2010 IIHF WM
Sven Felski – der Bürgermeister

Gelsenkirchen (pps) Im Frühjahr war es soweit. Sven Felski stieg in den exklusiven Klub der 800er auf. 800 Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), diese Schallmauer hatten zuvor nur die Kölner Mirko Lüdemann und Andreas Renz sowie Tino Boos (Hannover Scorpions) durchbrochen. 35 Jahre ist der Routinier alt, 18 Profijahre hat er auf dem Buckel und spielt bei der 2010 IIHF WM in Deutschland seine achte Weltmeisterschaft.

"Obwohl er der älteste Spieler in der Mannschaft ist, ist er einer der laufstärksten. Er ist ein erfahrener Spieler, der sehr vielseitig ist. Wegen seiner Erfahrung ist er ein wichtiger Spieler in einer jungen Mannschaft", sagt Bundestrainer Uwe Krupp über das Urgestein im Team der Eisbären Berlin.

"Es macht einen stolz, wenn man auf so eine Anzahl von Spielen kommt", sagt Felski. Doch der Außenstürmer ist keiner, der viel auf Jubiläen gibt. Zu viel hat er in seiner Karriere schon erlebt und erreicht. Felski ist eine Institution in seinem Klub, der ewige Eisbär sozusagen. Der Stürmer hat nie für eine andere Mannschaft gespielt, was die Fans im schnelllebigen Profigeschäft mit einer seltenen Helden-Verehrung belohnen. Deshalb ist er in Berlin für alle nur der „Bürgermeister“.

Ernsthafte Angebote anderer Vereine flattern deswegen schon lange nicht mehr ins Haus. "Manchmal kommen Leute und sagen: Wir würden dich ja gerne nehmen, aber du bist eh in Berlin verwurzelt", sagt der Außenstürmer.

Beim SC Dynamo Berlin, dem Vorgängerklub der Eisbären, begann Felski zunächst als Eiskunstläufer, ehe er mit elf Jahren zum Eishockey wechselte. 1992 wurde er Profi und ließ den Verein auch während der sportlichen Misserfolge in den ersten Jahren nicht im Stich. "Anfangs waren wir Fischfutter", erzählt er. Inzwischen ist er viermaliger Meister, und auch sein Gehalt hat sich den Erfolgen angepasst.

Der Aufschwung kam mit dem Einstieg der finanzstarken Anschutz-Gruppe, der allerdings auch viele Veränderungen mit sich brachte. Das Personal wurde getauscht, der traditionelle Wellblechpalast hatte ausgedient und musste als Spielstätte der Multi-Funktions-Arena am Ostbahnhof weichen - aber an eine Konstante konnten sich die Berliner Fans immer festhalten: Sven Felski im Eisbären-Trikot.

Wie lange geht das noch so weiter? "Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht", erklärt Felski, der allerdings nicht mehr mit 48 spielen will - wie NHL-Star Chris Chelios. Doch Eishockey ist eine Leidenschaft, die er Kindern so erklären würde: "Es ist die schnellste Mannschaftssportart der Welt. Es gibt Chancen im Minutentakt, man muss spielerisch etwas leisten, kann Tore schießen und ein bisschen Härte gehört auch dazu. Für Jungs ist das eine tolle Sportart."

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