Infront und IIHF geben Scheitern der Verhandlungen bekannt
Keine paneuropäische Eishockey-Liga mehr/Millionen-Verluste für Klubs

Zürich / Zug, Schweiz (pps) – Der Internationale Eishockey-Verband (IIHF) und dessen langjähriger Vermarktungspartner Infront Sports & Media entschieden heute, die Bemühungen für einen zweiten Anlauf einer Pan-Europäischen Liga abzubrechen, da einige Nationalverbände und Klubs keine Notwendigkeit für ein langfristiges Engagement sahen sowie die Vorstellungen von IIHF und Infront nicht im erforderlichen Umfang teilten.

Im Dezember 2009 erhielt Infront von der IIHF das exklusive Mandat, gemeinsam mit Vertretern der europäischen Top-Ligen Lösungsansätze für die Neuauflage einer Pan-Europäischen Liga zu entwickeln. Die CHL feierte in der Saison 2008/09 Premiere. Die Folgesaison 2009/10 konnte jedoch letztendlich nicht ausgetragen werden.

Während der vergangenen drei Monate wurde eine langfristige Lösung für eine Neuauflage der Champions Hockey League unter der Führung von IIHF und Infront entwickelt. Die Ausarbeitung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der nationalen europäischen Ligen.

75 Prozent der Einkünfte für Ligen und Klubs

Der Plan für eine neue CHL beinhaltete ein überarbeitetes Wettbewerbsformat mit zunächst acht Mannschaften und 14 Spielen für die ersten drei Spielzeiten. Teilnahmeberechtigt wären die Landesmeister aus Deutschland, Finnland, Russland, Schweden, der Schweiz, der Slowakei und Tschechien gewesen. Geplant war ferner ein signifikanter Anstieg des Preisgeldes mit zunehmendem wirtschaftlichem Erfolg der Liga.

Die Liga sollte von einem Infront-geführtem Jointventure betrieben werden, mit der IIHF, einem neuen kommerziellen Hauptpartner sowie den nationalen Ligen und Klubs (Anteil 16.5%) als Minderheitsteilhaber. Diese Struktur wäre Garant für ein langfristiges Finanzierungsmodell und Gewinnbeteiligung für die teilnehmenden nationalen Ligen und Klubs gewesen. 75 Prozent der verteilbaren Einkünfte aus der neuen CHL wäre den beteiligten Ligen und Klubs zugute gekommen.

Obwohl die Mehrzahl der Ligen mit dem neuen Konzept für 3-plus-6 Jahre grundsätzlich einverstanden waren, scheiterten die Verhandlungen letztendlich an der Forderung einiger Ligen nach einer bedingungslose Ausstiegsklausel nach drei Saisons. Nach Auffassung von IIHF und Infront hätte dieser Vorschlag jedoch nicht die nötige Stabilität gewährleistet, die für die einwandfreie Finanzierung, Unterhaltung und Vermarktung der neuen CHL nötig gewesen wäre.

Langfristiges Engagement als Grundvoraussetzung

IIHF-Präsident René Fasel sagte: „Wir bedauern es sehr, dass wir die Entscheidung treffen mussten, die Bemühungen um einen zweiten Anlauf der CHL aufgrund mangelnder langfristigen Unterstützung der Nationalverbände und Klubs abzubrechen. Dies war immer eine Grundvoraussetzung für den letztendlichen Erfolg der Liga. Ohne stabilen Rückhalt ist es unmöglich eine internationale Liga wirtschaftlich nachhaltig aufzubauen. Obwohl das neue Konzept für alle Parteien ein faires Risiko/Rendite-Verhältnis bot, teilten einige Mitglieder der europäischen Eishockey-Familien nicht unsere langfristige Vision.“


Fasel weiter: “Man darf auch nicht vergessen, dass wir bereit waren, eine signifikanten finanziellen Beitrag sowohl für die CHL als auch für all jene Klubs zu leisten, die aufgrund der Absage der Saison 2009/10 von einer Teilnahme ausgeschlossen waren. Ich danke allen, die signifikant Zeit und Ressourcen investiert haben, um das neue CHL-Konzept zu entwickeln. Wir meinen, dass es ein sehr großes Erfolgspotenzial gehabt hätte.”

Philippe Blatter, President & CEO von Infront Sports & Media ergänzte: „Infront hat sein Versprechen gehalten und dazu beigetragen, ein brauchbares CHL-Format zu entwickeln. Zudem waren wir bereit, das finanzielle Hauptrisiko zu tragen. Das neue, langfristige Konzept bot allen beteiligten Parteien die Möglichkeit, die Liga als Miteigner zu formen, zu entwickeln und deren Früchte zu ernten. Eine einmalige und sehr innovative Chance wurde verpasst. Wir hatten bereits einen neuen Hauptinvestor gefunden. Zudem hatten andere Sponsoren sowie Medienanstalten Bereitschaft signalisiert zu investieren, sofern die CHL 2010 wieder an den Start gegangen wäre. Aufgrund der heute gefällten Entscheidung entgehen dem europäischen Klub-Eishockey Million von Euro.”

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Jörg Polzer
Associate Director, Communication & PR
Infront Sports & Media AG
Tel. +41-41-723 15 15
Fax +41-41-723 15 16
press@infrontsports.com
www.infrontsports.com

Szymon Szemberg
Communications Director
INTERNATIONAL ICE HOCKEY FEDERATION
Tel. +41-44-562 22 00
szemberg@iihf.com
www.iihf.com