"Kinderspiel" für schnellen Catch Glory-Hengst

Hamburg (MSPW) Die ohnehin schon beste Saison seiner Laufbahn erlebte für den bayerischen Traber-Trainer und Fahrer Josef Franzl jun. (Sauerlach) einen weiteren Höhepunkt. Franzl, der in diesem Jahr unter anderem schon das Deutsche Traber-Derby mit Dream Magic BE gewonnen hatte, triumphierte am Samstag auf der Rennbahn in Hamburg-Bahrenfeld mit dem 13:10-Favoriten Rapido Ok eindrucksvoll in dem mit 25.000 Euro dotierten Preis des Winterfavoriten.

Rapido Ok, der dem Promi-Rennstall Catch Glory (Reifberg) gehört, hatte zuvor mit dem Jugend-Preis auf der Bahn in München-Daglfing bereits einen Zweijährigen-Klassiker für sich entschieden. Für Josef Franzl jun. war es ebenso wie im Derby und im Jugend-Preis auch im "Winterfavoriten" der erste Triumph seiner Karriere.

Überlegen mit dreieinhalb Längen verwies Rapido Ok bei seinem erst zweiten Start den lange führenden Mitfavoriten Prince Flevo (35:10), gesteuert vom vielfachen bayerischen Champion Helmut Biendl, auf den zweiten Platz. Dritte wurde überraschend die 229:10-Außenseiterin Dear Butcher mit Robbin Bot (Ascheberg) vor Inari (132:10), gesteuert von Thomas Panschow (Bladenhorst) für Besitzerin Marion Jauß (Neritz). Als Fünfte war Höwings Shiva Z (138:10) mit Constantin Vergos (Herten) schon deutlich zurück. Der Hengst Shoemaker (166:10) mit Victor Gentz (Kaarst) im Sulky wurde ebenso nach einem Fehler disqualifiziert wie die Jauß-Stute Fairness mit Michael Nimczyk (Willich).

Von den bekannten Besitzern des Stalles Catch Glory erlebten Spielerberater Roger Wittmann und seine Lebensgefährtin, die frühere Weltklasse-Tennisspielerin Anke Huber, den zweiten wertvollen Sieg ihres Hengstes persönlich mit, drückten auf der Rennbahn erfolgreich die Daumen. "Ich bin jetzt auch schon zehn Jahre dabei und es macht großen Spaß, vor allem bei solchen Siegen", strahlte Anke Huber. Außerdem gehören Ex-Nationalspieler Mario Basler und seit wenigen Monaten auch Fußballprofi Kevin Prince Boateng vom italienischen Spitzenclub AC Mailand zu den Besitzern des Stalles Catch Glory.

Weil er nicht optimal vom Start weggekommen war, lag Rapido Ok lange Zeit hinter Prince Flevo in zweiter Position, zog aber auf der Zielgeraden unwiderstehlich davon, ohne dass ihm sein Fahrer alles abverlangen musste. "Es war für Rapido Ok ein Kinderspiel und auch ein wertvoller Lernprozess. Er kann schließlich nicht jedes Rennen von der Spitze aus gewinnen", lobte Josef Franzl jun., der mit seinem Schützling jetzt eine hochkarätige Prüfung in Italien ins Visier genommen hat. "Wenn er das Rennen gut weggesteckt hat, dann wollen wir ihn in drei Wochen in Mailand an den Start bringen. In der aktuellen Verfassung müssen sich die Gegner auch dort warm anziehen", ist der Trainer überzeugt.

Wewering-Triumph in der Entlastung zum "Winterfavoriten"

Einen Tag vor dem mit 197.830 Euro dotierten Großen Preis von Deutschland für Vierjährige, dem Höhepunkt des dreitägigen Grand Prix-Meetings in der Hansestadt, fügte der deutsche Rekord-Champion Heinz Wewering (Berlin) seiner einmaligen Erfolgsbilanz einen weiteren Volltreffer hinzu. Der Gewinner von mehr als 16.600 Rennen gewann mit Grandiosa Bo aus dem Besitz von Hans-Ulrich Bornmann (Stall Habo/Ennepetal) den mit 7.000 Euro dotierten Entlastungslauf zum Preis des Winterfavoriten Start-Ziel zum Totokurs von 114:10.

Die zweijährige Stute hatte sofort die Führung übernommen und wehrte sämtliche Angriffe erfolgreich ab. Grandiosa Bo verwies den 19:10-Favoriten Lucky Luke mit Michael Schmid (Oberhausen) und den krassen Außenseiter Dinos Flevo (598:10) mit Reinier Feelders (Kevelaer) auf die Plätze. "Grandiosa Bo verfügt über eine sehr gute Grundschnelligkeit und ist mit ihrem schnellen Start auf der Meile sehr gut aufgehoben", sagte Siegfahrer Heinz Wewering.

Trial II zum Bayern-Pokal: Amor Viking macht Hattrick perfekt

Einen bayerischen Doppelsieg gab es in dem mit 7.000 Euro dotierten Trial II zum Bayern-Pokal für Dreijährige. Der 30:10-Mitfavorit Amor Viking, gesteuert von seinem Trainer Josef Franzl jun., setzte sich sicher mit einer Länge vor dem 181:10-Außenseiter Cotton Rich mit Georg Frick (Hohenlinden) durch. Für Amor Viking, der schon den Trial I in Berlin-Mariendorf für sich entschieden hatte, war es bereits der dritte Volltreffer in Serie. Auf Rang drei landete der lange führende Spicy A. mit Thorsten Tietz (Schöneiche) im Sulky. "Noch vor einigen Monaten hatte Amor Viking mit Atemwegsproblemen zu kämpfen. Er bekommt jetzt erst einmal eine verdiente Pause", verriet Formfahrer Franzl.

Im Stutenlauf (3.500 Euro) triumphierte die Traber-Familie Nimczyk (Willich) auf ganzer Linie. Der zweimalige Berufsfahrer-Champion Michael Nimczyk siegte mit der 105:10-Außenseiterin Hiva, die Vater Wolfgang Nimczyk für Michaels jüngere Schwester Cathrin trainiert. Auf der Linie hatte Hiva den hauchdünnen Vorteil von einem Kopf vor Tara Hall (136:10) mit "Goldhelm" Roland Hülskath im Sulky. Dritte wurde Anke Way (72:10) mit Dennis Spangenberg (Schöneiche). Die 14:10-Favoritin Zora Island mit Thorsten Tietz (Schöneiche) war schon kurz nach dem Start wegen einer Galoppade disqualifiziert worden.

"Nach einem eher ungünstigen Rennverlauf durch äußere Spuren war Hiva auf der Zielgeraden voll da und hat das sehr gut gemacht", strahlte Michael Nimczyk bei der Siegerehrung. Der mit 25.000 Euro dotierte Hauptlauf zum Bayern-Pokal wird am kommenden Sonntag, 21. Oktober, auf der Trabrennbahn in München-Daglfing entschieden. Dort ist auch ein Stutenlauf (12.500 Euro) geplant.


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