Unterföhring, 13. Juni (pps) - Sportsoziologe Gunter A. Pilz hat nach den heftigen Ausschreitungen bei der Fußball Europameisterschaft die UEFA und die französischen Behörden scharf kritisiert. „Man hätte sicherlich die Exzesse herunterfahren können. Da haben ganz klar die Sicherheitsorgane und die Ordnungsdienste versagt“, sagte Pilz in einem exklusiven Telefon-Interview mit Sky Sport News HD: „Es ist doppelt ärgerlich, da die französischen Behörden im Vorfeld Unterstützung, Hilfe und andere Angebote ausgeschlagen haben. Das hat sich in einer traurigen Art und Weise gerächt.“

Der 71-jährige Pilz bewertet die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen als unzureichend: „Wenn die UEFA dieses Spiel schon vor drei Monaten als ein Spiel der Alarmstufe und damit als Hochsicherheitsrisiko eingestuft hat, dann muss man erwarten können, dass im Stadion die Sicherheitsvorkehrungen so getroffen sind, dass es nicht möglich ist, dass russische Hooligans englische Fans angreifen können. Auch für die Situation außerhalb des Stadions war die Polizei lange vorher gewarnt. Man hat die Hilfe von szenekundigen Beamten ausgeschlagen und muss sich jetzt auch an die eigene Nase fassen.“

Rund um die Vorrundenpartie zwischen England und Russland hatten sich Anhänger beider Teams in der französischen Hafenstadt Marseille sowie im Stadion teils blutige Auseinandersetzungen geliefert. Die UEFA hat auf die Krawalle reagiert, ihr Sicherheitskonzept angepasst und England sowie Russland mit einem EM-Ausschluss gedroht.


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