• Erste Saisonhälfte der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) endet nach Rallye Italien
  • Doppelt gejagt: Ogier im WM-Zweikampf mit Mikkelsen, Latvala hofft auf Aufholjagd
  • Siegertypen mit Siegambitionen: Latvala und Ogier in Italien bereits erfolgreich

    Cagliari/Alghero, 05. Juni (pps) -
    Sie haben den erfolgreichsten Rallye-WM-Lauf der Teamgeschichte im Rücken: die Volkswagen Duos. Mit Siegambitionen gehen deshalb sowohl Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) als WM-Führende als auch ihre direkten Verfolger in der Gesamtwertung, Andreas Mikkelsen/Ola Fløene (N/N) und die zuletzt siegreichen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) in die Rallye Italien. Der sechste WM-Lauf des Jahres vom 11. bis 14. Juni 2015, der den Abschluss der ersten Saisonhälfte der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) bildet, wird seit 2004 auf Sardinien ausgetragen. Er bietet mit Klassikern wie der Wertungsprüfung „Monte Lerno“ und ihrem bei Fans und Fahrern beliebt-berüchtigten Sprung „Micky’s Jump“ große Herausforderungen für Mensch und Material. Am Samstag stellt sich die Weltelite des Rallye-Sports zudem dem längsten Rallye-Tag der bisherigen Saison – mit allein 212,83 der insgesamt 394,63 WP-Kilometer. Die drei Volkswagen Duos Ogier/Ingrassia, Mikkelsen/Fløene und Latvala/Anttila gehen im Kampf um Punkte und Platzierungen mit drei identischen Polo R WRC an den Start – wie zuletzt bei der Rallye Portugal, als sie mit einem Dreifachsieg sowohl bei der Rallye als auch bei der Powerstage das beste Resultat für Volkswagen in der Rallye-WM-Geschichte feierten.

    „Man kann nicht mit mehr Selbstbewusstsein in eine Rallye starten“, so Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. „Die volle Punkteausbeute in Portugal hat uns Auftrieb gegeben und alle drei Fahrer – Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen – haben das Zeug, in Italien zu gewinnen. Aber es wird keine Spazierfahrt, denn die Streckenbedingungen auf Sardinien sind schwierig und verändern sich von Auto zu Auto. Dazu kommt die Konkurrenz, die uns nach dem Dreifacherfolg in Portugal das Leben sicher umso schwerer machen möchte.“

    Momente des Jahres 2013 und 2014 – Volkswagen mit guten Erinnerungen an Italien

    Zweimal in Folge hat Volkswagen die Rallye Italien gewonnen – 2013 und 2014. Doch nicht nur der sportliche Erfolg weckt positive Erinnerungen. Der weltberühmte „Micky’s Jump“ ist nicht nur Zuschauermagnet, Gänsehautmoment und Postkartenmotiv der Rallye Italien, der Sprung von Sébastien Ogier über diese Kuppe wurde 2013 offiziell zum „FIA Motorsport-Moment des Jahres“ gekürt. Auch der Rückblick auf das Jahr darauf ruft Erinnerungen wach: 2014 landeten die Fahrer, Beifahrer und das Teammanagement nach der Podiumszeremonie zur Abkühlung im Hafenbecken von Alghero, um Ogiers zweiten Erfolg in Italien zu feiern. Nicht alle freiwillig – aber auch ohne offiziellen Titel für das Volkswagen Team der Spaß-Moment des Jahres 2014.

    Fliegen am Monte Lerno – von Micky’s Jump und dem längsten Rallye-Tag der Saison

    Einer der spektakulärsten Sprünge im Rallye-WM-Zirkus plus jede Menge Tifosi: Micky’s Jump zählt zu den Highlights des Rallye-Sports. Mit etwa 100 Kilometern pro Stunde nähern sich die World Rally Cars der Kuppe. Vor einen Rechtsknick unmittelbar vor „Micky’s Jump“ bremsen die Fahrer kurz ab – der Rest ist „Hangtime“ und dank des abfallenden Geländes ein Flug von bis zu 40 Metern. Wenn die Rallye-Fahrer und -Beifahrer diese markante Stelle passieren, wurde ihre Konzentrationsfähigkeit bereits auf eine harte Probe gestellt. Denn die 42-Kilometer-WP „Monte Lerno“, die längste der Rallye Italien 2015, markiert den Endpunkt der Nachmittagsschleife am Samstag. Der längste Tag der Saison misst 212,83 WP-Kilometer und damit mehr als die Hälfte der gesamten Rallye.

