2010 IIHF WM
Dimitrij Kotschnew - Rückkehr zu den Wurzeln

Gelsenkirchen (pps) Vor drei Jahren verhalf Dimitrij Kotschnew der deutschen Nationalmannschaft zur WM-Sensation. Beim 2:0-Coup gegen den elfmaligen Weltmeister Tschechien war der Torhüter einer der Matchwinner. Danach verschwand er ein wenig von der Bildfläche, weil er in der Heimat seines Vaters eine neue Herausforderung suchte.

Nach sieben Jahren in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wechselte Kotschnew 2008 nach Russland und biss sich in der KHL durch. "Ich wollte mich in einer anderen Liga beweisen, die als beste in Europa gilt", sagt der 28-Jährige, der bei der 2010 IIHF WM wieder im deutschen Tor stehen wird.

Seine Erfahrungen bei Spartak Moskau, wo ihn zunächst eine Verletzung zurückwarf, er sich dann aber als Stammtorwart durchsetzte, sind positiv. "Die Spiele in der Liga finden auf sehr hohem Niveau statt, es steckt viel Geld dahinter", berichtet Kotschnew, der noch nicht an eine Rückkehr nach Deutschland denkt: "Ich spiele in der nächsten Saison auf jeden Fall in Russland. Ob es Spartak ist, kann ich noch nicht sagen."

Der Wechsel nach Moskau war für ihn nicht nur aus sportlichen Gründen reizvoll. "Ich wollte diese Kultur wieder kennenlernen und mich wieder ein bisschen mit der Sprache beschäftigen", sagt der Torhüter, der mit dem Augsburger Dennis Endras um die Nummer eins im deutschen Tor kämpft.

Bis zu seinem zehnten Lebensjahr hat der in Karaganda im heutigen Kasachstan geborene Kotschnew nur russisch gesprochen. Sein Vater hat russische Wurzeln, seine Mutter deutsche. Erst kurz vor der Übersiedlung nach Deutschland lernte er in der Schule ein wenig Deutsch. "Mein Deutsch ist quasi hier in Deutschland verfeinert worden", sagt er, "jetzt das Russische wieder aufzugreifen, könnte für das weitere Leben sehr wichtig sein."

Eine spätere Rückkehr nach Deutschland hat Kotschnew, der in der DEL für die Iserlohn Roosters und die Nürnberg Ice Tigers spielte, nach seinem Russland-Abenteuer vor. "Die Überlegung gab es ja schon im letzten Sommer", sagt er: "Letztendlich habe ich mich für das Gesamtpaket entschieden. Aber ich bin 100-prozentig davon überzeugt, dass ich wieder in Deutschland spielen werde."

Den Fans in Deutschland präsentiert er sich schon bei der 2010 IIHF WM. Dabei hat er Großes vor. "Uns liegt Eishockey wahnsinnig am Herzen, wir wollen unsere Sportart dem deutschen Publikum näherbringen", sagt Kotschnew. Als Ziel formuliert er den Einzug in die Zwischenrunde: "Wenn wir das erreicht haben, können wir über anderes sprechen."

Dass die deutsche Mannschaft bei den letzten Großturnieren die entscheidenden Spiele gegen Gegner auf Augenhöhe verloren hat, stimmt ihn nicht pessimistisch. "Ich bin davon überzeugt, dass das Glück irgendwann auch mal auf unserer Seite sein wird. Wünschenswert wäre es natürlich, wenn es bei der Heim-WM wäre."

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