Michael Pfad will Eishockey den Rücken kehren

  • Ehemaliger Freezers-Geschäfsführer prangert auf SPONSORs Clubmanager Summit "ungesunde Situation" im Eishockey an

    Hamburg, 6. November - Michael Pfad (48), ehemaliger Geschäftsführer der Hamburg Freezers, will nicht mehr im Eishockey tätig sein. Am Rande des 8. SPONSORs Clubmanager Summit in Köln sagte Pfad, dass es derzeit keine Gespräche mit seinem aktuellen Arbeitgeber, der Anschutz Entertainment Group (AEG) gibt.

    Pfads Vertrag als Geschäftsführer war erst im März 2012 bis zum Ende der Saison 2013/14 verlängert worden. Mitte Oktober war er jedoch mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer der Hamburg Freezers beurlaubt worden. Gegenüber SPONSORs sagte Pfad, dass er dem Eishockey definitiv den Rücken kehren wolle. Er könne sich nicht vorstellen, dass er in der Sportart für eine andere Marke tätig sein werde als für die Freezers. Wohin es Pfad stattdessen zieht, ließ er offen.

    Pfad: "Der Fußball drückt in Deutschland alles an die Wand."

    Im Rahmen des 8. SPONSORs Clubmanager Summit in Köln hat Pfad zur aktuellen Situation der Deutschen Eishockey Liga (DEL) Stellung bezogen. Der ehemalige Freezers-Geschäftsführer prangerte einmal mehr das Ungleichgewicht bei den Erlösen aus der Medienrechtevermarktung bei den deutschen Profisportligen an. "Die kumulierten Einnahmen durch die Vermarktung der nationalen Medienrechte bei Basketball, Eishockey und Handball liegen in der kommenden Saison im Vergleich zum Fußball bei nicht einmal einem Prozent", sagte Pfad.

    Während die Deutsche Fußball Liga (DFL) in der vierjährigen Rechteperiode ab der Spielzeit 2013/14 im Schnitt 628 Millionen Euro pro Jahr mit der nationalen Vermarktung der audiovisuellen Medienrechte einnimmt, sind es nach SPONSORs-Informationen bei der Beko Basketball Bundesliga (BBL), der DKB Handball-Bundesliga (HBL) und der DEL kumuliert nicht einmal fünf Millionen Euro pro Spielzeit.

    "Das ist höchst ungesund", sagte Pfad. "Der Fußball drückt in Deutschland alles an die Wand." Weltweit sei dieser Zustand nur mit Brasilien vergleichbar. Auch in dem südamerikanischen Markt gebe es eine "sehr einfache Struktur", bei der B-Sportarten nur wenige Möglichkeiten hätten, um entsprechende Beträge aus der Vermarktung zu generieren.

    "Straubing oder Iserlohn haben einen gesunden Mittelstand"

    Bei der Vermarktung der einzelnen DEL-Clubs ist nach Ansicht von Pfad eine fehlende nationale Strahlkraft der DEL eines der Hauptprobleme: "Im Eishockey gibt es nur regionale Marken und entsprechend auch regionale Werbepartner." Lobende Worte fand der ehemalige Freezers-Geschäftsführer für "kleinere Marktteilnehmer wie Straubing oder Iserlohn, die sehr gesund wirtschaften und eine Chance haben, sich langfristig durchzusetzen, weil sie einen gesunden Mittelstand in der Stadt haben".

    In Hamburg dagegen sei dies nicht gegeben. "Es ist die reichste Stadt der EU, und da ist jedes Unternehmen, zumindest mit einer Dependance." Das Problem sei, dass jeder potenzielle Sponsor nur in den Fußball investiere. Da es dadurch in Hamburg keinen gesunden Mittelstand gebe, sei die Vermarktung extrem schwierig - nicht nur im Eishockey, sondern auch im Handball.

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