    Dennoch haben es auch der Donnerstag, der Freitag und der Sonntag in sich. Den Auftakt bildet die Zuschauerprüfung „Città Di Cagliari“ mit 2,5 Kilometern, die dem zeremoniellen Start in Cagliari am Donnerstagabend folgt. Richtig zur Sache geht es am Freitagmorgen, wenn die „Grighine Sud“ auf 26,31 Kilometern Distanz den Teilnehmern permanente Rhythmuswechsel abverlangt. Den sportlichen Höhepunkt stellt aber am Sonntag die WP „Cala Flumini“ dar, deren 11,77 Kilometer auf dem zweiten Durchgang die abschließende Powerstage bildet. Hier bekommen die besten drei Fahrer und Beifahrer Zusatzpunkte für die Weltmeisterschaft.

    La dolce vita – Ogier/Ingrassia und die Liebe zu Italien

    Die Erfolgskurve zeigt stetig nach oben: Die Doppelweltmeister Sébastien Ogier und Julien Ingrassia verbindet eine innige Zuneigung zur Rallye Italien. 2013 und 2014 siegten die Champs auf Sardinien und sind mit dem Polo R WRC hier ungeschlagen. Auch 2015 sind die Ambitionen hoch – nach drei Siegen und einem zweiten Rang bei den ersten fünf Rallyes der Saison liegen Ogier/Ingrassia mit 42 Zählern Vorsprung vor ihren Teamkollegen Mikkelsen/Fløene vorn. Die Doppelweltmeister von 2013 und 2014 haben damit mehr Vorsprung, als die Konkurrenz binnen einer einzelnen Rallye aufzuholen vermag. Maximal 28 Punkte gibt es in der Rallye-WM für die Kombination aus Sieg und Bestzeit in der Powerstage.

    Was war, was wird: Mikkelsen und Fløene ein Jahr nach der „Wiedervereinigung“

    13 Rallyes gemeinsam wieder auf der Uhr, die 14. folgt: Seit genau einer Rallye-Saison sind Andreas Mikkelsen und sein Beifahrer Ola Fløene wieder vereint. Zuvor war Mikkelsen mit Mikko Markkula für Volkswagen in der Rallye-WM gestartet. Dem ersten Podium mit Markkula bei der Rallye Schweden 2014 folgten mit Fløene seit der Rallye Italien 2014 acht weitere Podiumsplatzierungen. Dazu kamen für das norwegisch-norwegische Duo drei weitere Punkteränge, denen bisher in den 13 gemeinsamen Starts im Polo R WRC nur zwei Nuller entgegenstehen. Zuletzt bekamen Mikkelsen/Fløene für die Rallye Portugal das „Upgrade“ auf den Polo R WRC der zweiten Generation, in dem sie sich auf Anhieb heimisch fühlten. Platz drei, der vierte der laufenden Saison, war das erfolgreiche Resultat der „Jungfernfahrt“. Mikkelsen/Fløene sind wegen dieser beeindruckenden Konstanz deshalb zu den Ogier/Ingrassia-Jägern Nummer eins avanciert und liegen derzeit auf Rang zwei der Gesamtwertung. Der ganz große Coup steht jedoch noch aus: der erste Laufsieg.

