• Christian Winkler beim DEL-Podcast „Eiskalt auf den Punkt“

    München, 26. März 2021
    - Christian Winkler sieht die Entwicklung der Deutschen Eishockey Liga trotz der Schwierigkeiten aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie positiv. „Die DEL hat sportlich noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht hat. Die Partien sind schneller und intensiver als in der Vergangenheit, der Abstand zwischen den meisten Teams ist klein“, sagte der 49-Jährige im DEL-Podcast „Eiskalt auf den Punkt“. Winkler ist seit Mai 2020 Managing Director Sports bei Red Bull Eishockey. Zudem äußerte sich Winkler über die Mentalität beim EHC Red Bull München und die anstehenden Playoffs. Außerdem erklärte der ehemalige Torhüter die Nachwuchsstrategie der Red Bulls.

    „In die Karotte beißen, auf der Best-of-Three steht“
    Winkler ist dankbar, dass in dieser Saison überhaupt Eishockey in der PENNY DEL gespielt wird: „Wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, dass wir privilegiert sind und das machen dürfen, was wir gerne tun.“ Nachdem die Teams aus dem Norden und Süden in der ersten Phase der Saison gruppenintern spielten, sind sie seit kurzem wieder vereint. „Es ist wie ein Neustart der Saison. Und es gibt eine kleinere Rivalität zwischen Süd und Nord, weil jede Gruppe für sich in Anspruch nimmt, die bessere zu sein“, sagt Winkler. Die Playoffs starten am 20. April. Erstmals seit vielen Jahren wird die K.-o.-Runde aufgrund des verspäteten DEL-Starts im Modus Best-of-Three gespielt. Winklers Meinung: „Längere Serien sind fairer. In einer Best-of-Seven-Serie wird sich wohl immer die sportlich bessere Mannschaft durchsetzen. Aber Best-of-Three ist schon eine heiße Geschichte.“ In dieser außergewöhnlichen Saison seien aber Kompromisse gefragt: „Da muss man auch einmal in die Karotte beißen, auf der Best-of-Three steht.“

    Don Jackson: „Der Mann auf der Kommandobrücke“
    Der gebürtige Mittenwalder schwärmt im Gespräch mit Moderator Konstantin Krüger von DEL-Rekordtrainer Don Jackson, der kürzlich seinen 600. Sieg in der Liga feierte. „Was bei uns in München alles überstrahlt, ist der Mann auf der Kommandobrücke: Don Jackson.“ Was ihm am US-Amerikaner imponiert: „Bei Don wirst du nie hören: ‚Wir wollen die Playoffs schaffen.‘ Er sagt vom ersten Tag an: ‚We wanna win.‘ Bei ihm geht es nur darum, täglich besser zu werden.“ Damit verkörpert Jackson das „Sieger-Gen“, das durch die Kabine der Red Bulls weht. Und diese Einstellung seiwolf entscheidend, um Titel zu gewinnen. Deshalb achtet Winkler nicht nur auf die technischen oder physischen Fähigkeiten: „Ein Spieler kann so talentiert sein, wie er will – wenn der Charakter nicht passt, wird es immer schwierig.“

    Schule und Leistung müssen sich im Einklang befinden
    Winkler ist in seiner übergeordneten Funktion das „Bindeglied zwischen Akademie, Pro-Team in Salzburg und Pro-Team in München“. Eine wichtige Rolle spielt die Red Bull Eishockey Akademie an der bayerisch-österreichischen Grenze in Liefering. Dort bildet die Organisation die Profis von morgen aus. Und auch dort wird nicht nur auf die Leistung auf der Eisfläche geachtet. „Die Schule nimmt für uns einen ganz wichtigen Part ein. Ein Spieler kann sich nur weiterentwickeln, wenn schulisch alles passt. Wenn es zwickt, wird die Leistung darunter leiden“, sagt Winkler. In letzter Zeit zwickt wenig: Das U18 Red Bull Akademie Team wurde diese Woche Champion der U20 ICE Young Stars League – nach einer Saison mit nur einer Niederlage.

    Akademie: „In den nächsten Jahren wird einiges nachkommen“
    Solche Erfolge helfen. „Wir wollen unsere Profiteams mit so vielen eigenen Talenten wie möglich ausstatten. Und der eine oder andere wird hoffentlich den Sprung nach Nordamerika schaffen.“ Die Red Bull Hockey Juniors, die als Farmteam in der Alps Hockey League (AHL) spielen, bezeichnet er als „großen Anker“. Die AHL sei „vergleichbar mit der DEL2, es wird hartes Eishockey gespielt. Wenn ich die Jungs dort sehe, geht mir das Herz auf. Weil sie mit Geschwindigkeit und jugendlicher Frische teilweise die deutlich erfahreneren Mannschaften an die Wand gespielt haben“, erzählt Winkler. Über diese Liga werden die Talente an die Profiteams herangeführt. Der U20-Nationalspieler Filip Varejcka und der erst 16-jährige Julian Lutz sind zwei deutsche Talente, die über die Hockey Juniors den Sprung in den Profikader des EC Red Bull Salzburg geschafft haben. Beide waren auch schon für Red Bull München im Einsatz. „Wir werden zwar auch weiter deutsche Spieler aus dem Markt verpflichten, aber wir wollen so viele eigene junge Spieler wie möglich in unsere Profiteams bekommen. Und ich weiß, dass in den nächsten Jahren einiges bei uns nachkommen wird.“

    Auf eigene Leute bauen
    Wenn möglich setzt Winkler auf Leute, die das Umfeld kennen. „Das ist unsere DNA. Warum soll man jemanden von außen reinholen, wenn man im Haus gute Leute hat?“, fragt Winkler. Das jüngste Beispiel ist Michael Wolf, der ehemalige Kapitän des dreimaligen deutschen Meisters. „Wir bereiten ihn vor, dass er zukünftig vielleicht den Managing-Director-Posten übernimmt.“ Wolf ist eine Identifikationsfigur. Er kann die Erfahrungen aus seiner erfolgreichen Karriere weitergeben. „Michael ist erst mit 24 in die DEL gekommen. Er kann jungen Spielern vermitteln, dass Geduld wichtig ist und man nicht immer zu viele Treppen auf einmal überspringen sollte.“ Die nächste Stufe muss Red Bull München gehen. Nach zwei Niederlagen in Folge wollen die Isarstädter im Heimspiel gegen Köln (27. März | 17:30 Uhr | live bei MagentaSport) wieder drei Punkte einfahren.

    Kontaktadresse:
    Emanuel Hugl
    Pressesprecher EHC Red Bull München GmbH
    Osterwaldstraße 10 | 80805 München | Deutschland
    phone: + 49 89 3066 910 27
    mobile: +49 177 6867273
    fax: + 49 89 3066 910 4
    emanuel.hugl@redbulls.com