Olympia in Vancouver
Thomas Greiss – Geduld ist gefragt

San Jose (pps) Als Thomas Greiss sein US-Abenteuer in San Jose begann, war er von Landsleuten umgeben. Christian Ehrhoff, Marcel Goc und Dimitri Pätzold spielten für die Sharks in der NHL, Marco Sturm hatte zuvor acht Jahre lang den Weg für die Deutschen bereitet. „Auf einmal waren sie alle weg“, sagt Greiss, der in dieser Saison als letzter deutscher Eishockey-Profi für die Kalifornier die Schlittschuhe schnürt. „Das war zuerst komisch.“

Die Kollegen aus der Heimat hatten den gebürtigen Füssener, der bei den Kölner Haien schon als 19-Jähriger den Durchbruch in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) geschafft hatte, zunächst ein wenig an die Hand genommen. „Es war in den ersten Jahren schon gut, dass die anderen Deutschen da waren. Sie haben mir geholfen und alles gezeigt“, sagt der heute 24-Jährige.

Doch längst kommt Greiss auch ohne Ehrhoff und Goc klar. In seinem vierten Jahr in Nordamerika hat er sich bei den Sharks festgespielt. Er ist die Nummer zwei im Tor hinter Jewgeni Nabokow, nachdem er in den Spielzeiten zuvor meist im Farmteam Worcester Sharks in der AHL zum Einsatz gekommen war.

Jetzt allerdings ist Geduld gefragt. „Meine Spiele sind bisher ganz gut gelaufen. Wir haben meist gewonnen“, sagt Greiss, „aber ich spiele eben selten.“ Zwölfmal durfte er bis zur Olympiapause sein Können auf höchstem Niveau zeigen, sechs Siege, vier Niederlagen, eine Fangquote von 91,8 Prozent sowie durchschnittlich 2,47 Gegentore stehen offiziell zu Buche – durchaus ansprechende Zahlen.

„Die Tendenz ist sehr, sehr gut“, lobt Bundestrainer Uwe Krupp den Goalie, „hinter Nabokow die Nummer zwei zu sein, ist eine Auszeichnung.“ Aber kein leichter Job. „Man muss hart trainieren, immer bereit sein, und sitzt dann meist doch auf der Bank“, sagt Greiss. „Es ist etwas ganz anderes, wenn man regelmäßig spielt.“

Doch der Nationaltorwart, der mit seiner kanadischen Freundin Heather in San Jose lebt, ist noch jung und weiß, dass seine Chance kommen wird. „Nabokow wird im Sommer 35, und sein Vertrag läuft aus“, berichtet Greiss. „Die Verantwortlichen in San Jose sagen, dass sie mit mir planen.“ Aber der Bayer in Kalifornien weiß auch, dass im Business NHL solche Aussagen nicht viel wert sind: „Es ist schwer einzuschätzen, was die Wahrheit ist. Es gibt so viele Variablen.“

Ein Jahr steht er noch bei den Sharks unter Vertrag, spätestens in den nächsten zwei Jahren möchte er mehr Eiszeit und endlich das sein, was seine Rückennummer aussagt: die Eins. „Ich will mich natürlich verbessern“, so Greiss. Die Olympischen Spiele in Vancouver sind für ihn die ideale Bühne, um auf sich aufmerksam zu machen – aber auch ein grandioses Erlebnis: „Das wird ein Riesending. Die Kanadier sind total eishockeyverrückt. Mit ein wenig Glück können wir hier was reißen.“

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