2010 IIHF WM
Michael Wolf - der Torjäger ohne Starallüren

Gelsenkirchen (pps) Die Zahlen sprechen für sich: 102 Tore erzielte Michael Wolf in den vergangenen drei Jahren in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), so erfolgreich war zuletzt Dieter Hegen zu Beginn der 90er Jahre. Doch Vergleiche mit dem siebenmaligen deutschen Meister hört der Nationalspieler nicht gerne. Der Torjäger der Iserlohn Roosters konzentriert sich lieber auf die bevorstehenden Aufgaben.

"Ein Riesenerlebnis und ein Superereignis" erwartet der 29-Jährige am Freitag, wenn vor der Weltrekordkulisse von 76.152 Zuschauern auf Schalke die 2010 IIHF WM für die deutsche Mannschaft gegen die USA beginnt. "Es überwiegt die Freude, dass man so etwas miterleben kann", sagt Wolf, gibt aber zu: "Das hat man nicht jeden Tag. Deswegen wird man auch nervös und aufgeregt sein."

Eine gewisse Nervosität wird Wolf auch verspüren, weil die WM im eigenen Land auch für ihn persönlich eine besondere Bedeutung hat. Nach seinem grandiosen WM-Debüt 2007 in Russland, als er mit fünf Toren in sechs Spielen wesentlich zum guten Abschneiden der deutschen Mannschaft als Neunter beitrug, zeigte die Leistungskurve bei den letzten Großturnieren nach unten.

Bei der WM 2009 in der Schweiz traf der Torjäger das Tor nicht, die gesamte Mannschaft enttäuschte und landete am Ende auf dem 15. Rang. Auch bei den Olympischen Spielen in Vancouver kam Wolf nicht wie erhofft zum Zug und ging am Ende ebenfalls leer aus.

Für Bundestrainer Uwe Krupp misst sich die Bedeutung Wolfs aber ohnehin nicht nur an der Trefferquote. "Er ist für uns mittlerweile ein Führungsspieler, er hat nicht nur die Rolle wie in Iserlohn, wo er für alle Tore verantwortlich ist", sagt Krupp über den Außenstürmer, der in 79 Länderspielen 32 Tore erzielte. "Er ist jemand, der das Ohr der Mannschaft hat. Wenn er spricht, hört jeder zu."

In Iserlohn gehört Wolf mittlerweile zum festen Inventar. Obwohl namhafte Klubs um ihn warben, verlängerte er seinen Vertrag am Seilersee im vergangenen Dezember um zwei Jahre. "Das Gesamtpaket stimmt hier", sagt er über den Klub, der ihn 2005 in die DEL holte und für den er seitdem 139 Tore erzielte.

Wolf ist ein echter Spätstarter. Erst mit 24 Jahren kam er in die DEL, nachdem er zuvor lieber in Essen und Bietigheim Spielpraxis in der zweiten Liga sammeln wollte. Auch im DEB-Team klappte es nicht im ersten Anlauf: Vor Olympia und der B-WM 2006 strich Krupp den Iserlohner kurz vor dem Auftakt aus dem Kader. Erst 2007 bekam er seine Chance und nutzte sie.

Bei der WM in Deutschland will er wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren - und auch die Werbetrommel für seinen Sport rühren. "So ein Ereignis hilft natürlich, um in die Medien zu kommen und den Bekanntheitsgrad von Eishockey zu steigern", sagt er: "Wenn wir die Ergebnisse erzielen, die wir uns erhoffen, kann das natürlich weiterhelfen."

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