Neue Gesichter in der Nationalmannschaft:
Rob Zepp: Zurück zu den Wurzeln

München (pps) Back to the roots, zurück zu den Wurzeln heißt es für Rob Zepp. Der Torhüter des deutschen Meisters Eisbären Berlin zieht beim Deutschland-Cup am Wochenende in München zum ersten Mal das DEB-Trikot über und spielt für das Geburtsland seines Vaters. „Es ist eine große Ehre“, sagt der 28-Jährige. „Ich repräsentiere meine Familie und meine Geschichte.“

Zepp ist in Newmarket im Großraum Toronto geboren, doch seine Vorfahren kommen aus Deutschland. Vater Peter stammt aus Kitzingen, er wanderte mit Robs Großeltern als Dreijähriger nach Kanada aus. „Auch Oma und Opa meiner Mutter sind aus Deutschland“, sagt Zepp.

Dass er einmal für die alte Heimat seiner Familie Eishockey spielen würde, hätte er nie gedacht – bis vor zwei Jahren. Die Eisbären verpflichteten den Torhüter, dem nun seine deutschen Wurzeln wieder bewusst wurden. Anfang 2008 bekam er den deutschen Pass. Für die Nationalmannschaft ist er jetzt spielberechtigt, weil er zwei Jahre in der DEL spielte. Bundestrainer Uwe Krupp hat somit zwischen den Pfosten eine weitere Option. „Er ist seit Jahren ein Top-Torwart in der DEL, keine Eintagsfliege“, lobt der ehemalige NHL-Star: „Ohne ihn wäre Berlin nicht so erfolgreich.“

In München spielt Zepp für seinen großen Traum – die Olympischen Spiele in Vancouver. „Das wäre das Erlebnis meines Lebens“, schwärmt der Deutsch-Kanadier. Olympia in seiner Heimat im Trikot des Geburtslandes seines Vaters, „einfach unbeschreiblich“. Doch bis dahin ist es noch ein schwieriger Weg, denn die Konkurrenz ist groß. Zu Dimitri Pätzold (ERC Ingolstadt) und Dennis Endras (Augsburger Panther), die beim Deutschland-Cup im DEB-Team stehen, kommt für das Olympia-Turnier auch NHL-Torwart Thomas Greiss (San Jose Sharks). Und das nächste Highlight könnte schnell folgen - bei der IIHF WM 2010 in Gelsenkirchen, Köln und Mannheim.


Jakub Ficenec: Die zweite Chance

München (pps) Als Bundestrainer Uwe Krupp anrief, musste Jakub Ficenec nicht lange überlegen. „Wir waren im Bus auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Hannover“, erzählt der Verteidiger des ERC Ingolstadt: „Er hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte, für die Nationalmannschaft zu spielen. Auf jeden Fall, habe ich geantwortet.“

Beim Deutschland-Cup in München gibt der 32-Jährige nun sein Debüt im DEB-Team und soll sofort einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Er kann uns sicher kurzfristig helfen“, sagt Krupp, der viel von dem gebürtigen Tschechen hält: „Er gibt seit Jahren den Ton im Überzahlspiel an und steht regelmäßig in kritischen Situationen auf dem Eis.“

Dass er jetzt für Deutschland spielt, überrascht Ficenec selbst. Denn eigentlich hatte er anderes vor. In Hradec Kralove in Nordostböhmen geboren, ging er als 19-Jähriger nach Kanada, um den Traum von der NHL zu verwirklichen. Doch nach fünf Jahren in Nordamerika gab er auf, nahm ein Angebot der Augsburger Panther an und wollte eigentlich nicht lange in Deutschland bleiben. „Ich habe mir jedes Jahr gesagt: Das ist meine letzte Saison. Aber es hat immer so gut geklappt, also bin ich geblieben.“

Über Düsseldorf kam er nach Ingolstadt, wo er seit 2003 heimisch ist. Nach acht Jahren in Deutschland erhielt er im Frühjahr die deutsche Staatsangehörigkeit. Für seine neue Heimat könnte er nun das erreichen, was ihm mit der tschechischen Nationalmannschaft verwehrt blieb – die Olympischen Spiele mit den Besten der Besten. „Olympia in Kanada, das ist, als würde man in Brasilien oder Deutschland Fußball spielen“, sagt der Offensiv-Verteidiger, der für Tschechien in diversen Nachwuchsmannschaften spielte und für das A-Team des Olympiasiegers von 1998 ein Testspiel bestritt. Mit der DEB-Auswahl lockt nun auch eine Weltmeisterschaft in der neuen Heimat – 2010 in Gelsenkirchen, Köln und Mannheim.

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