Traben: Zweitägiges Breeders Crown-Meeting in Gelsenkirchen
Deutschlands Jahrgangs-Beste werden gesucht


Gelsenkirchen (MSPW) Die nur inländischen Trabern vorbehaltenen Rennen um die Breeders Crown zählen traditionell zu den Höhepunkten des Veranstaltungskalenders. Am Samstag und Sonntag ist Gelsenkirchen dabei zum vierten Mal Alleinveranstalter der hochdotierten Jahrgangs-Rennen. Der Start des ersten Rennens am Samstag ist für 17.40 Uhr geplant, Sonntag beginnt die Großveranstaltung mit dem ersten Rennen um 13.40 Uhr.

Im Mittelpunkt der Doppel-Veranstaltung stehen die acht Hauptläufe um die Breeders Crown. Getrennt nach Geschlechtern kämpfen die Zwei-, Drei- und Vierjährigen sowie die Fünf- bis Siebenjährigen um Prestige und eine Menge Geld. Allein die acht Hauptläufe sind mit über 268.000 Euro dotiert. Insgesamt werden an den beiden Tagen zusätzlich zu den acht Hauptläufen auch noch acht Breeders Crown-Entlastungen und zwei Rahmenrennen ausgetragen. Die Gesamtdotierung beträgt rund 334.000 Euro. Startberechtigt sind nur Nachkommen von Deckhengsten, die zuvor auch für die Breeders Crown (BC) nominiert wurden.

Aus ganz Europa reisen Pferde und Fahrer an. Unter anderem starten in Gelsenkirchen die schwedischen Spitzenprofis Joakim Lövgren, Erik Adielsson, Björn Goop und Jörgen Sjunnesson, der Österreicher Gerhard Mayr, der Belgier Dominik Locqueneux sowie zahlreiche Fahrer aus den Niederlanden. Außerdem ist nahezu die gesamte deutsche Sulky-Elite am Start.

Wee Catch Diamond am Samstag als Titelverteiger am Start

Die Höhepunkte am Samstag sind die beiden Hauptläufe für die fünf- bis siebenjährigen Pferde. In dem mit 41.895 Euro dotierten Rennen für die Hengste und Wallache ist der Titelverteidiger dabei. Der sechsjährige Wallach Wee Catch Diamond hatte 2011 mit Roland Hülskath (Mönchengladbach) für den in Schweden tätigen albanischen Trainer und Fahrer Lutfi Kolgjini gewonnen. Diesmal startet Wee Catch Diamond mit Michael Schmid (Oberhausen) im Sulky für eine schwedische Besitzergemeinschaft. Zu den stärksten Konkurrenten des Vorjahressiegers zählt Bagley mit Jörgen Sjunnesson. Für den siebenjährigen Wallach aus dem Besitz von Thomas und Dagmar Bosner (Bargteheide) ist es die letzte Chance, seine zweite Breeders Crown zu gewinnen. Bereits 2007 hatte er als Zweijähriger triumphiert.

Der zweite Sieg in einem Breeders Crown-Hauptlauf ist auch für die sechsjährige Parisienne Blue im Stutenlauf (47.876 Euro) für die älteren Jahrgänge möglich. Die in diesem Jahr von Thomas Panschow (Bladenhorst) gesteuerte Stute war 2010 als Vierjährige nicht zu bezwingen. Bessere Chancen meldet allerdings Elaine (Joakim Lövgren) aus dem Besitz des Gestüts Lasbek von Günter Herz (Hamburg) an.

Prince Flevo mit besten Aussichten bei den Zweijährigen

Um den ersten Breeders Crown-Triumph der Karriere geht es für die Zweijährigen, dem jüngsten rennfähigen Jahrgang, am Sonntag. Als erster Anwärter auf den Sieg in dem mit 29.300 Euro dotierten Hauptlauf für die Hengste und Wallache gilt Prince Flevo, der von Trainer Helmut Biendl (Ascha) für Thomas Berchtold und Hannelore Weber-Berchtold (München) aufgeboten wird. Der „Prinz“ gewann in diesem Jahr den Trial II zum Preis des Winterfavoriten und wurde im Hauptlauf nur von Rapido Ok, der aus italienischer Zucht stammt und deshalb in der Breeders Crown nicht startberechtigt ist, bezwungen.

In den Stutenlauf (23.440 Euro) für die Zweijährigen geht Red Riding Hood mit dem in Schweden (Blentarp) tätigen Bayern Conrad Lugauer als Mitfavoritin. Es ist ihr erstes Rennen auf deutschem Boden.

