2010 IIHF WM
John Tripp - Ein Hüne sammelt für krebskranke Kids

Gelsenkirchen (pps) John Tripp ist eine wuchtige Erscheinung. 104 Kilogramm verteilen sich auf 1,91 m. Im Gesicht sind die Spuren aus dem Leben eines Eishockey-Profis zu sehen. Ein paar Schneidezähne fehlen auch dauerhaft - wenn man den Deutsch-Kanadier nicht kennt und in voller Montur sieht, könnte man Angst bekommen. Aber der Schein trügt. Nur wenn er in eine Tanzbar gehe, sagt er, setze er seine Stiftzähne ein - und lacht.

"John ist so was wie der gute Geist in unserer Mannschaft. Er ist Dreh- und Angelpunkt, was die Stimmung in der Mannschaft angeht", sagt Bundestrainer Uwe Krupp über den 33 Jahre alten Stürmer der Hamburg Freezers. In der Hansestadt ist der Nationalspieler nicht nur den Eishockey-Fans ein Begriff. Durch ein besonderes Engagement ist er mittlerweile in der ganzen Stadt bekannt.

Tripp sammelt mit der von ihm gegründeten Stiftung Spendengelder für krebskranke Kinder, in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus in Eppendorf (UKE). Der Hintergrund für sein Engagement ist traurig. "Meine Oma ist an Krebs gestorben, mein Opa ist an Krebs erkrankt, und bei meiner Schwiegermutter wurde Brustkrebs diagnostiziert. Ich habe eine sehr enge Beziehung zu meiner Oma gehabt", sagt der Profisportler, der mit der deutschen Nationalmannschaft am Freitag in die 2010 IIHF WM startet.

Vor sechs Jahren wurde er direkt mit der Krankheit konfrontiert. Seine Ehefrau entdeckte im Schwimmbad Flecken auf seinem Rücken. Wie sich bei Untersuchungen herausstellte, handelte es sich um Melanome, die entfernt wurden. 2006 wurden dann wieder welche entdeckt, seitdem ist Tripp ohne Befund. "Ich lasse mich nun mehrfach im Jahr kontrollieren", erklärt der Eishockey-Profi, der sich dadurch nicht hat entmutigen lassen. Mit seiner Spendenaktion, die auch von den deutschen NHL-Cracks Christian Ehrhoff, Dennis Seidenberg und Christoph Schubert unterstützt wird, konnte er bislang über 80.000 Euro sammeln.

Der Angreifer, der für die New York Rangers und die Los Angeles Kings insgesamt 43 Spiele absolvierte und 2004 während des NHL-Arbeitskampfes nach Deutschland kam, ist immer gut aufgelegt. Sein Großvater stammt aus dem Schwarzwald und wanderte nach dem zweiten Weltkrieg nach Kanada aus. Ihm verdankt er seinen Spitznamen Hans.

Als Spieler gibt er vollen Einsatz und wirft seine mehr als zwei Zentner Körpermasse in die Zweikämpfe. Bei internationalen Turnieren ist das ein wichtiger Faktor in einem Team. Früher hat Tripp noch mehr Zeit auf der Strafbank verbracht, weil er die Angebote zu handfesten Auseinandersetzungen auf dem Eis nicht ausgeschlagen hat. "Emotionen" gehören seiner Meinung nach dazu, Kämpfe seien für Eishockeyprofis nichts besonderes, sie seien einfach ein Bestandteil dieser Sportart. Doch er hat seine Strafzeiten drastisch reduziert.

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