Mannheim (pps) Am Sonntag bekam Sparta Göttingen im Congress Centrum von Mannheim in der Geburtsstadt von Sepp Herberger anlässlich des 36. Todestages des Weltmeistertrainers von 1954 die mit 5.000 Euro dotierte Sepp-Herberger-Urkunde. Dem Verein aus dem Niedersächsischen Fußballverband war der Preis vom Vorstand der DFB-Stiftung Sepp Herberger im Bereich Resozialisierung zugesprochen worden.

Die Jugendabteilung von Sparta Göttingen engagiert sich seit 1985 für die Integration sozial benachteiligter Jugendlicher. Insbesondere erwähnenswert ist hier die Zusammenarbeit mit der Jugendanstalt Göttingen-Leineberg, von der Inhaftierte im offenen Vollzug in den Verein integriert werden und auch Sozialarbeit im Klub ableisten dürfen. Ebenso wichtig ist die Integrationspolitik des Klubs. Von 220 jugendlichen Mitgliedern haben 80 Prozent einen Migrationshintergrund.

Hans-Jürgen Lechte, Jugendwart von Sparta Göttingen: „Abgesehen von guten Ergebnissen, die wir natürlich auch anstreben, steht unsere Vereinsarbeit seit Jahren unter dem Motto: ‚Fußball - Medium für Sozialarbeit‘“. Und so werden die Jugendlichen auch in Planungen einbezogen, werden ihnen neue Vereine gesucht, wenn ein Umzug unumgänglich ist. Es werden auch mal Fußballschuhe gestellt, wenn diese für die betreffende Familie unbezahlbar sind.“

„Fußballvereine spielen eine entscheidende Rolle für die Resozialisierung jugendlicher Straftäter. Wenn es uns gelingt, den Jugendlichen, die einen Fehler begangen, anderen Unrecht und mitunter großes Leid zugefügt haben, eine zweite Chance zu geben, ihnen im Fußball neue Perspektiven zu eröffnen, die Möglichkeiten zu geben, neue Freunde und feste Strukturen kennenzulernen, können wir viel bewirken und unser Motto 'Mit Fußball zurück in die Gesellschaft' mit Leben erfüllen. Ein Verein, der sich genau hier in bemerkenswerter Manier engagiert, ist Sparta Göttingen aus Niedersachsen. Sepp Herbergers Lebensaufgabe wird gerade dort in besonderer Weise weitergelebt“, sagte Herberger-Urgroßneffe Michael Herberger in seiner Laudatio. Der Musikmanager gehört dem Kuratorium der ältesten deutschen Fußballstiftung an.

Was der Verein mit den 5.000 Euro macht? Lechte: „Vor allem nicht schnell ausgeben. Wir betrachten den Preis nicht als Anerkennung für geleistete Arbeit, sondern als Verpflichtung für zukünftige.“

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DFB-Stiftung Sepp Herberger
Tobias Wrzesinski
Stv. Geschäftsführer
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