München – Die Snooker-WM im Crucible Theatre zu Sheffield (ENG) geht in die entscheidende Phase. Der vielleicht beste Snooker-Spieler aller Zeiten, Ronnie „The Rocket“ O’Sullivan, ist erneut ins Halbfinale gestürmt (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht beendet) und steht vor der Titelverteidigung. Eurosport überträgt die WM LIVE mit Kommentator Rolf Kalb am Mikrofon.

Vor den entscheidenden Duellen erklärt Deutschlands bester Snooker-Spieler, Lukas Kleckers (17), auch den Snooker-Laien, was den fünffachen Weltmeister O’Sullivan besonders und zu einer Sport-Größe weit über seinen eigenen Sport hinaus macht.

Herr Kleckers, als Ronnie O’Sullivan 1992 professioneller Snookerspieler wurde, waren Sie noch nicht einmal geboren. Mehr als 20 Jahre später ist "The Rocket" immer noch das Non-Plus-Ultra des Snooker-Sports. Was macht ihn so besonders?

Lukas Kleckers: Es ist das Gesamtpaket! In erster Linie zeichnet ihn aber seine einzigartige Ballkontrolle aus. Es gibt keinen, der die "Weiße" so kontrolliert wie er. Das wird speziell in letzter Zeit wieder sehr deutlich. Er gewinnt die Turniere souverän - mit einer großen Dominanz. Aktuell ist er wieder einmal in absoluter Top-Form – nur wenige haben derzeit eine Chance gegen ihn.

Sie wurden 1996 geboren. In diesem Jahr machte O’Sullivan während der Weltmeisterschaft erstmals negative Schlagzeilen. Er spielte gegen den Kanadier Alain Robidoux einen ganzen Frame mit links und stellte ihn damit vor allen bloß. Warum nimmt man O’Sullivan solche Dinge im Nachhinein eigentlich nicht übel?

Lukas Kleckers: Es gibt mit Sicherheit Leute, die ihn aufgrund dieser Dinge weniger mögen. Den Frame damals mit links zu spielen, war sicherlich extrem respektlos – einfach, weil es sonst keiner gemacht hat. Heute aber wissen alle, dass O’Sullivan mit links in etwa so gut spielt wie mit rechts. Zwar gibt es Spieler, die das ein wenig beherrschen - keiner aber macht es so wie Ronnie!

Glauben Sie, der Snooker-Sport hätte in Deutschland ohne ihn diese enorme Entwicklung genommen?

Lukas Kleckers: Nein, ganz sicher nicht! Wenn ich zum Beispiel jemanden frage, ob er Snooker kennt und derjenige antwortet mit ja, kennt aber kaum einen Spieler, dann ist ihm mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zumindest Ronnie O’Sullivan ein Begriff. Er hat den Sport fast im Alleingang populär gemacht. Vom Bekanntheitsgrad ist er einzigartig!

Manche brachten O’Sullivan viele Jahre hinweg vor allem mit psychischen Problemen in Verbindung. Wie passt das zu seiner offensichtlichen Stärke als Spieler?

Lukas Kleckers: Dahingehend ist er ein Phänomen. Er hat zum Beispiel mal einen Schiedsrichter während eines Matches gefragt, wie hoch die Extra-Prämie für ein Maximum Break (Anm. d. Red.: 147) bei dem Turnier sei. Als ihm der Schiedsrichter mitteilte, dass es keine Extra-Prämie geben würde, spielte O'Sullivan sein Break zwar weiter, unterbrach es aber vor der zuletzt zu spielenden Kugel, deutete seinem Gegner den obligatorischen Handschlag an, nur um die Kugel dann doch zu lochen und den Tisch mit einer 147 zu verlassen. Das ist unglaublich!

Als Profi hat O’Sullivan seine ersten 38 Spiele gewonnen – ein Rekord, der bis heute Bestand hat. Sie befinden sich gerade etwa im selben Alter wie er damals. Wie unfassbar ist diese Statistik für Sie?

Lukas Kleckers: Das ist definitiv einzigartig! Es kommt ja auch immer auf Kleinigkeiten an. Oft geht es ganz schnell und ein vermeintlicher Favorit verliert gegen einen offensichtlich schwächeren Spieler. Daher ist dieser Wert der pure Wahnsinn!

Haben Sie das bereits legendäre Match zwischen O’Sullivan und Selby beim Masters 2014 verfolgt?

Lukas Kleckers: Ja, das habe ich, und ich musste feststellen: Zwar werden die anderen Profis in letzter Zeit nicht schlechter, O’Sullivan aber ist in der Vergangenheit noch einen Tick konstanter geworden. Aus diesem Grund haben die anderen zur Zeit auch kaum eine Chance. Es gibt inzwischen wieder weniger Skandale um ihn, es ist ein wenig ruhiger geworden. Das hilft offensichtlich.

Eurosport zeigt pro Saison 19 Turniere live. Insgesamt gibt es 800 Stunden Live-Übertragungen und 2000 Stunden Snooker pro Jahr. Warum hat Snooker in Deutschland dermaßen an Zuspruch gewonnen?

Lukas Kleckers: Ganz einfach, weil es etwas Ungewöhnliches und Spezielles ist.


Eurosport und Eurosport 2 übertragen die Snooker-WM Live

Die genauen TV-Sendezeiten bei Eurosport und Eurosport 2 entnehmen Sie bitte diesem TV-Link: http://tv.eurosport.de/tvpress.shtml?ctspo=52&ctcom=135&ctcha=201,1&ctlan=1

Eurosport und O‘Sullivan haben die exklusive Snooker-Show „Die Ronnie O‘Sullivan Show“ entwickelt, in der der fünfmalige Weltmeister alle Aspekte des Spiels beleuchtet. Die Show wird in 54 Ländern Europas ausgestrahlt und beinhaltet Aus- und Rückblicke auf Turniere, Einblick in die Snookertechnik, aber auch Interviews mit Spielern und anderen Sportstars.

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