On Track Piraten "raubt" Brad de Veluwe den Sieg

Hamburg, 14. Oktober (MSPW) - Der belgische "Hexenmeister" Jos Verbeeck hat das fast Unmögliche geschafft: In dem mit 197.830 Euro dotierten Großen Preis von Deutschland auf der Trabrennbahn in Hamburg triumphierte Verbeeck mit dem schwedischen Hengst und 109:10-Außenseiter On Track Piraten. In einem packenden Endspurt kämpfte sich der Überraschungssieger in dem Vierjährigen-Klassiker über die 2.720 Meter-Distanz am haushohen 10:10-Favoriten und finnischen Superstar Brad de Veluwe mit seinem Trainer Tuomas Korvenoja vorbei.

"Ich kannte das Pferd vorher nur aus dem Fernsehen und aus Zeitungen", strahlte der viermalige Prix d'Amerique-Sieger Jos Verbeeck nach seinem zweiten Triumph im Großen Preis von Deutschland nach 1996 (mit Mayfair). "Hexen musste ich nicht. Denn On Track Piraten hat eine erstklassige Leistung gezeigt. Kompliment auch an Brad de Veluwe, der ein prima Rennen gelaufen ist. Vielleicht musste er auf den letzten Metern der langen Saison Tribut zollen", sagte Verbeeck.

Den skandinavischen Dreifachsieg machte der schwedische Hengst Angelo (203:10) mit Ulf Ohlsson auf Rang drei perfekt. Der Drittplatzierte hatte mehr als zehn Längen Rückstand auf Brad de Veluwe, der gleich nach dem Start die Spitze übernommen hatte. On Track Piraten hielt sich stets im Windschatten und zog auf der Zielgeraden vorbei.

Bemerkenswert: Der Sieger gehört dem Stall Mörkermasse, einer vierköpfigen Besitzergemeinschaft aus Schweden. Im Besitz des Stalles befindet sich nur ein einziges Pferd: On Track Piraten nämlich, der mit seinem Erfolg im Großen Preis von Deutschland 98.915 Euro verdiente und seine Gewinnsumme auf über 270.000 Euro steigerte.

"Das macht den Reiz unserer Sportart aus", resümierte Heinz Tell, Präsident des deutschen Traberdachverbandes HVT, nach einem der bedeutendsten Rennen des Jahres auf deutschem Boden. "Nicht immer gewinnt auch der Favorit. Brad de Veluwe hat trotzdem das Zeug, weltweit für Furore zu sorgen." Der finnische Superstar, erst vor wenigen Wochen in Gelsenkirchen Sieger im Grand Prix de l'U.E.T., dem Europa-Derby der Vierjährigen, hat für seine Besitzer bereits mehr als 900.000 Euro gewonnen.

Favoritin gewinnt Großen Stuten-Preis von Deutschland

Die Favoritin gab sich in dem mit 20.000 Euro dotierten Großen Stuten-Preis von Deutschland keine Blöße. Zum Totokurs von 14:10 triumphierte die von Hugo Langeweg (Schagerbrug, NL) trainierte und gesteuerte vierjährige Bibi Kievitshof für niederländische Farben gegen sechs gleichaltrige Gegnerinnen. Für die Siegerin war es der vierte Erfolg beim achten Start in diesem Jahr.

Bibi Kievitshof hatte nach knapp einer Runde die Führung übernommen und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Platz zwei belegte Langewegs Landsmann Rob de Vlieger (Zwaanshoek) mit der 374:10-Außenseiterin Bucky's Girl, die auf der Zielgeraden mächtig schnell wurde, Bibi Kievitshof aber nicht mehr abfangen konnte. Einen niederländischen Dreifacherfolg verhinderte Seda Rapide (66:10) aus dem Besitz von Marion Jauß (Neritz) mit Michael Nimczyk (Willich).

"Ich bin in der Endphase des Rennens etwas zu früh losgefahren", gab sich Langeweg, der zuvor in Hamburg noch nie ein Rennen gewonnen hatte, selbstkritisch. "Deshalb hat am Ende ein wenig die Kraft gefehlt. Glücklicherweise hat der Vorsprung gereicht."

Punchy besiegt Quinoa du Gers im Grand Prix d'Hambourg

Eine erfolgreiche Revanche gab es im Grand Prix d'Hambourg, dotiert mit 50.000 Euro. Der 29:10-Mitfavorit Punchy mit seinem französischen Trainer Jean Boillereau setzte sich in einem spannenden Endspurt gegen Quinoa du Gers (22:10) mit dem Franzosen Matthieu Abrivard durch. Beim letzten Aufeinandertreffen in Spanien (Mallorca) hatte Punchy noch das Nachsehen.

Rang drei hinter dem Favoriten-Duo ging in der Hansestadt an den 327:10-Außenseiter Robert Keeper mit dem aktuellen deutschen Champion Roland Hülskath (Mönchengladbach). Der Drittplatzierte profitierte dabei von einer Disqualifikation. Die Stute Roxana de Barbray (180:10), die mit Barbara Motte aus Frankreich zunächst als Dritte das Ziel erreicht hatte, wurde wegen einer rennentscheidenden Behinderung des schließlich viertplatzierten Perlando (44:10) mit Jos Verbeeck von der Rennleitung aus der Wertung genommen.

Gleich zweimal war der "trabende Geldschrank" Neo Holmsminde in Hamburg erfolgreich. Mit seinem dänischen Trainer Steen Juul gewann der siebenjährige Hengst seinen Vorlauf (10.000 Euro) und auch das Finale (40.000 Euro) um den Hamburg-Cup und schraubte seine Gewinnsumme auf rund 530.000 Euro. Nach einem vierten Rang im Vorlauf belegte der fünfjährige Hengst Alegro (68:10), gesteuert von seinem bayerischen Trainer Josef Franzl jun. (Sauerlach), im Finale den zweiten Platz vor Having Said That mit dem Schweden Johnny Takter.

Für die beiden deutschen Pferde im Neuner-Feld - Brasil Boko war als Nichtstarter gemeldet worden - reichte es nicht zu einer Spitzenplatzierung. Der von Gerhard Biendl (München) für den Stall Express von Harald Krogmann (München) aufgebotene Cao Dai (559:10) wurde Siebter und holte damit die letzte Prämie in Höhe von 1.650 Euro. Der 932:10-Außenseiter Jaycee, trainiert von Daniel Wagner (Zossen) für den Bremer Jürgen C. Dieck, landete mit Thomas Panschow (Bladenhorst) im Sulky auf Platz neun.

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