Düsseldorf, 20.05.2014 (pps) Davis-Cup-Teamchef Carsten Arriens verfolgt in der Turnierwoche bei den DÜSSELDORF OPEN 2014 insbesondere die Spiele seiner deutschen Schützlinge. Im Interview spricht der Bundestrainer über das Turnier, die Zukunft des deutschen Tennis und die Fußball-WM.

#DDO2014: Herr Arriens, die DÜSSELDORF OPEN gehen 2014 in ihre zweite Auflage. Wie gefällt ihnen das ATP-Turnier am Rhein?

Carsten Arriens: „Es ist ein tolles Turnier, ich bin immer sehr gerne hier. Das hat natürlich auch mit meinem privaten Hintergrund zu tun. Ich habe in der Nähe – nur fünf Minuten entfernt vom Rochusclub - gewohnt und hier oft trainiert bzw. viele Jahre in der Bundesliga gespielt. Ich mag die Anlage und das Turnier schon immer, ich fühle mich hier sehr wohl.“

#DDO2014: Mit Philipp Kohlschreiber, Benjamin Becker und Dustin Brown sind noch drei deutsche Spieler im Turnier. Wie bewerten Sie die Chancen des Trios? Wer ist ihr Titelfavorit?

CA: „Philipp Kohlschreiber ist an Nummer eins gesetzt und hat natürlich gute Chancen. Ich hoffe, dass er das Turnier gewinnt. In Bestform ist er auf Sand nur sehr schwer zu schlagen. Jede positive Schlagzeile tut dem deutschen Herren-Tennis gut. Aber auch Juan Monaco, Andreas Seppi und Marcel Granollers sind sehr stabil, die muss man ebenfalls auf der Rechnung haben. Benjamin Becker hat mit dem Vorjahressieger und Sandplatzspezialisten Juan Monaco ein ganz schwieriges Los erwischt, das wird nicht einfach. Dustin Brown hat zum Auftakt gegen Lu wieder ein für ihn typisches Match gespielt mit fantastischen ‚Hollywood-Bällen‘ und einigen leichten Fehlern. Mit der Spielweise ist er für jeden gefährlich. “

#DDO2014: In der Qualifikation hat der 17-jährige Alexander Zverev seine Qualitäten angedeutet, den Sprung ins Hauptfeld aber letztlich verpasst. Wie ist die Leistung der aktuellen Nummer eins der ITF-Junioren-Weltrangliste zu bewerten und was können wir von Hoffnungsträger Zverev noch erwarten? Ist er ein Thema für das deutsche Davis-Cup-Team?

CA: „Man muss die Leistung von Alexander Zverev immer in Bezug auf sein Alter sehen. Er hat sich hier sehr gut präsentiert und gut verkauft. Er bringt sehr viel mit und ist sicher ein Spieler mit einer großen Perspektive. Natürlich verbinde ich ihn auch mit dem Davis-Cup-Team. Vielleicht nicht im nächsten Jahr, aber man weiß auch nie, wie schnell sich ein Spieler entwickelt. Manchmal geht es schneller, als man denkt.“

#DDO2014: Rund um das Viertelfinalaus im Davis Cup gegen Frankreich haben Sie einen personellen Umbruch im deutschen Team eingeleitet. Zukünftig verzichten sie auf die Dienste von Philipp Kohlschreiber, der in Düsseldorf an Nummer eins gesetzt ist. Haben Sie im Rochusclub bereits mit Philipp gesprochen und wie ist ihr Verhältnis?

CA: „Wir begegnen uns auf einer absolut professionellen Ebene. Unser Verhältnis ist distanziert, aber sehr respektvoll. Wir geben uns die Hand und reden ein bis zwei Sätze miteinander. So kommen wir sehr gut miteinander aus, eine andere Ebene braucht es nicht. Philipp ist auf sportlicher Ebene ein Weltklassespieler, das habe ich immer gesagt. Die Kritikpunkte lagen auf einer anderen Ebene, die ich aber nicht wieder thematisieren möchte. Es herrscht Klarheit, und wir wissen beide, woran wir sind.“

#DDO2014: Sie sind Trainer beim Tennis-Bundesligisten TK Kurhaus Aachen. Philipp Kohlschreiber?

CA: „Wir haben in München über genau das Thema gesprochen. Philipp hat sehr ordentlich reagiert. Er hat mir gesagt, dass er in Aachen unter Vertrag steht, mit mir als Trainer kein Problem hat und sehr gerne kommt, wenn ich ihn benötige. Das ist ein angemessenes und absolut professionelles Umgehen miteinander. Natürlich wird in der Bundesliga auch alles auf kleinerer Flamme gekocht, da ist die mediale Berichterstattung und das Interesse geringer.

#DDO2014: Ihre Kollegin Barbara Rittner hat mit den Damen das Fed-Cup-Finale erreicht und kann im November in Prag gegen Tschechien erstmals nach 22 Jahren den Cup gewinnen. Schaffen es die deutschen Mädels?

CA: „Es spricht für das Team und Barbara Rittner, die alles aufgebaut hat. Vor zehn Jahren lag das deutsche Damentennis am Boden. Die Mädchen sind als Team zusammengewachsen und kommen glaubhaft und authentisch rüber. Es ist ein Beleg dafür, dass Qualität und Teamgeist Berge versetzen können. Es ist schön, dass wir wieder ein großes Finale haben. Natürlich drücke ich den Mädels die Daumen, die schaffen das.“

#DDO2014: In rund drei Wochen beginnt die Fußball-WM in Brasilien. Kennen Sie Bundestrainer Joachim Löw persönlich? Was trauen Sie dem deutschen Team in Südamerika zu und wer ist ihr Favorit auf den WM-Titel?

CA: „Nein, ich kenne Jogi Löw nicht persönlich, das hat sich bisher nicht ergeben. Es gibt einen Austausch über inhaltliche Strukturen mit dem DFB. Natürlich verfolge ich die Entwicklung. Ich finde insbesondere die psychologische Seite sehr interessant. Bis vor einigen Monaten dachte ich noch, wer soll uns schlagen. Das ist mittlerweile ein bisschen gekippt. Man wird sehen, wie sich das Team zusammenfügt. Ich bin nicht der Fußball-Experte, aber ich hoffe, dass Deutschland den Titel holt. Die Südamerikaner sind aber wohl die Favoriten.“


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