Unterföhring, 22. Juni (pps) - Sky Experte Lothar Matthäus zieht nach dem 1:0-Sieg der DFB-Elf gegen Nordirland im letzten Vorrundenspiel der Europameisterschaft in Frankreich ein positives Fazit: „Ich glaube, das man zufrieden sein kann. Sieben Punkte sind ein gutes Ergebnis. Tabellenplatz eins, auch das stimmt“, sagte Matthäus in einem exklusiven Interview mit Sky Sport News HD. Aber ein kleiner Wermutstropfen bleibt für den deutschen Rekordnationalspieler: „Die Mannschaft hat nicht überzeugt und da hoffen wir, dass das in den K.o.-Spielen besser wird.“ Doch Matthäus ist sich sicher: „Bei den Deutschen ist ganz sicher noch Potenzial nach oben da.“

Weitere Aussagen von Lothar Matthäus...

... zur Defensiv-Leistung der deutschen Mannschaft:

„In der Defensive kann man eigentlich gar nichts aussetzen, außer vielleicht 15 Minuten gegen die Ukraine im ersten Spiel in der ersten Halbzeit. Natürlich haben wir mit dieser Defensive die große Möglichkeit, auch gegen stärkere Mannschaften stabil zu stehen.“

... zur Offensiv-Leistung der deutschen Mannschaft:
„Vorne müssen wir die Chancen besser nutzen, um dann doch diesen Traum zu erfüllen, die Europameisterschaft zu gewinnen. Das ist eine Konzentrationssache und natürlich auch eine Überzeugung. Wenn ich sehe, was Thomas Müller gestern für Möglichkeiten gehabt hat, die hätte er bei Bayern München mit verschlossenen Augen wahrscheinlich reingemacht. Mit Mario Gomez hatten wir gestern endlich mal einen Spieler, den man mal anspielen und der einen Ball halten konnte. Einen, der sehr beweglich vorne und der auch sehr präsent ist. Ich glaube, so ein Spieler hat der Mannschaft in den ersten beiden Spielen gefehlt.“

... zur Leistung von Mario Götze:
„Ich sehe Mario eher auf einer Position, wie er sie gestern gespielt hat, mit vielen Freiheiten. Ich hoffe, dass er auch weiterhin in der Mannschaft bleibt, denn er ist eine Ausnahmespieler. Er braucht das Vertrauen des Trainers und dann zahlt er das zurück, nicht nur mit einem entscheidenden EM-Tor, sondern auch mit guten Leistungen. Gestern war es auch für ihn ein Neuanfang auf einer neuen Position.“

... zu Bastian Schweinsteiger:
„Es ist wichtig, dass Bastian seine Einsatzminuten bekommt, um wieder einen Rhythmus aufzunehmen, den er aufgrund seiner Verletzung lange nicht haben konnte. Löw hat von Anfang des Turniers einen Plan mit Schweinsteiger gehabt und den hundertprozentig durchgezogen. Das Endspiel ist in zweieinhalb Wochen - es ist das große Ziel der Mannschaft, dahin zukommen. Und das mit einem Bastian Schweinsteiger, der dann auch die körperlichen Verfassung mitbringt, dass er vielleicht 90 Minuten auf hohem Niveau mitspielen kann.“

... zum Achtelfinale zwischen Spanien und Italien:
„Natürlich wird es ein tolles Spiel für die Fans - endlich mal so ein richtiges Endspiel im Achtelfinale, bei dem verschiedene Spielkulturen aufeinander treffen. Es wird ganz sicher interessant zu sehen, welches System, welches Konzept sich da durchsetzt. Die Spanier haben in den ersten Spielen gezeigt, was sie können und die Italiener haben mit ihrem schnellen Umschaltspiel positiv überrascht, weil man eigentlich nur auf die starke Defensive gebaut hat. Doch man hat gesehen, dass vorne torgefährliche und schnelle Leute spielen. Alles andere wird sich jetzt im Achtelfinale zeigen. Ich glaube, es war ein schönes Warm-Up, diese Vorrundenspiele. Aber so richtig geht’s jetzt erst los, wo es um alles oder nichts geht – und da lacht dann wieder das Fußball-Herz.“

... zu Deutschlands möglichem Viertelfinal-Gegner Spanien oder Italien:
„Für Deutschland hat sich da ja eigentlich nichts geändert. Wir wussten, wenn wir als Tabellenerster unsere Vorrunde beenden, dann wird es im Viertelfinale vermutlich gegen Italien gehen. Mir persönlich gefällt mir der spanische Fußball besser. Andererseits weiß ich, wie schwer es ist, gegen Italien zu spielen. Ich glaube, dass für uns Deutsche der spanische Fußball angenehmer zu spielen ist, als der italienische. Daher wünsche ich mir, dass die Spanier gewinnen und wir im Viertelfinale auf Spanien treffen.“

... zu den bisherigen Überraschungen bei der EM:
„Also Kroatien hat mich ganz sicher überrascht, sie sind gut ins Turnier gestartet, haben überragende Leistungen gezeigt. Auch meine Zweitheimat Ungarn, die vier Punkte in zwei Spielen geholt und sich gegen die favorisierten Österreicher durchgesetzt haben. Sie sind in der Runde der letzten 16 – das ist ganz sicher ein Riesen-Erfolg für das kleine Land und freut mich natürlich umso mehr.“


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