Heimvorteil für Hülskath gegen Europas Fahrer-Elite

Hamburg, 14. September (MSPW) - Zum ersten Mal findet an diesem Wochenende die Europameisterschaft der Berufs-Trabrennfahrer in Hamburg statt. Auf der Rennbahn in Bahrenfeld kämpfen am Samstag und Sonntag zwölf Sulky-Profis, darunter der viermalige deutsche Champion Roland Hülskath aus Mönchengladbach, in acht Wertungsläufen um den begehrten Titel, der seit 1969 vergeben wird. Deutschland ist zum dritten Mal Austragungsort der kontinentalen Meisterschaft. 1987 fand die EM in Recklinghausen statt, 2006 in Berlin.

Bei der letzten Auflage vor zwei Jahren in Italien konnte Enrico Bellei seinen Heimvorteil nutzen. Bei seinem Triumph verwies er den damaligen deutschen Teilnehmer Michael Nimczyk (Willich) auf Rang zwei. Bellei ist auch diesmal wieder dabei und hat damit in der Hansestadt die Chance, seinen Titel zu verteidigen.

Der deutsche "Goldhelm" Roland Hülskath nahm bisher erst einmal an einer EM teil und wurde 2008 in Dänemark auf Anhieb Europameister. "Mein Ziel ist erneut der Titel", gibt sich der Gewinner von insgesamt mehr als 2.900 Rennen selbstbewusst. "Entscheidend wird sein, in den acht Läufen möglichst keinen einzigen Fehler zu machen."

Hülskath ist der bisher letzte von sechs deutschen Fahrern, die bei der Europameisterschaft triumphieren konnten. Rekord-Champion Heinz Wewering (1978, 1979, 1984 und 1988) gewann den Titel gleich viermal, Eddy Freundt (1970), Horst Bandemer (1975), Rolf Dautzenberg (1976) und Manfred Zwiener (2000) waren je einmal erfolgreich.

Die europäische Traber-Vereinigung U.E.T. hatte die Europameisterschaft in diesem Jahr nach Deutschland vergeben. In Absprache mit dem Hauptverband für Traberzucht (HVT) fiel die Wahl auf die Bahn in Hamburg, wo der Titelträger nun an zwei Tagen ermittelt wird. "In Bahrenfeld sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Europameisterschaft ideal", betont HVT-Präsident Heinz Tell. "Das Geläuf zählt zu den besten in ganz Europa und der moderne Tribünenkomplex bietet jeden nur erdenklichen Komfort. Wir sind sicher, dass Hamburg eine EM veranstaltet, die Maßstäbe setzt."

Die EM startet am Samstag mit den ersten vier Wertungsläufen, Sonntag fällt in weiteren vier EM-Rennen die Entscheidung. Zu den Stars, die in Hamburg dabei sind, zählen neben Titelverteidiger Enrico Bellei, der im vergangenen Jahr die meisten Siege aller Teilnehmer eingefahren hatte (410), und Ex-Europameister Roland Hülskath unter anderem auch der Schwede Björn Goop, der Franzose Pierre Vercruysse, der Österreicher Gerhard Mayr sowie Eirik Hoitomt (Norwegen), der WM-Dritte von 2009.

In Hamburg tritt zum ersten Mal eine Neuerung in Kraft. Die Pferde wurden nach ihrer aktuellen Leistungsstärke in vier verschiedene Gruppen eingeteilt, aus denen den Fahrern jeweils zwei Pferde zugelost wurden, um die Chancengleichheit zu erhöhen. "Wir räumen mit diesem Modus jedem Fahrer faire Chancen auf den Titel ein und hoffen außerdem, die Europameisterschaft damit bis zum letzten Lauf spannend halten zu können", sagt HVT-Präsident Heinz Tell. "Am Ende wird derjenige Fahrer Europameister, der sowohl die vermeintlichen Elfmeter verwandelt als auch mit den schwächeren Kandidaten punktet."

Für den Sieg in einem Wertungslauf werden 19 Punkte vergeben, der jeweilige Zweitplatzierte erhält 14, der Dritte elf Zähler. Ab Rang vier (neun Punkte) gibt es pro Platzierung bis hin zum Zwölften (ein Punkt) jeweils einen Zähler weniger. Wird ein Starter disqualifiziert oder angehalten, bekommt der Fahrer ebenfalls einen Punkt. Bei einem Nichtstarter werden als Mittelwert sechs Zähler gutgeschrieben.

Die zwölf Teilnehmer an der Europameisterschaft in Hamburg im Überblick: Noel Baldacchino (Malta), Enrico Bellei (Italien), Mika Forss (Finnland), Björn Goop (Schweden), Eirik Hoitomt (Norwegen), Roland Hülskath (Deutschland), Marc Huygens (Belgien), Rene Kjaer (Dänemark), Csaba Lakatos (Ungarn), Gerhard Mayr (Österreich), Antonio Frontera Pocovi (Spanien), Pierre Vercruysse (Frankreich).

Trial I zum Preis des Winterfavoriten am Sonntag

Neben den acht EM-Läufen zählt der mit 7.000 Euro dotierte Trial I zum Preis des Winterfavoriten zu den Höhepunkten auf der Hansestadt-Bahn. Der Andrang ist groß: Gleich 13 zweijährige Traber kämpfen am Sonntag um die Siegprämie von 3.500 Euro. Mit der von Michael Nimczyk (Willich) für Besitzerin Marion Jauß (Neritz) aufgebotenen Stute Fairness ist auch die Überraschungssiegerin aus dem Trial II zum Jugend-Preis (7.000 Euro) in Berlin-Mariendorf am Start. In der Hauptstadt war Fairness bei ihrem ersten und bisher einzigen Start als 203:10-Außenseiterin nicht zu bezwingen.

Ebenfalls als frischer Sieger nimmt Kemas Crown (Roland Hülskath) das 1.680 Meter-Rennen in Hamburg in Angriff, die von Michael Schmid (Oberhausen) für Marion Jauß gesteuerte Stute Fräulein Wunder war in dem Trial II zum Jugend-Preis immerhin Zweite zu ihrer Stallgefährtin Fairness. Mit Baltic Yankee (Jorma Oikarinen/Berlin), Shoemaker (Heinrich Gentz/Kaarst), Solo con Te (Patricia Ruckdäschel/Moers) und Greenspan mit Thomas Kornau (Recklinghausen) kommen auch vier Debütanten an den Start.

Der Trial II zum Preis des Winterfavoriten, ebenfalls mit 7.000 Euro dotiert, geht am 30. September auf der Bahn in Berlin-Mariendorf über die Bühne, der Hauptlauf um 25.000 Euro wird am 14. Oktober dann wieder in Hamburg-Bahrenfeld entschieden.

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