"Wenn 1500 Magdeburger sich so anhören" - SC-Coach Wiegert begeistert von Atmosphäre beim Sensations-Sieg über Kiel
Ein Jahr ohne Titel für den THW? Sky Experte Stefan Kretzschmar: "Das würde sie nicht umbringen""

Flensburg (pps), 08. Juni - Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie eine Stimmensammlung zum Topspiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga mit der Partie SC Magdeburg - THW Kiel (34:33).

Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg) ...
... zur Leistung von Tobias Thulin: "Der Torwart ist in unserer Sportart natürlich extrem wichtig. Hätte mir vorher jemand gesagt, dass wir gegen den besten Torwart der Welt das Torwart-Duell gewinnen, hätte ich gesagt, dass es möglich ist aber viel passen muss. Daher freue ich mich besonders, dass Tobias sich belohnen konnte und es ist Balsam auf seiner und unserer Seele."
... zum Spiel: "Zu einem geilen Spiel gehören zwei Mannschaften. Der THW Kiel ist nicht umsonst da oben, die haben erneut um jeden Zentimeter gekämpft. Das war wieder Werbung für unsere Sportart und wenn sich 1500 Magdeburger so anhören können, dann freu ich mich darauf, dass die Arena mal wieder richtig voll ist."
... zur Rückkehr von 1500 Zuschauern: "Vielleicht sind 1500 Magdeburger was anderes als wo anders, das soll jeder für sich selber bewerten. Wir haben das heute in jeder Sekunde genossen."
... zur Schwächephase, in der der Vorsprung von sechs Toren auf einen schmolz: "Das ist Handball. Diese Phasen gehören immer mehr zu unserer Sportart dazu. Ich finde es nicht so toll, da es meinen Job schwieriger macht. Ich hatte mir auch vorgestellt, ab der 43. Minute ein Stück runter zu fahren. Aber sechs Tore sind im Handball nichts. Das hat Kiel beim DHB-Pokal auch andersrum bemerkt. 18:11 waren sie da zur Halbzeit weg, heute kommen sie wieder zurück. Diese Qualität hat diese Mannschaft einfach. Für uns war es wichtig, mental stabil zu bleiben. Wenn man nach 48 Minuten mit einem Tor gegen Kiel führt, hat man nicht so viel falsch gemacht. Das Gefühl nach einem sechs Tore Vorsprung ist natürlich ein Anderes. Da muss man gegenwirken, denn da ist alles noch möglich."

Sander Sagosen (THW Kiel) ...
... zum Spiel: "Es ist ein schlechtes Gefühl. Wir kommen hierher, um mindestens einen Punkt zu holen. Wir hatten die Chance in der zweiten Halbzeit und kämpften bis zum Ende, aber leider kam kein Punkt dabei heraus. Wenn wir die Meisterschaft holen wollen, müssen wir die Punkte halten. Ich bin unglaublich traurig jetzt."
... zur Frage, ob Flensburg noch einmal patzen wird: "Das hoffe ich."

Domagoj Duvnjak (THW Kiel) ...
... zum Spiel: "Es waren Kleinigkeiten heute. Ich muss sagen, dass die Mannschaft sich nicht aufgegeben hat und bis zum Schluss gekämpft hat. Leider hat es nicht gereicht. Ich glaube, wir hätten einen Punkt hier verdient."
... zur Frage, wo die Schwächen beim THW lagen: "Ich bin noch immer heiß, das ist schwer zu sagen. Wir haben 34 Tore kassiert. Insgesamt war es ein gutes Spiel beider Mannschaften. Jetzt ist es schwer zu sagen, warum wir verloren haben."
... zur Frage, ob der THW die Meisterschaft verspielt hat: "Gucken wir. Wir müssen noch fünf Spiele absolvieren und jedes gewinnen. Allerdings wird es sehr schwer. Es fällt mir schwer, jetzt noch Optimismus zu zeigen. Du kämpfst zehn Monate für solche Spiele. Durch solche Spiele gewinnst du Meisterschaften - dann mit einem Tor zu verlieren tut weh."

Tobias Thulin (Torwart SC Magdeburg) ...
... zum Spiel: "Es ist sehr schön, die Fans zurück zu haben. Das war sehr wichtig heute."
... zur Frage, ob sein Herz vor dem Spiel etwas höherschlug: "Vor jedem Spiel schlägt das Herz höher, vor diesem noch ein wenig mehr."

