Unterföhring, 14. April (pps) - DFB-Interimspräsident Rainer Koch hat unmittelbar vor Reinhard Grindels Wahl zum DFB-Präsidenten am Freitag ein klare Vorstellung von der künftigen Ausübung des Amtes. „Ich erwarte mir, dass er die Arbeit fortsetzt, die wir in den letzten Monaten an der Spitze des DFBs gemeinsam begonnen haben. Ich erwarte von ihm, dass er das macht, was der Präsident nach der Satzung tun muss“, sagte Koch in einem exklusiven Interview mit Sky Sport News HD: „Wir haben uns im DFB-Vorstand auf ein gemeinsames Eckpunktepapier verständigt und ich bin ganz sicher, dass Reinhard Grindel an der Spitze eines Teams wird arbeiten wollen.“

Für den 57-Jährigen Koch hat Grindel das nötige Format für das Amt des DFB-Präsidenten: „Ich denke, dass es zur Führungsqualität dazugehört, auch entsprechend Entscheidungen umsetzen zu wollen und insoweit gehört das auch zu jeder Führungspersönlichkeit. Reinhard Grindel hat das als Politiker und auch in seinem Landesverband in Niedersachsen bewiesen. Ich plädiere sehr dafür, Reinhard Grindel an seinen Taten zu messen. Ab morgen wird er im Zentrum der DFB-Verbandspolitik stehen und ich bin ganz sicher, dass er es gut machen wird.“


Weitere Aussagen von DFB-Interimspräsident Rainer Koch ...

... zum Außerordentlichen DFB-Bundestag vor der Europameisterschaft:
„Er ist deswegen Außerordentlich, weil alle drei Jahre ein neuer DFB-Präsident zu wählen ist. Die normale Generalsversammlung des DFB ist im November in Erfurt. Durch den Rücktritt von Wolfgang Niersbach standen wir vor der Frage - wollen wir ein Jahr lang führungslos ohne Präsidenten sein oder wollen wir so schnell wie möglich versuchen, zu einem neuen Präsidenten zu kommen? Wir haben uns entschlossen, einen neuen Präsidenten vorzeitig für die Restzeit bis November zu wählen. Daher ein neuer DFB-Bundestag. Für mich war es immer ganz wichtig, dass wir als DFB richtig aufgestellt sein müssen, wenn der deutsche Fußball vor den größten Wettbewerben steht. Das ist alle zwei Jahre der Fall. Und ich habe sofort nach dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach gesagt, wir müssen versuchen, bis dahin wieder gut aufgestellt zu sein. Auch sportpolitisch ist es wichtig.“

... zur Wahl des neuen DFB-Präsidenten: „Natürlich ist es immer ein starkes Votum, wenn jemand größtmögliche Rückendeckung hat. Dieses Mal ist es so gewesen, dass es ein gemeinsamer Vorschlag aller 21 Landesverbände ist. Ich hoffe, dass wir so gute Arbeit in den nächsten Monaten im DFB-Präsidium leisten werden, dass es im November ein gemeinsamer Vorschlag aller Landesverbände und auch des Ligaverbandes werden wird.“ ... zum Ordentlichen Bundestag im November: „Nein, das ist jetzt eine Präsidentschaft für den Rest der Wahlperiode. Danach werden sämtliche Positionen neu gewählt. Wenn Sie so wollen, stehen Herr Rauball und ich auch auf Probe bis Ende November. Wir müssen auch alle wiedergewählt werden (...) und bis dahin müssen wir alle versuchen, bestmögliche Arbeit zu machen.“

... zum persönlichen Machtstreben: „Ich bin sehr zufrieden, mit den Positionen, die ich ausüben darf. Ich bewerbe mich auch wieder als 1. Vizepräsident im DFB und ich bin sehr gerne Präsident des Bayerischen Fußballverbandes. In den Positionen fühle ich mehr gut aufgehoben. Dazu möchte ich gerne weiter Vertreter des Amateur-Fußballs im DFB sein.“

... über das gemeinsame Wirken mit Rauball als Doppelspitze: „Ich kann mich an keine Entscheidung erinnern, die zwischen uns kontrovers gewesen wäre. Wir haben die Aufgaben untereinander aufgeteilt und gleichzeitig alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam getroffen. Darüber hinaus haben wir uns in den letzten Monaten auch einig als Team gezeigt. Ich finde es ein bisschen schade, wenn gerade in den letzten Tagen der Eindruck erweckt worden wäre, wir wären in großer Weise uneins gewesen. Wir haben den Zug des DFBs, der nahezu entgleist war, auf den Gleisen gehalten und uns sogar vorgenommen, manche neuen Gleise zu legen.“

... über das intakte Verhältnis zwischen Profis und Amateuren: „Es geht darum, dieses intakte Verhältnis auch weiter zu erhalten. (...) Es ist genauso, wie Reinhard Rauball das in diesem Bild-Interview völlig zutreffend formuliert hat: Wir brauchen einen ehrlichen und fairen Interessenaustausch. Es geht darum, den Fußball im Ganzen zu erhalten. Nur dann werden die Stadien voll bleiben und nur dann wird unsere Nationalmannschaft auf Dauer erfolgreich bleiben. Wenn all diese Ziele erreicht werden, geht es dem deutschen Fußball auch weiterhin gut. Wir müssen schauen, dass wir auf der Fläche unser höchstes Gut bewahren: und zwar, dass in jedem Dorf junge Menschen das Fußballspielen beginnen können.“

... zum Eckpunktepapier: „Das Eckpunktepapier ist nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit Freshfields zu sehen, sondern in diesem Eckpunktepapier lässt sich jetzt nachlesen, was wir uns in Gesprächen gemeinsam vorgenommen haben im regulären DFB-Bundestag im November an Reformen mit auf den Weg zu geben. Die Liga hat ihre Interessen und Wünsche formuliert, wir haben sie auch von der Amateurseite formuliert. Im Juni wird der DFB-Vorstand zusammentreffen und dann wird beraten, wie die Vorhaben aus dem Eckpunktepapier konkret umgesetzt werden sollen.“

... zu neuen Entwicklungen nach den Freshfields Enthüllungen: „Aktuell gibt es gegenüber der Freshfields Pressekonferenz nichts Neues zu berichten. Das ist aber auch nicht verwunderlich, denn dort wo wir uns neue Erkenntnisse erwarten können, z.B. von der Staatsanwaltschaft in Frankfurt, dort sind ja noch keine neuen Handlungsschritte erfolgt. Sodass wir an der Stelle jetzt einfach noch ein bisschen abwarten müssen und dann werden wir gemeinsam darüber im DFB-Vorstand und im DFB-Präsidium beraten, an welcher Stelle wir auch noch wieder tätig werden müssen.“


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