    Auf der Woge des Erfolgs – Latvala/Anttila hoch motiviert für WM-Aufholjagd

    Ist der Knoten für Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila geplatzt? Nach zuvor drei Nullern in Folge bogen Latvala/Anttila bei der zurückliegenden Rallye in Portugal zurück auf die Siegesstraße der Rallye-Weltmeisterschaft ein. Damit verbesserten sich die „Vize-Weltmeister“ von 2014 um vier Positionen auf Platz fünf der Gesamtwertung. Zwar liegen zwischen ihnen und den WM-Führenden Ogier/Ingrassia bereits 59 WM-Zähler, doch noch ist der große Traum vom WM-Titel auch für sie aus eigener Kraft erreichbar. In Portugal hatten Latvala/Anttila ihren Startvorteil clever genutzt und ihren Vorsprung routiniert bis ins Ziel verwaltet, um den ersten Saisonsieg, den 13. der Karriere und den sechsten mit Volkswagen, zu feiern.

    Rundes aus den Zahlenwerken – was für Volkswagen ansteht

    Gleich mehrere runde Zahlen könnten für Volkswagen bei der Rallye Italien anstehen. Etwa der 30.000. WP-Kilometer seit dem Einstieg mit dem Polo R WRC. Derzeit steht der Kilometerzähler aller World Rally Cars aus Wolfsburg bei gemeinsam 29.188,44 Kilometern. Sébastien Ogier steht – wenn alles perfekt läuft – vor seinem persönlich 40. Podiumsresultat, für Andreas Mikkelsen könnte in Italien das zehnte in der Rallye-WM erfolgen. Erstmals bei der Rallye Italien haben alle drei Volkswagen Duos gemeinsam den 400. WP-Sieg für den Polo R WRC vor Augen (derzeit: 392). Von der großen 400 ist auch Jari-Matti Latvala nicht weit entfernt. Fügt er seinem Konto zwölf weitere Bestzeiten hinzu, ist diese nächste Marke geknackt. Zehn weitere für Sébastien Ogier und es stehen 350 Bestzeiten auf der Habenseite des Champs.

    Stimmen vor der Rallye Italien

    Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1

    „Die Rallye Italien ist für mich eine der schönsten im Rallye-WM-Kalender. Ich habe mich dort bei meinen bisherigen Starts immer verbessert – und in den vergangenen Jahren jeweils gewonnen. Die Wertungsprüfungen machen Spaß, die Landschaft ist wunderschön, die Atmosphäre ist super – es ist eine rundum tolle Rallye. In diesem Jahr wird es einige neue Wertungsprüfungen geben und uns erwartet eine Gesamtstrecke von über 1.500 Kilometern – die bisher längste Rallye der Saison. Körperliche Fitness und Ausdauer sind also mehr als sonst gefragt, vor allem bei den hohen Temperaturen im Auto. Natürlich ist mein Ziel auch in diesem Jahr zu gewinnen, aber die Konkurrenz schläft nicht. Auch die Anspannung wird nicht weniger, mein Kampfgeist aber auch nicht. Ich werde bis zum Schluss alles geben und freue mich jetzt schon, bei einem Sieg mit meinen Kollegen nach der Rallye womöglich ins Hafenbecken zu springen. Das ist nach so einem heißen Wochenende definitiv die beste Abkühlung, die allerdings erst einmal verdient werden muss.“

    Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
    „Ich habe mit der Rallye Italien noch eine Rechnung offen. In den vergangenen beiden Jahren hat jeweils ein Reifenschaden einen möglichen Sieg verhindert – ich wurde zweimal Dritter. Klar, dass ich jetzt gewinnen möchte. Dafür spricht meine Startposition: Ich gehe als Fünfter in die wohl längste Rallye des Jahres. Die Tage sind auch unglaublich lang und die knapp 400 Prüfungskilometer führen durch enge Straßen, direkt an malerischen Felsen entlang. Doch ich liebe es, auf Sardinien zu fahren. Was viele nicht wissen: Die Rallye ist einfacher zu fahren, als sie vom Layout her aussieht – von daher können wir ordentlich Gas geben. Der Sieg bei der Rallye Portugal war für mich unvorstellbar wichtig. Er hat mir verdammt viel Druck von den Schultern genommen. Nach drei Rallyes ohne Punkte fängt man schon ein bisschen an, an sich zu zweifeln. Ein großes Dankeschön geht an meinen Mentaltrainer Christoph Treier. Er meinte zu mir: ‚Vertraue dir. Vertraue deiner Geschwindigkeit’. Das habe ich getan – und das werde ich auch bei der Rallye Italien tun.“

    Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
    „In dieser Saison war ich bisher viermal auf Platz drei. Bei der Rallye Italien möchte ich an diese Leistungen anknüpfen und auf jeden Fall unter die Top Fünf kommen – gern auch weiter vorn. Die Rallye Portugal ist für mich super gelaufen und ich habe mich dort direkt in meinen neuen Polo R WRC verliebt. Mit der neuen Schaltung fährt sich das Auto fast wie von selbst – der Wagen ist wie für mich gemacht. Ich bin gut in Form und das Team leistet erstklassige Arbeit. Deswegen bin ich optimistisch, ein gutes Resultat einfahren zu können. Seit genau einem Jahr fahren Ola und ich wieder zusammen. Zwischen uns ist ein ‚gewisses Etwas‘, das kann ich kaum beschreiben. Wir können uns einfach blind vertrauen – außerdem hat mir Ola in meiner Entwicklung sehr geholfen.“


    Drei Fragen an …
    Crew Chief Ralf Arneke


    Sie hatten gerade Ihr 25-jähriges Firmenjubiläum. Wie haben Sie eigentlich bei Volkswagen Motorsport angefangen und was hat sich in der Zeit am meisten in Ihrem Job verändert? 
    Ralf Arneke: „Ich habe als Schlosser angefangen und einige Jahre diesen Job ausgeübt. 1988 wurde ich dann Chefmechaniker. 1999 und 2000 haben wir in England in der Rallye-Meisterschaft ein Golf IV Kitcar eingesetzt – also war ich in dieser Zeit dort. Damals haben wir noch viel weniger getestet als zum Beispiel später bei vor der Rallye Dakar oder heute in der Rallye-WM. Wir sind auch viel weniger als die heute üblichen 13 Rallyes im Jahr gefahren. 2005 war ich dann bei der Rallye Dakar am Race Touareg von Jutta Kleinschmidt wieder Chefmechaniker. Jutta wurde damals Dritte. Am meisten verändert hat sich in all den Jahren, dass mein Job nun viel mehr am Schreibtisch stattfindet. Seit Rallye-Dakar-Zeiten hat Volkswagen die Qualitätssicherung immer professioneller betrieben. Seit Einführung der Kontrollen eines jeden Details gibt es kaum noch technische Defekte. Die Qualitätssicherung ist ein wichtiger Pfeiler unseres Erfolges.“

    Wie haben Sie Ihr Firmenjubiläum eigentlich gefeiert? Haben Sie etwas geschenkt bekommen?
    Ralf Arneke: „Ja, es gab eine kleine Feier und ich habe unter anderem auch ein schönes Geschenk bekommen. Ein Buch über Südafrika. Dort habe ich letzten Winter meinen Urlaub verbracht und davor schon mal im Jahr 2002. Mit dem Buch kann ich noch einmal alles Revue passieren lassen, was natürlich toll ist. Ein faszinierendes Land.“

    Bei der Rallye Argentinien lief es für Volkswagen alles andere als optimal, bei der Rallye Portugal dafür mit einem Dreifach-Sieg und den ersten drei Plätzen bei der Powerstage umso besser. Glauben Sie, dass die Erfolgsgeschichte der vergangenen zweieinhalb Jahre fortgeschrieben wird?
    Ralf Arneke: „Die Konkurrenz ist in diesem Jahr schon sehr stark. Aber ich denke, dass unser großes Plus unsere Fahrer sind. Natürlich aber auch die Arbeit, die unsere Jungs hier in der Werkstatt leisten. Die Fahrer können sich zu einhundert Prozent darauf verlassen, dass wir unsere Arbeit gut machen. Die Fehlerquote im Team ist sehr gering. Das ist eine herausragende Basis, auf die wir enorm stolz sein können. Ansonsten wären solche Siege und Podiumsplatzierungen gar nicht möglich. So kann es natürlich gern weitergehen.“



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