2010 IIHF WM
Marcel Goc – Weltrekordspiel statt Stanley Cup

Gelsenkirchen (pps) Eigentlich hatte Marcel Goc im Mai anderes vor. Der Stürmer wollte mit den Nashville Predators um den Stanley Cup spielen. Doch der Traum vom großen Eishockey-Ruhm in Amerika platzte. Jetzt ist der Nationalspieler Teil eines Spektakels, das vorübergehend sogar die NHL-Play-offs in den Schatten stellen wird.

„Ich bin heiß darauf, vor so vielen Leuten zu spielen“, sagt der 26-Jährige mit Blick auf das Eröffnungsspiel der 2010 IIHF WM vor der Weltrekordkulisse von 76.152 Zuschauern in der Arena des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 am Freitag gegen die USA: „Es wird bestimmt eine Superstimmung sein. Das spornt an. Ich denke, dass es ein Riesenerfolg wird.“

Die fünfte WM-Teilnahme hatte Goc zunächst gar nicht auf dem Zettel. Mit Nashville führte der Mittelstürmer im NHL-Achtelfinale gegen die Chicago Blackhawks in der „Best-of-seven“-Serie zweimal. Nach sechs Spielen war die Saison dennoch frühzeitig beendet. „Die Enttäuschung war groß“, sagt Goc: „Wenn man zweimal in Führung liegt und dann knapp scheitert, verlässt man mit hängendem Kopf das Eis.“

Doch mit ein bisschen Abstand wird die Enttäuschung weichen. Nicht nur, weil mit der WM in Deutschland sofort das nächste Highlight folgt, sondern auch weil Goc auf eine erfolgreiche NHL-Saison zurückblicken kann. Mit zwölf Toren und 18 Vorlagen verbuchte der ehemalige Schwenninger und Mannheimer DEL-Profi seine punktbeste Spielzeit in der NHL und verdiente sich auch ein Sonderlob von Bundestrainer Uwe Krupp: „Er hat eine hervorragende Saison hinter sich. Er ist dadurch automatisch ein Führungsspieler für uns.“

Wie wichtig Goc mittlerweile für die Nationalmannschaft ist, bewies er bei den Olympischen Spielen in Vancouver. Nicht nur wegen seiner zwei Tore war er beim Turnier der Weltbesten stärkster deutscher Feldspieler. „Er hat bei Olympia Akzente für uns setzen können“, lobt Krupp.

Auch in Nashville wird der Deutsche geschätzt. Schon wenige Monate nach seinem Wechsel von den San Jose Sharks in die „Music City“ erhielt er einen neuen Einjahresvertrag. Danach ist er Free Agent und kann sich seinen künftigen Arbeitgeber selbst aussuchen. In einer Eishockey-Hochburg ist Goc allerdings nicht gerade gelandet. „Hier ist American Football die Nummer eins, die Tennessee Titans sind der Zuschauermagnet“, berichtet der Nationalspieler, der mit seiner Frau Susanne in Brentwood 15 Autominuten entfernt von Nashville wohnt.

Doch Goc genießt es, dass nicht alle Augen auf die Eishockey-Profis der Predators gerichtet sind. „Es ist ganz gut so, du kannst überall hingehen, ohne erkannt zu werden“, sagt er. Dass die Country-Music-Metropole einen ganz besonderen Charakter hat, ist ihm schnell aufgefallen: „Wenn du in eine Kneipe gehst, siehst du nur Cowboyhüte und Cowboystiefel.“

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