Eine Sepp-Herberger-Idee zieht Kreise: Fünftes JVA-Projekt "Anstoß für ein neues Leben" startet in Sachsen

- Dynamo Dresden wird Partner für Sozialprojekt des Fußballs

Leipzig/Dresden, 13. Juni (pps) - Dynamo Dresden hat wegen einiger seiner Fans im Fußball einen schlechten Ruf und musste schon manche Strafe über sich ergehen lassen. Umso bemerkenswerter ist es, dass der Traditionsverein sich dazu verpflichtet hat, sich sozial im Fußball zu engagieren. In der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen, in der Nähe von Leipzig, startete am Mittwoch die Resozialisierungsinitiative "Anstoß für ein neues Leben".

Dynamo Dresden sowie Ex-DDR-Auswahlspieler Ralf Minge (36 Länderspiele) sind aktiv dabei, wenn die älteste deutsche Fußballstiftung, die von Sepp Herberger, im fünften Bundesland nach NRW, Niedersachsen, Berlin und Rheinland-Pfalz die auch von Botschafter Oliver Kahn unterstützte Aktion ("Du schaffst es!") begleitet.

Insgesamt geht es um elf Verurteilte, die eine gute Sozialprognose haben und die auf dem Weg zu einer zweiten Chance von zahlreichen Organisationen unterstützt werden. Neben der DFB-Stiftung Sepp Herberger und Dynamo Dresden wirken natürlich die JVA Regis-Breitingen, aber auch der Sächsische Fußballverband, die lokale Arbeitsagentur sowie die Handwerkskammer zu Leipzig an dem Projekt mit.

Sachsens Justizminister Dr. Jürgen Martens: "Mit diesem Projekt eröffnet sich den Jugendstrafgefangenen eine Perspektive, die sie durch ihre Begeisterung für den Fußball zu erfolgreicher Wiedereingliederung und einer Zukunft ohne Straftaten führen kann. Ich freue mich sehr über diese Kooperation, das Projekt ist ein großer Gewinn für unseren Jugendstrafvollzug. Allen, die daran mitwirken und sich für die gesellschaftliche Integration unserer Jugendstrafgefangenen einsetzen, danke ich."

Die systematische Unterstützung durch alle Beteiligten aus Sport, Justiz und Arbeitsmarkt sorgt dafür, dass den ausgewählten Projektteilnehmern künftig in den Kategorien Fußball, Arbeit/Beruf und Soziales verschiedene Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung stehen: So wird der Sächsische Fußball-Verband in der JVA Trainer- und Schiedsrichterausbildungen anbieten, die lokale Arbeitsagentur sich gemeinsam mit der Handwerkskammer zu Leipzig mit Bewerbertrainings, Berufsberatungen und weiteren spezifischen Arbeitsmarkt-Maßnahmen engagieren.

Tobias Wrzesinski, stellvertretender Geschäftsführer der ältesten deutschen Fußballstiftung, betont neben der wichtigen Rolle der lokalen Bundesanstalt für Arbeit (BA) und der Leipziger Handwerkskammer: "Wichtiger Anstoß-Partner ist die Bundesagentur für Arbeit. Es ist schön, dass sich die BA aufbauend auf den bisherigen Kooperationen mit dem DFB gemeinsam mit uns für jugendliche Straftäter engagiert. Gemeinsam wollen wir den Jugendlichen Chancen und Möglichkeiten bieten, nach der Haft direkt in die Gesellschaft zurückzufinden. Alle Bemühungen können aber nur dann erfolgreich sein, wenn die jungen Gefangenen bereit sind, ihre Chance zu nutzen und sich aktiv in das Projekt einbringen."


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Tobias Wrzesinski
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