Filip Jicha (Trainer THW Kiel) zur Auswirkung der Pokal-Pleite auf das Spiel (vor dem Spiel): "Wie wir uns in der zweiten Hälfte gegen Lemgo verhalten haben, war für uns definitiv eine riesige Enttäuschung. Das sollte nicht passieren. Die Bundesliga ist ein anderer Wettbewerb und ob wir im Pokal gewonnen oder verloren hätten, hätte an der Ausgangslage überhaupt nichts geändert. Wir konnten den dadurch freigewordenen Trainingstag nutzen."

Ingolf Wiegert ...
... zur Rückkehr von 1500 Zuschauern (In der Halbzeit): "Das bin ich ein wenig anders gewöhnt. Natürlich sind wir froh, dass Zuschauer wieder in die Halle dürfen und die Unterstützung für die Mannschaft da ist. Die hat das auch dringend gebraucht nach dem Pokalsieg, welcher nicht mit den Fans gefeiert werden konnte."
... zur Roten Karte von Hendrik Pekeler (in der Halbzeit): "Das ist eine Tätlichkeit und eine solche wird mit einer Roten Karte bestraft. Ein so erfahrener Spieler - auch wenn es weh tat und eine Verletzung zur Folge hatte - muss sich da zusammenreißen. Das kann auch mal eine Medaille bei Olympia kosten."
... zur Frage, wie er zu dem emotionalen Verhalten seines Sohnes auf der Trainerbank steht (in der Halbzeit): "Er ist viel ruhiger geworden in den letzten fünf Jahren. Früher war er viel impulsiver. In den vergangenen Jahren ist er sehr stabil und ruhig geworden. Er muss auch zeigen, dass er mit seiner Mannschaft lebt. Das erwarte ich auch von jedem Trainer. Filip Jicha ist auch nicht anders auf der Bank. Wenn ich sehe, was beim Pokalfinale auf den Bänken los war - mit Freud und Leid - ist es in fast jedem Spiel so."

Sky Experte Stefan Kretzschmar ...
... zum Spiel: "Magdeburg hat das super gemacht. Gegen Kiel 34 Tore zu erzielen, das ist eine herausragende Angriffsleistung. Dazu haben sie das Torwart-Duell gewonnen - mit jemanden, den man nicht so auf der Rechnung hatte in Tobias Thulin. Er hat ein überragendes Spiel gemacht. Kämpferisch war das eine tolle Leistung von Magdeburg in der Abwehr. Aber trotzdem müssen wir Kiel nicht schlecht machen. Das war eine ansprechende Leistung der Kieler und eine Reaktion - sie haben die rote Karte von Pekeler verkraften müssen, es war mal wieder eine Heimspiel-Atmosphäre. Glückwunsch SC Magdeburg, es war absolut verdient und die Kieler müssen sich berappen. Sie müssen jetzt auf Schützenhilfe der Anderen hoffen."
... über den Meisterschaftskampf: "Wir sehen immer das Restprogramm und fragen uns, wer die Stolpersteine sein könnten. Ich sage, dass jeder der entscheidende Stolperstein sein kann, selbst für Flensburg und Kiel. Sie haben sich wenig zu schulde kommen lassen in dieser Saison aber wer weiß, was in dieser verrückten Saison noch passieren kann."
... zur Frage, wie Kiel ein Jahr ohne Titel verkraften würde: "Das wird sie nicht umbringen. Erst im Dezember haben sie die Champions League gewonnen, das ist noch nicht so lange her. Sie haben die deutsche Meisterschaft im vergangenen Jahr gewonnen. Sollte es ein Jahr ohne Titelgewinn werden - in dieser besonderen Corona-Saison - ist das nichts, was den THW aus der Bahn werfen würde. Sie haben die Personalplanung abgeschlossen und alle Spieler halten können. Das wäre natürlich enttäuschend, aber würde sie nicht umbringen. Es ist auch noch nichts entschieden, wir können nicht davon ausgehen, dass Flensburg feiert und die Raketen in den Himmel feuert. Da gibt es noch ein paar Spiele zu absolvieren."

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Daniel Mayr (Mayr@liquimoly-hbl.de)
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