• Der Sieg wäre Pflicht: „Matchball“ für Ogier/Ingrassia beim Heimspiel
  • Die Rallye Frankreich auf Korsika – kaum Geraden, endlos viele Kurven
  • Die Verfolger Mikkelsen/Jæger wollen die WM offenhalten

    Wolfsburg, 23. September -
    Eine „wilde Schönheit“ zähmen und historisches erreichen: Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) könnten sich bereits bei ihrem Heimspiel in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) mit Volkswagen frühzeitig zum vierten Mal in Folge zu Weltmeistern küren. Bei der Rallye Frankreich auf Korsika (29.09.–02.10.2016) wäre dafür ein Sieg Pflicht, um mit den Rallye-Legenden Juha Kankkunen (FIN) und Tommi Mäkinen (FIN) in Sachen Titelgewinne gleichzuziehen. Gleichzeitig müsste aber die versammelte Konkurrenz Schützenhilfe leisten. Denn noch haben insgesamt sieben Fahrer/Beifahrer-Duos rechnerisch die Chance auf die WM-Titel, darunter alle drei Crews im Cockpit eines Polo R WRC. Ein Blick auf die Rallye Frankreich auf Korsika, die man auch die „Rallye der 10.000 Kurven“ nennt, lohnt sich also – nicht nur wegen der zehn Wertungsprüfungen auf rauem, teils brüchigem Asphalt und ihre spektakulären 390,92 Kilometer gegen die Uhr. 

    Gefühlte 10.000 Mal die sportlichste Linie zwischen A und B - eine Kurve

    Man sagt, wenn man bei der „Recce“ – der Besichtigungsfahrt vor jeder Rallye – eine Gerade länger als 150 Meter findet, ist man auf der falschen Insel. Denn bei der Rallye Frankreich auf Korsika folgt nach jeder Kurve sogleich die nächste. Korsika, auch „wilde Schönheit“ genannt, bildet aber nicht nur landschaftlich einen ganz eigenen Charakter. Mit Ausnahme der abschließenden Powerstage beträgt die Distanz jeder Wertungsprüfung mindestens rund 30 Kilometer – eine physische Belastungsprobe für die Fahrer, eine mentale für die Beifahrer, die perfekt getimt den Aufschrieb verlesen müssen.

    Verglichen mit der 2015er-Ausgabe der Rallye Frankreich auf Korsika stehen 70 Prozent der Route neu auf dem Programm. Den Auftakt bildet die Prüfung „Acqua Doria–Albitreccia“, deren 49,72 Kilometer gegen die Uhr ausnahmslos Neuland sind. Die zweite Prüfung des Rallye-Freitags bildet „Plage du Liamone–Saroll Carcopino“, die bereits 2015 auf der Agenda stand. Der Samstag bietet mit „La Porta–Valle di Rostino“ sowie „Novella–Pietralba“ legendäre Streckenabschnitte, die den Ruhm der Rallye Frankreich auf Korsika mitbegründet haben und als Klassiker in der Rallye-WM gelten. Der Sonntag wird neben der längsten WP der Rallye „Antisanti–Poggio di Nazza“ mit 53,78 Kilometern von der abschließenden Powerstage „Porto-Vecchio–Palombaggia“ geprägt.

    Ein Duo, das Weltmeister werden könnte ...

    … Sébastien Ogier/Julien Ingrassia. Was könnte es schöneres geben, als sein Heimspiel in der Rallye-WM zu gewinnen? Ganz klar: Mit einem Sieg dort Weltmeister zu werden. Genau der ist Pflicht für Ogier/Ingrassia, wenn sie zum vierten Mal in Folge frühzeitig als Titelträger in Fahrer- und Beifahrerwertung feststehen wollen, Rang zwei ist nicht genug. Gleichzeitig müssten ihre Gegner – immerhin sechs Duos an der Zahl – weitgehend leer ausgehen.

    Zwei Duos, die die Titelentscheidung vertagen könnten ...

    ... Andreas Mikkelsen/Anders Jæger und Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila. Die beiden teaminternen Duos könnten unter unterschiedlichen Voraussetzungen das Titelrennen offenhalten. Sollte das Volkswagen Duo Mikkelsen/Jæger, derzeit Zweite der WM, trotz voller Punktausbeute von Ogier/Ingrassia Achte oder besser werden oder bei einem Sieg der Franzosen wenigstens die abschließende Powerstage gewinnen, würde die Titelentscheidung frühestens beim elften Saisonlauf in Spanien fallen.

    Hayden Paddon und John Kennard (NZ/NZ, Hyundai) sowie Thierry Neuville und Nicolas Gilsoul (B/B, Hyundai) müssten als punktgleiche Dritt- und Viertplatzierter der Gesamtwertung auf Korsika wenigstens Zweite werden und gleichzeitig auch Zweite in der Powerstage, um die frühzeitige Titelvergabe an Ogier/Ingrassia zu verhindern – für den Fall, dass diese gleichzeitig die volle Punktausbeute schaffen. Für alle anderen Fahrer/Beifahrer-Duos – allen voran Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila aus dem Volkswagen Team – gehört es zur Pflichtaufgabe, so wenig wie möglich Punkte auf die WM-Führenden zur verlieren, besser sogar aufzuholen, um die WM offenzuhalten. Schneiden Latvala/Anttila nur um drei Zähler schlechter ab als Ogier und Ingrassia, verbleiben sie im Titelrennen.

