Italiener Enrico Bellei verteidigt in Hamburg seinen Titel

Hamburg (MSPW). Der Italiener Enrico Bellei hat seinen Titel bei der Europameisterschaft der Trabrenn-Berufsfahrer verteidigt. Auf der Rennbahn in Hamburg-Bahrenfeld triumphierte Bellei nach insgesamt acht Wertungsläufen am Samstag und Sonntag gegen elf Konkurrenten. Im letzten und entscheidenden EM-Rennen reichte dem Italiener ein vierter Platz, um mit 92 Punkten den Schweden Björn Goop (88 Punkte) knapp auf Distanz zu halten. In die Medaillenränge kam auch der Österreicher Gerhard Mayr (70) als Dritter.

Für den deutschen Vertreter Roland Hülskath endete seine zweite Teilnahme an einer Europameisterschaft mit einer Enttäuschung. Nachdem er als Fünfter in den zweiten Tag gestartet war, fiel der Europameister von 2008 nach einer Disqualifikation sowie den Plätzen vier, acht und zehn mit insgesamt 48 Punkten in der Gesamtwertung noch auf Rang neun zurück. Der Mönchengladbacher verpasste damit auch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2013 in Frankreich, für die sich die sechs besten europäischen Fahrer qualifizieren konnten.

Der alte und neue Titelträger Enrico Bellei, der insgesamt zwei der acht Läufe für sich entscheiden konnte, ist erst der dritte Fahrer in der EM-Geschichte, der den Titel verteidigen konnte. Zuvor war dieses Kunststück lediglich dem deutschen Rekord-Champion Heinz Wewering (1978 und 1979) sowie gleich zweimal dem Finnen Pekka Korpi (1980, 1981, 1982) gelungen.

Nach zwei Siegen am Eröffnungstag konnte Bellei seiner Bilanz am entscheidenden zweiten EM-Tag zwar keinen weiteren Sieg hinzufügen, doch die Plätze zwei, drei und vier (einmal war er Nichtstarter) reichten zum erneuten Triumph. Der EM-Zweite Björn Goop war mit drei Volltreffern zwar der siegreichste Teilnehmer, doch eine Disqualifikation im ersten Rennen des zweiten Tages kostete ihn wichtige Punkte.

Dennoch fiel die Entscheidung erst im letzten EM-Lauf. Mit gerade einmal drei Zählern Vorsprung auf Björn Goop war der italienische Spitzenfahrer Enrico Bellei in das letzte Rennen gestartet. Mit Monet Lavec belegte er Rang vier, einen Platz vor Sir Athos mit Björn Goop.

Allerdings musste Bellei im Anschluss an das letzte Rennen noch einige Minuten um seinen erneuten EM-Triumph bangen. Denn die Rennleitung überprüfte den Ausgang des Rennens wegen einer Situation im direkten Duell zwischen den beiden Titel-Anwärtern, beließ es jedoch bei der ursprünglichen Reihenfolge.

„Es war eine fantastische Europameisterschaft“, strahlte Bellei. „Für mich waren es die ersten Starts auf der Rennbahn in Hamburg. Ich freue mich schon jetzt darauf, in die Hansestadt zurückzukommen.“

Als alter und neuer Europameister wird Enrico Bellei nun die europäische Fahrer-Fraktion bei der WM 2013 in Frankreich anführen. Auch Björn Goop, Gerhard Mayr sowie der Viertplatzierte Pierre Vercruysse (60 Punkte) aus Frankreich, Rene Kjaer (59) aus Dänemark und der Finne Mika Forss (58) schafften die Qualifikation.

Kjaer krönte mit dem fünften Gesamtrang seine bemerkenswerte Aufholjagd zum EM-Abschluss. Nach dem ersten Tag hatte er mit sieben Zählern noch abgeschlagen am Ende des Feldes gelegen. Doch mit zwei Siegen und 52 Zählern war er am zweiten Tag der dominierende Fahrer und holte die meisten Punkte aller Teilnehmer.

Der EM-Endstand nach acht Wertungsläufen:
1. Enrico Bellei (Italien) 92 Punkte
2. Björn Goop (Schweden)88 Punkte
3. Gerhard Mayr (Österreich) 70 Punkte
4. Pierre Vercruysse (Frankreich) 60 Punkte
5. Rene Kjaer(Dänemark) 59 Punkte
6. Mika Forss (Finnland) 58 Punkte
7. Antonio Frontera Pocovi (Spanien) 54,5 Punkte
8. Eirik Hoitomt (Norwegen) 52 Punkte
9. Roland Hülskath (Deutschland) 48 Punkte
10. Noel Baldacchino (Malta) 36 Punkte
11. Csaba Lakatos (Ungarn) 33 Punkte
12. Marc Huygens (Belgien) 25,5 Punkte


Ocean Dream im Trial I zum „Winterfavoriten“ überlegen

Eine deutliche Angelegenheit war der mit 7.000 Euro dotierte Trial I zum Preis des Winterfavoriten für Zweijährige über 1.680 Meter. Für Besitzer Franz Klein (Versmold) kam die 25:10-Favoritin Ocean Dream mit dem deutschen Rekord-Champion Heinz Wewering (Berlin) im Sulky zu einem überlegenen Erfolg in der Hansestadt.

Die siegreiche Stute hatte bereits frühzeitig die Spitze erobert und verwies mit der von Michael Schmid (Oberhausen) für Marion Jauß (Neritz) aufgebotenen Fräulein Wunder (82:10) eine weitere Stute auf Platz zwei. Dritter wurde der Debütant Baltic Yankee (90:10) mit seinem finnischen Trainer Jorma Oikarinen (Berlin).

Der ebenfalls mit 7.000 Euro dotierte Trial II zum Preis des Winterfavoriten wird am Sonntag, 30. September, in Berlin-Mariendorf entschieden. Der Hauptlauf (25.000 Euro) findet am Sonntag, 14. Oktober, in Hamburg statt.

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