig gut und sie sind richtig viel gelaufen. Bis zur 60. Minute hatte Bielefeld über die Flügel ein paar interessante Szenen, aber Union verteidigt die Box richtig stark, wenn Flanken reinkommen. Wenn es einen Sieger hätte geben müssen, dann wäre es aus meiner Sicht Union gewesen. Ein Unentschieden ist aber auch okay.“
… zum 1. FC Union Berlin: „Sie spielen eine richtig gute Saison. Gerade in solchen Spielen, wo auf der anderen Seite ein Trainerwechsel stattfand und der ein oder andere Prozentpunkt mehr da ist, kann man mit einem Punkt in Bielefeld unter diesen Vorzeichen zufrieden sein.“
… zum Unentschieden in Köln: „Tabellarisch hält Bremen die Kölner durch das 1:1 auf Abstand, Köln tritt ein wenig auf der Stelle. Als FC-Spieler würde ich mich ärgern. Ich würde sagen: Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, wir waren fußballerisch gut und wir haben es geschafft, einen Rückstand aufzuholen. Aus Bremer Sicht könnte man sagen, wir waren 1:0 vorne und haben dann drei, vier Konterchancen liegenlassen.“
… zum Trainerwechsel bei Bielefeld (vor dem Spiel): „In der Regel ist die Erwartungshaltung, dass man alles Mögliche tut, um die Klasse zu halten. Bielefeld ist in dieser Hinsicht auf einem guten Weg, sie sind im Soll. Das sind aber immer die oberflächlichen Sachen. Was sich unter der Oberfläche alles abspielt, das können wir als Außenstehende schwer bewerten.“

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