    Fünf Wochen, drei Rallyes – es geht Schlag auf Schlag in der Rallye-WM

    Knapp 1.000 Stunden – exakt 956 und 50 Minuten – zwischen dem Start der letzten zurückliegenden Wertungsprüfung bei der Rallye Deutschland und dem Beginn der ersten bei der Rallye Frankreich – nach einer längeren Pause geht es in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) nun wieder voll zur Sache. Nachdem die Rallye China kurzfristig abgesagt werden musste und damit den Fahrern, Beifahrern und Teams eine ungewohnte Verschnaufpause von rund fünf Wochen bescherte, stehen im Oktober mit Frankreich, Spanien und Großbritannien drei Rallyes in unmittelbarer Folge auf dem Programm. Oder, um im Bild zu bleiben, 51 Wertungsprüfungen in 30 Tagen.

    Stimmen vor der Rallye Frankreich

    Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
    „Zunächst einmal hoffe ich, dass das Wetter dieses Jahr auf Korsika mitspielt, nachdem letztes Jahr nach sintflutartigen Regenfällen Teile der Rallye abgesagt werden mussten. Es sind einige neue Streckenteile dazu gekommen und viele Wertungsprüfungen sind verändert worden. Eine präzise ‚Recce‘ ist daher als Vorbereitung wichtig. Ich mag solche Veränderungen, weil die Rallye dann eine ganz neue Herausforderung ist. Insgesamt ist Korsika alles andere als eine leichte Rallye. Wie in Deutschland, wo sich gegen Ende vier Fahrer einen Kampf um den Sieg geliefert haben, erwarte ich Ähnliches auf Korsika. Nachdem Julien und ich in den vergangenen zwei Jahren nicht zum Zug gekommen sind, ist mein persönliches Ziel natürlich, endlich wieder eine gute Rallye Frankreich zu fahren und um den Sieg zu kämpfen.“

    Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
    „Ich habe zuletzt zweimal in Folge in Frankreich gewonnen, auch in diesem Jahr hoffe ich natürlich auf ein gutes Resultat. Ich mag es, auf dem Asphalt auf Korsika zu fahren. Der Untergrund ist sehr rau und teilweise auch etwas holprig. Die Kurven werden nicht so stark geschnitten. Dadurch kommt weniger Schmutz auf die Straße und das Griplevel ist konstant hoch. Ich mag solche Asphalt-Rallyes und entsprechend freue ich mich sehr auf Korsika. Die Strecken dort sind extrem kurvenreich, es gibt eigentlich keine Gerade von mehr als 150 Metern. Ich glaube, das kommt mir zugute. Es gibt nur wenige Prüfungen, diese aber sind sehr lang. Bei so langen Prüfungen kann das richtige Reifenmanagement den Ausschlag geben.“

    Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9 
    „Ich freue mich auf die Rallye Frankreich, weil uns auf Korsika eine einzigartige Asphaltrallye erwartet. Die sehr wenigen, dafür aber langen Wertungsprüfungen sind kurvenreich und technisch anspruchsvoll. Die vergangenen Läufe haben gezeigt, dass man dort schonend mit seinen Reifen und Bremsen umgehen und sehr fit sein sollte. Einfach Vollgas geben und nicht nachdenken – das wird bei dieser Rallye bestraft. Ein Schlüssel wird meiner Meinung nach die erste Wertungsprüfung sein, auf der man aus dem Nichts heraus seinen Rhythmus für die gesamte Rallye finden muss. Auch wenn ich eher abwechslungsreiche Rallyes mit einem Mix aus kurzen und langen Wertungsprüfungen bevorzuge, sind mein Beifahrer Anders und ich bereit und absolut topfit für diese Herausforderung. Auch wenn in der Meisterschaft noch nichts entschieden ist, mein Blick ist aktuell eher nach hinten auf unsere Verfolger Paddon, Neuville und Jari-Matti gerichtet. Diesen Vorsprung gilt es mit einem Podiumsresultat zu vergrößern.“

    Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor 
    „Gefühlte 10.000 Kurven auf nur zehn Wertungsprüfungen – die Rallye Frankreich auf Korsika ist eine echte Herausforderung für Fahrer und Beifahrer und als einer der Klassiker im Rallye-WM-Kalender etwas Einzigartiges. Jeder in der Mannschaft freut sich auf die Rallye Frankreich, auch wenn sie logistisch gesehen keine leichte Aufgabe ist. Ganz besonders aber freuen sich Sébastien Ogier und Julien Ingrassia, die die kleine Chance haben, frühzeitig Weltmeistern zu werden. Aber auch Ihre Teamkollegen Andreas Mikkelsen und Anders Jæger sowie Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila, die genau das verhindern wollen. Unsere Gegner von Citroën, Hyundai und M-Sport-Ford sind ebenso motiviert, diese prestigeträchtige Rallye zu gewinnen. Es wird also auf jeden Fall Stoff für Schlagzeilen geben.“

    Zahl zum Wochenende: 53 
    In spätestens 53 Zählern Weltmeister: Der Schlussspurt im Titelrennen ist eröffnet. Gesetzt den Fall, dass die ärgsten Verfolger von Ogier/Ingrassia, ihre Volkswagen Teamkollegen Mikkelsen/Jæger, bis zum Saisonende voll punkten, müsste das französische Duo noch 53 Zähler sammeln, um am Ende zum vierten Mal Weltmeister zu werden. Etwa, indem sie viermal Vierte werden und noch zweimal die Powerstage für sich entscheiden.



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