Prinz Poldi beschert Immo Müller "Meilenstein"

Hamburg, 17. Juni (MSPW) - Norddeutscher Triumph im Finale um die Deutsche Amateur-Meisterschaft 2012: Auf der Trabrennbahn in Hamburg gewann der Unternehmer Immo Müller aus dem ostfriesischen Hooksiel mit seinem sechsjährigen Hengst Prinz Poldi nach dem Vorlauf auch das mit 30.000 Euro dotierte Finale um die nationale Krone der Amateurfahrer und feierte damit seinen bisher größten sportlichen Erfolg.

Zweite hinter dem 21:10-Favoriten wurde Katie Beer (Großenkneten) mit Attrape Moi (38:10) vor Angelika Jost-Schick (Berlin), der Deutschen Amateur-Meisterin von 2008, im Sulky von Gaius R.A. (119:10). Auf Platz vier landete mit Alfred Winzig (Straubing), der mit Olivier As (93:10) zuvor ebenfalls einen Vorlauf für sich entschieden hatte, ein weiterer früherer Titelträger. Er hatte 1996 triumphiert.

Immo Müller, als Besitzer und Züchter seit vielen Jahren im Trabrennsport aktiv, beendete mit seinem Titelgewinn die Serie bayerischer Siege bei der Deutschen Amateur-Meisterschaft. In den letzten drei Jahren hatten sich mit Peter Platzer (2011/Zorneding) sowie Marian Tux (2010/Straubing) und Dieter Steghofer (2009/Johanniskirchen) jeweils Fahrer aus Bayern durchgesetzt. "Dieser Erfolg ist ein echter Meilenstein in meinem Leben. Im Ziel standen mir die Tränen in den Augen", sagte Immo Müller, der früher auch als Tierarzt tätig war, nach dem Volltreffer mit Prinz Poldi, den er einst nach Fußball-Nationalstürmer Lukas Podolski benannt hatte. Der Hengst erhöhte seine Gewinnsumme dank der beiden Siegprämien um 16.400 Euro auf 24.597 Euro.

Im Finale, einer Bänderstart-Prüfung über die Grunddistanz von 2.200 Metern, hatte Immo Müller mit Prinz Poldi den Bandvorteil und die günstige Startnummer "1" ausgenutzt und gleich zu Beginn des Rennens die Führung übernommen. Zwischenzeitlich wurde er an der Spitze zwar vom Außenseiter Utopiste du Manoir (338:10) mit André Pögel (Baruth) abgelöst, war dann aber vor dem Schlussbogen wieder zur Stelle und setzte sich deutlich von den Verfolgern ab. Der überlegene Sieger Prinz Poldi hatte am Ende viereinhalb Längen Vorsprung vor Attrape Moi, der allerdings ebenso wie der drittplatzierte Gaius R.A. aus dem dritten Band gestartet war und damit 40 Meter mehr zurücklegen musste.

Für eine Sensation sorgte der sechsjährige Wallach Kir Royal Diamant mit Besitzer Andreas Schwarz (Langenmosen) in dem mit dem 5.734 Euro dotierten B-Finale. Der 229:10-Außenseiter, der in seinem Vorlauf als Vierter den "großen" Endlauf verpasst hatte, verwies die 25:10-Favoritin Grace Kelly mit dem dreimaligen Deutschen Amateur-Meister Heinrich Gentz (Kaarst) im Sulky und Höwings Okeanos Z (55:10) mit Michael Hamann (Berlin) auf die Plätze. Das C-Finale um 4.734 Euro gewann der Mitfavorit Erol Bo (30:10). Für seinen Fahrer und Besitzer Hans-Ulrich Bornmann (Ennepetal) war es insgesamt der 200. Sieg.

Buddenbrock-Trial I: Casanova bleibt auf Derby-Kurs

Der dreijährige Hengst Casanova, den der Niederländer Paul Hagoort (Oldetrijne) für die Brüder Willem und Leendert Gerrits (Helmond) trainiert, bleibt auf Kurs in Richtung Deutsches Traber-Derby. Der 14:10-Favorit gewann mit Champion Roland Hülskath (Mönchengladbach) den mit 7.000 Euro dotierten Trial I zum Buddenbrock-Rennen mit turmhoher Überlegenheit und blieb auch bei seinem dritten Start ungeschlagen.

Mit sechseinhalb Längen Rückstand belegte der 229:10-Außenseiter Mister John, gesteuert von Thomas Panschow (Bladenhorst), den zweiten Platz vor CC Rider (365:10) mit dem zuletzt lange Zeit in Italien tätigen Heiko Schwarma (Moers). Beide Pferde werden von Gerhard Holtermann in Bladenhorst vorbereitet. Der mehrmalige Trainer-Champion zeigte sich zufrieden: "Mister John und Cc Rider haben sich sehr gut verkauft und bleiben Kandidaten für einen Derby-Start." Vierter wurde Stackato, der Marion Jauß (Neritz) gehört, mit Michael Nimczyk (Willich).

Einen Favoritensieg gab es auch im Stutenlauf (3.500 Euro). Die von Holger Neumann (Neuenkirchen) trainierte Helena von Haithabu setzte sich mit Thomas Panschow im Sulky zum Totokurs von 19:10 gegen ihre sieben Konkurrentinnen durch. Like me (38:10), gefahren von Michael Nimczyk, und Photo du Monde (29:10) mit Jan Wagenaar (Otterlo, NL) belegten die nächsten Plätze.

Der Trial II zum Buddenbrock-Rennen, ebenfalls dotiert mit 7.000 Euro, wird am 1. Juli auf der Bahn in Gelsenkirchen entschieden. Der mit 25.000 Euro dotierte Hauptlauf, der als Derby-Generalprobe gilt, steht am 15. Juli in Berlin-Mariendorf auf dem Programm. Dann ist auch ein Stutenlauf um Prämien von 12.500 Euro vorgesehen.

Stuten-Preis: Bongartz-Stute El Conchita überrascht

In dem mit 10.000 Euro dotierten Stuten-Preis sorgte El Conchita mit Thomas Panschow im Sulky für eine faustdicke Überraschung. Die 147:10-Außenseiterin aus dem Mitbesitz von Ex-Fußballprofi Hannes Bongartz (Bottrop) und Johann "Jupp" Hofstetter (Essen) kam nach einem verdeckten Rennen auf der Zielgeraden richtig auf Touren und machte dank eines starken Endspurtes ihren 30. Sieg beim insgesamt 82. Start perfekt. Die von Thomas Welsing (Hamminkeln) trainierte Stute siegte am Ende sicher mit eineinhalb Längen vor der favorisierten Sugar (32:10) mit Daniel Wagner (Zossen) im Sulky. Dritte wurde Ariane Beemd (43:10) mit Robin Bakker (Deurze, NL).

"Großes Kompliment an Thomas Panschow, der El Conchita zu einem Traumrennen verholfen hat", lobte Mitbesitzer Hannes Bongartz den bestens aufgelegten Fahrer, der in Hamburg bei insgesamt vier Starts zu drei Siegen und einem zweiten Platz kam. "Im Einlauf hat El Conchita ihr Kämpferherz unter Beweis gestellt", freute sich Bongartz.

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