Iserlohn - Otto Rehhagel und Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, besuchten am Wochenende die JVA Iserlohn. Beide gehören zum Kuratorium der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes und ehrten im Auftrag der Stiftung am Ende eines spannenden Fußballturniers zehn Teams aus NRW und Rheinland-Pfalz. Turniersieger wurde das Team der JVA Iserlohn.

Es war nicht nur für das Team der JVA Iserlohn ein echtes Heimspiel. Auch für Stiftungskuratorin Dagmar Freitag fiel die Anreise kurz aus. Die Sportpolitikerin ist in Iserlohn zu Hause und ließ es sich selbstverständlich nicht nehmen, einmal mehr die Haftanstalt in Drüpplingsen zu besuchen: „Ich bin regelmäßig zu Gesprächen in der Einrichtung. Bei Sportveranstaltungen werde ich dabei immer mal wieder von Kollegen aus der Sepp-Herberger-Stiftung begleitet“, sagte die Bundestagsabgeordnete. „Vor drei Jahren war ich hier mit Oliver Kahn bei einem Fußballturnier dabei.“

Auch diesmal war sie in prominenter sportlicher Begleitung: Otto Rehhagel kam mit der 60-jährigen früheren Leichtathletin und Klaus Jahn, dem Vizepräsidenten des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen, in die Jugendhaftanstalt. Rehhagel zählt wie Dagmar Freitag zu den 24 Mitgliedern des Kuratoriums der ältesten deutschen Fußballstiftung. „Ich engagiere mich gerne für die Stiftungsarbeit“, betont der Europameister-Coach von 2004. „Es ist wichtig, dass man die Menschen nicht vergisst, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“.

Rehhagel berichtete in einer Gesprächsrunde mit den Jugendlichen aus seinem Fußballer-Leben - als Spieler und Trainer ist er ein „echtes Kind“ der Bundesliga. Den Jugendlichen riet er: „Wir können euch über den Fußball Möglichkeiten eröffnen, euch ein Stück weit begleiten. Aber es liegt an euch, nach der Inhaftierung eure Chancen zu nutzen.“

An den Besuch werden sich die jungen Inhaftierten noch lange erinnern: „Einmal ‚König Otto‘ persönlich begegnen zu dürfen, ist eine große Ehre für mich“, fasste Yusuf seine Eindrücke zusammen. Für Rehhagel selbst war es eine Premiere; nie zuvor hatte er eine Haftanstalt besucht. Seit dem Wochenende zählt er zu den Größen des deutschen Fußballs, die Sepp Herbergers Lebensaufgabe fortführen und im Dienste des „Chefs“ und dessen Stiftung Haftanstalten besuchen. Fritz Walter, Horst Eckel, Uwe Seeler, Oliver Kahn, Helmut Haller und viele weitere engagierten und engagieren sich seit Stiftungsgründung im Jahre 1977 im Bereich der Resozialisierung.

Besuch beim Talenttag des SV Oesbern

Vor dem Besuch in der Haftanstalt waren Rehhagel und Dagmar Freitag zu Gast beim Talenttag des SV Oesbern in Menden. „Als ich am Telefon erfuhr, dass Otto Rehhagel unsere Veranstaltung besuchen wird, fiel mir fast der Hörer aus der Hand“, berichtete Frauen-Trainer Thorsten Kriegesmann. Der 1976 gegründete Sportverein zählt derzeit insgesamt 350 Mitglieder. Eine besondere Bedeutung im Vereinsgefüge hat der Frauen- und Mädchenfußball. Aktuell nimmt der B-Ligist im Frauen- und Mädchenfußballbereich mit zwei Frauen-Teams und drei Nachwuchsmannschaften (U13, U15, U17) am Spielbetrieb des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) teil. Mit dem Talenttag warb der Verein um neue Spielerinnen. Der Andrang auf dem Vereinsgelände „Am Habicht“ war groß – nicht zuletzt dank Otto Rehhagel.

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DFB-Stiftung Sepp Herberger
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Stv. Geschäftsführer
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