Heinz Wewering fordert europäische Hochkaräter

Gelsenkirchen, 20. September (MSPW) - Das am höchsten dotierte Trabrennen des Jahres auf deutschem Boden findet am Sonntag auf der Rennbahn in Gelsenkirchen statt. Wenige Tage vor dem 100. Geburtstag der Bahn am Nienhausen Busch steigt dort ein Renntag der Superlative rund um den mit 400.000 Euro dotierten Grand Prix de l'U.E.T., dem Europa-Derby der Vierjährigen.

Zu den weiteren Höhepunkten zählt das mit 25.000 Euro dotierte Deutsche Traber-St. Leger, die klassische Derby-Revanche über die 2.600 Meter-Distanz. Insgesamt werden in Gelsenkirchen an nur einem Tag Preisgelder von rund 500.000 Euro ausgeschüttet. Allein an den Besitzer des Siegers des erstmals in Gelsenkirchen ausgetragenen Grand Prix de l'U.E.T. über 2.600 Meter gehen 200.000 Euro. Zwölf europäische Spitzen-Gespanne sind am Start, die sich in vier Vorläufen in Paris-Vincennes und im schwedischen Solvalla qualifiziert hatten.

Für die deutsche Note sorgt Rekord-Champion Heinz Wewering (Berlin). Der 29-malige Deutsche Meister steuert den französischen Hengst Up and Quick, für den ursprünglich der Franzose Eric Raffin als Fahrer vorgesehen war. "Für so ein bedeutendes Rennen überhaupt ein Pferd zu bekommen, ist schon eine Auszeichnung", freut sich Wewering, Gewinner von mehr als 16.600 Rennen.

Eine ähnliche Konstellation hatte es bereits vor Wewerings Triumph im Europa-Derby der Vierjährigen 1995 auf der Rennbahn in München-Daglfing gegeben. Es war das bisher einzige Mal, dass der Grand Prix auf einer deutschen Bahn ausgetragen wurde. Wewering war damals kurzfristig als Fahrer von Derby du Gite eingesprungen, weil dessen Trainer und Fahrer Sylvain Lelievre Probleme bei der Anreise hatte. Wewering vertrat den Franzosen bei seiner einzigen Grand Prix-Teilnahme blendend und gewann als erster und bis heute einziger deutscher Fahrer den hochdotierten Vierjährigen-Klassiker, der seit 1985 ausgetragen wird.

Deutsche Pferde konnten den Grand Prix zweimal gewinnen. General November (1997 in Vincennes) und Abano As (2001 in Caen) siegten jeweils für Deutschland. In diesem Jahr hat es kein deutsches Pferd in das Finalfeld geschafft. Die Stute Lobell Countess, Gewinnerin des Deutschen Traber-Derbys 2011, hatte als Sechste ihres Vorlaufs auf der Nobel-Bahn in Vincennes den Einzug in das Finale verpasst.

Der von Michael Schmid (Oberhausen) vorbereitete holländische Hengst Bentley Karan aus dem Besitz des Stalles Vibelzee von Ger Visser (Deventer) zog dagegen in den Endlauf ein. Wie schon bei seinem dritten Platz im Vorlauf wurde erneut der belgische "Hexenmeister" und viermalige Prix d'Amerique-Sieger Jos Verbeeck als Fahrer verpflichtet.

Als Favorit geht der als "Wunderhengst" geltende Brad De Veluwe mit seinem finnischen Trainer Tuomas Korvenoja ins Rennen. Von seinen 22 Auftritten gewann der Hengst nicht weniger als 19, verdiente beachtliche 679.300 Euro. Brad De Veluwe hält außerdem mit 1:09,7 Minuten den Weltrekord für Vierjährige auf 1.000-Meter-Bahnen.

Mit Spannung wird das Aufeinandertreffen zwischen Brad De Veluwe und dem französischen Spitzen-Hengst Unique Quick erwartet, der als stärkster Vertreter aus dem Nachbarland gilt. In Sachen Gewinnsumme steht er dem finnischen Favoriten kaum nach. Denn Unique Quick hat auch schon 631.500 Euro auf seinem Konto. Nachdem ihn Franck Nivard als Vorlaufsieger qualifiziert hatte, wird der Hengst in Gelsenkirchen von seinem Trainer Franck Leblanc gesteuert.

Zum Kreis der Sieganwärter zählt mit Univers de Pan (Gewinnsumme: 342.300 Euro) ein weiterer Vertreter Frankreichs, der von seinem Trainer Philippe Daugeard gefahren wird. Der Hengst erreichte ebenfalls als Sieger eines Vorlaufs das große Finale.

Deutsches Traber-St. Leger mit Derbysieger Dream Magic BE

Mit Dream Magic BE ist auch der aktuelle Deutsche Derbysieger am Sonntag in Gelsenkirchen am Start. In dem mit 25.000 Euro dotierten Hauptlauf zum Deutschen Traber-St. Leger trifft der von Josef Franzl (Sauerlach) trainierte und gesteuerte dreijährige Hengst auf neun gleichaltrige Gegner. Über die 2.600 Meter-Distanz, die viele der Teilnehmer zum ersten Mal in Angriff nehmen, ist Ausdauer gefragt.

Von sieben Starts in dieser Saison konnte Dream Magic BE, der Alois Wegscheider (Wörgl/Österreich) und Johann Holzapfel (Anzing) gehört, fünf für sich entscheiden. Bei der "Generalprobe" für das St. Leger verpasste der Hengst als Zweiter hinter dem fünfjährigen Eddington in München-Daglfing allerdings seinen dritten Erfolg hintereinander.

Zu den Gegnern von Dream Magic BE zählt unter anderem Comeonhill mit dem aktuellen deutschen Champion Roland Hülskath (Mönchengladbach) im Sulky. Der Hengst hatte als Sechster seines Vorlaufs das Derby-Finale verpasst, nachdem ihm in der Anfangsphase des Rennens ein Fehler unterlaufen war.

Georgina Corner im St. Leger-Stutenlauf favorisiert

Den sechsten Sieg in Serie könnte Georgina Corner, Gewinnerin des Arthur Knauer-Rennens (Stutenderby), in dem mit 12.500 Euro dotierten Stutenlauf zum Deutschen Traber-St. Leger landen. Die von Thorsten Tietz (Schöneiche) gefahrene Gewinnerin von 60.708 Euro muss sich wohl in erster Linie mit der vom Niederländer Arnold Mollema (Wolvega, NL) trainierten und gesteuerten Proud Wood auseinandersetzen.

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