Dreijährige: Chapeau und Georgina Corner die Favoriten

Klarer Favorit in dem mit 29.600 Euro dotierten Breeders Crown-Hauptlauf für die dreijährigen Hengste und Wallache ist am Sonntag Chapeau, gesteuert von Erik Adielsson. Der vom schwedischen Spitzentrainer Stig H. Johansson (Stora Alby) für den Stall Express von Harald Krogmann (München) vorbereitete Hengst wurde in diesem Jahr unter anderem Zweiter in dem mit rund 120.000 Euro dotierten Europa-Championat der Dreijährigen in Jägersro (Schweden). Im Deutschen Traber-Derby hatte Chapeau zwar als Erster das Ziel erreicht, wurde dann aber von der Rennleitung aus der Wertung genommen, weil sein Stallgefährte Indigious einen anderen Starter rennentscheidend behindert hatte.

Eine nahezu perfekte Saison kann Georgina Corner im Stutenlauf für den Derby-Jahrgang (25.900 Euro) krönen. Denn die aktuelle Gewinnerin des Arthur Knauer-Rennens (Stuten-Derby) aus dem Besitz von Klaus Bockhoff (Recklinghausen) war bei acht ihrer neun Starts in diesem Jahr nicht zu bezwingen. Darunter fallen auch die Erfolge in den Stutenläufen zum Buddenbrock-Rennen, zum Traber-St. Leger und zuletzt zum Bayern-Pokal.

„Georgina Corner ist nach wie vor gut in Form. Wir rechnen uns einiges aus“, sagt Thorsten Tietz (Schöneiche), ständiger Fahrer der Gewinnerin von 73.208 Euro.

Zu den Konkurrentinnen von Georgina Corner gehört Enigma, die vom schwedischen Champion Björn Goop für Marion Jauß (Neritz) aufgeboten wird. Die Stute war bei ihrer Breeders Crown-Premiere im vergangenen Jahr als Zweijährige auf Anhieb erfolgreich. In dieser Saison war die Stute bei zwei ihrer acht Auftritte nicht zu bezwingen.

Vierjährige: Gerhard Biendl mit Express-Hengst Cao Dai

Das Feld im Hauptlauf für die vierjährigen Hengste und Wallache (31.200 Euro) führt der favorisierte Cao Dai für den Stall Express an. Mit seinem Trainer und Fahrer Gerhard Biendl hatte der Hengst zuletzt im Großen Preis von Deutschland in einem europäischen Spitzen-Feld Rang sieben belegt. Zu den größten Erfolgen von Cao Dai zählt der Triumph im Breeders Crown-Hauptlauf für die Dreijährigen im vergangenen Jahr, damals noch mit Erik Adielsson im Sulky.

Diesmal muss sich Cao Dai wohl in erster Linie mit dem frischen Sieger Going As, gesteuert von Formfahrer Josef Franzl (Sauerlach), sowie Jesse Kievitshof mit Dion Tesselaar (Oudeschoot) auseinandersetzen.

Derbysiegerin Lobell Countess trifft auf What a Feeling

Zu einem äußerst interessanten Aufeinandertreffen kommt es im Stutenlauf für den Vierjährigen-Jahrgang (39.000 Euro). Mit Lobell Countess ist die Siegerin des Deutschen Traber-Derbys 2011 und Breeders Crown-Gewinnerin von 2010 (als Zweijährige) die große Favoritin auf den Sieg. Für ihren niederländischen Besitzer Jasper Roos gewann Lobell Countess bisher nicht weniger als 210.887 Euro. Ihr Fahrer und Trainer ist Peter Strooper (Callantsoog, NL).

Zum Teilnehmer-Feld zählt mit What a Feeling aber auch die Siegerin aus dem Arthur Knauer-Rennen (Stuten-Derby) von 2011. Außerdem gewann die Stute aus dem Besitz von Marion Jauß - allerdings in Abwesenheit von Lobell Countess - im vergangenen Jahr auch den Breeders Crown-Hauptlauf für die dreijährigen Stuten. Als Fahrer für What a Feeling wurde Björn Goop verpflichtet.

Konkurrenz kommt für What a Feeling auch aus dem eigenen Stall. Seda Rapide, die Sechste aus dem Traber-Derby 2011, geht mit Michael Nimczyk (Willich) ins Rennen.

„Lobell Countess ist, wenn sie fehlerfrei bleibt, kaum zu bezwingen“, analysiert Marion Jauß. „In ihren letzten Rennen hat die Stute jedoch ab und zu Unsicherheiten gezeigt. Sollte das erneut passieren, dann wollen wir da sein.“


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