Mannheim (pps) Am Sonntag bekam der Oldenburger SV von 1865 im Congress Centrum von Mannheim in der Geburtsstadt von Sepp Herberger anlässlich des 36. Todestages des Weltmeistertrainers von 1954 die mit 5.000 Euro dotierte Sepp Herberger-Urkunde. Dem Verein aus dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband war der Preis vom Vorstand der DFB-Stiftung Sepp Herberger im Bereich Sozialwerk zugesprochen worden.

Am 26. Juni 2012 hatte Kevin Borgwardt, B-Jugendspieler des Vereins, einen schrecklichen Verkehrsunfall. Als Beifahrer in einem LKW war er in ein parkendes Auto geprallt, lag mehrere Tage im Koma. Lunge und Milz waren verletzt; zwei Finger mussten amputiert werden.

Die Mannschaftskameraden beschlossen, sofort zu helfen, zumal auch die Eltern die Fahrtkosten in die Uniklinik nach Lübeck und später in die Reha nicht aufbringen konnten. Ein erster Flohmarkt brachte 300 Euro, aber das reichte natürlich bei weitem nicht. Für ein Spiel gegen die B-Junioren des FC St. Pauli wurde die Werbetrommel gerührt; es kamen 800 Zuschauer. Die 1. Herren spielten gegen den VfB Lübeck. Insgesamt kamen 7.500 Euro zusammen.

„In der Vielfalt der Anfragen und Hinweise, die uns nahezu täglich erreichen, kommt es sehr selten vor, dass sich Jugendfußballer für einen verunfallten Sportkollegen engagieren. Insofern ist das Engagement der B-Junioren des Oldenburger SV besonders hervorzuheben. Die Jugendlichen stellten vieles auf die Beine, um ihrem Teamkollegen Kevin Borgwardt in größter Not beizustehen, ihm zu zeigen, dass sie an seiner Seite sind und ihn unterstützen. Die Spieler um Kapitän Kristof Loffhagen und ihren Trainer Christian Kröger haben bewiesen, dass sie nicht nur gut Fußball spielen können, sondern über großes soziales Talent verfügen. DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun würde dieses Engagement sicher so zusammenfassen: 'Fußball - Mehr als ein 1:0!'", betonte DFB- und Stiftungsschatzmeister Horst R. Schmidt in seiner Laudatio.

Christian Kröger, Fußball-Jugendobmann des Vereins: „Kevin geht schon wieder zur Schule, aber an Fußball ist noch nicht zu denken. Was wir mit den 5.000 Euro machen, müssen wir uns noch überlegen. Mit einem Teil werden wir uns gewiss bei der Mannschaft für ihr Engagement bedanken.“

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DFB-Stiftung Sepp Herberger
Tobias Wrzesinski
Stv. Geschäftsführer
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