• Ogier/Ingrassia mit Matchball für den vierten WM-Titel in Folge
  • Volkswagen mit kleiner Chance auch auf vorzeitigen Hersteller-Titel
  • Einzige Rallye des Jahres auf Schotter und Asphalt

    Wolfsburg, 07. Oktober 2016 (pps) - Dreifache Titelchancen beim 50. WM-Lauf des Polo R WRC – Volkswagen geht voll konzentriert und mit viel Optimismus bei der Rallye Spanien an den Start. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) könnten nach dem elften Saisonlauf der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) zum vierten Mal in Folge frühzeitig als Titelträger in der Fahrer- und Beifahrer-WM feststehen. Die größten Chancen, genau das zu verhindern, haben ihre Teamkollegen Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N). Die Vorjahressieger der Rallye Spanien liegen in der Weltmeisterschaft allerdings schon 68 Punkte hinter den Titelverteidigern auf Rang zwei der Gesamtwertung.

    Neben starker Konkurrenz aus den Häusern Hyundai, Citroën und M-Sport-Ford ist auch das dritte Volkswagen Duo, Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN), ein Kandidat für den Kampf um den Sieg in Spanien – nach drei zweiten Plätzen in Folge ist es das einzige Volkswagen Team, das mit dem Polo R WRC in Katalonien bisher noch nicht gewonnen hat. Volkswagen kann bei der Rallye Spanien zudem nach dem Titel in der Hersteller-WM greifen – benötigt dafür aber Schützenhilfe der Konkurrenz.

    Die Rallye Spanien bildet auf 19 Wertungsprüfungen und 321,08 Kilometern gegen die Uhr eine Besonderheit in der Rallye-WM – sie ist der einzige WM-Lauf, der sowohl auf Schotter als auch auf Asphalt ausgetragen wird.

    Titel, Thesen, Temperamente: die Ausgangslage in Fahrer-, Beifahrer- und Hersteller-Wertung

    Aus eigener Kraft zum WM-Titel? Dazu müssten Sébastien Ogier und Julien Ingrassia wenigstens Dritte werden und einen Punkt auf der Powerstage sammeln – um unabhängig vom Ergebnis ihrer teaminternen Verfolger Andreas Mikkelsen und Anders Jæger den vierten WM-Titel zu feiern. Extreme Außenseiter-Chancen besitzen neben den beiden Volkswagen Duos auch noch Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul (B/B, Hyundai). Holen Ogier/Ingrassia in Spanien einen Punkt oder verpassen Neuville/Gilsoul die volle Ausbeute, sind die dreimaligen Champions von den derzeitigen WM-Dritten schon nicht mehr einzuholen. Dann wird in jedem Fall ein Volkswagen Pilot Rallye-Weltmeister 2016.

    Auch in der Hersteller-Wertung lautet das finale Duell Volkswagen versus Hyundai. Der Pokal könnte nur dann vorzeitig nach Wolfsburg wandern, wenn Volkswagen wenigstens 20 Punkte mehr sammelt als Hyundai.

    Der Mix macht’s: Schotter und Asphalt erfordern schnelles Umschalten

    Im Rallye-Tempo durch das katalanische Küstengebirge und die zentralkatalanische Senke, mal über Schotter, mal über Asphalt – die Rallye Spanien bildet die einzige Rallye im Kalender, die gemischte Streckentypen bietet. Während die Wertungsprüfungen am Freitag komplett auf Schotter ausgetragen werden, steht am Samstag und Sonntag Asphalt auf der Agenda. Wohl dem Fahrer, der schnell vom einen auf den anderen „Rallye-Modus“ umschalten kann. 115,90 Prüfungskilometer bestehen aus dem lockeren Untergrund, 205,18 Kilometer aus hartem Asphalt.

    Der intensivste Service des Jahres – ein neues Auto in 75 Minuten bitte

    1.348 gewechselte Komponenten in 13 Baugruppen – die Volkswagen Mechaniker stehen am Freitagabend vor dem wohl intensivsten Service des Jahres. Wenn der Wechsel von Schotter- auf Asphalt-Modus ansteht, wandelt sich auch der Polo R WRC vom „hochbeinigen“ Schotter-Fahrzeug zum geduckten Asphalt-Renner. Der 318 PS starke Allradler wird dann mit einer anderen Vorder- und Hinterachse bestückt, erhält damit beispielsweise Fahrwerkskomponenten der Asphalt-Spezifikation, andere Bremsscheiben und -Beläge sowie neue Dämpfer-Feder-Einheiten. Gut für die Mechaniker: Statt wie gewohnt 45 Minuten Flexi-Service hat die Volkswagen Mannschaft ausnahmsweise 75 Minuten Service-Zeit.

    Olympia-Flair, Weltarchitektur und Prachtbauten: Auftakt vor prächtiger Kulisse

    Den Auftakt zur Rallye Spanien bildet die bereits zum dritten Mal nach 2014 ausgetragene Zuschauerprüfung „Barcelona“ am Fuße des Montjuïc und dem Gelände der Olympischen Spiele von 1992. Die Route der spektakulären Auftaktprüfung am Donnerstagabend führt über das terrassierte Gelände der Weltausstellung 1929 und unter anderem wenige Meter am weltberühmten Deutschen Pavillon von Mies van der Rohe vorbei, der als Architekturikone gilt.

    Gutes Pflaster für Volkswagen – von Jubiläen, Doppelsiegen und Titelfeiern

    Die Rallye Spanien ist für Volkswagen eine der ausgesprochenen Lieblingsrallyes: Der Polo R WRC feierte hier bereits vor zwei Jahren sein 25. WRC-Lauf-Jubiläum, nun steht der Kuchen mit 50 Zündkerzen auf dem Tisch. Und auch WM-Titel durfte das Volkswagen Team hier schon bejubeln: den Gewinn des ersten Hersteller-Titels 2013 ebenso wie ein Jahr später den erneuten Gewinn von Fahrer- und Beifahrer-Weltmeisterschaft durch Sébastien Ogier und Julien Ingrassia. Und auch das vergangene Jahr hatte einen besonderen Sieg parat: 2015 gewann Andreas Mikkelsen dort seinen ersten WM-Lauf. Bessere Erinnerungen an einen Rallye-WM-Lauf wie die von Volkswagen an Spanien? Kaum möglich.


    Stimmen vor der Rallye Spanien

    Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
    „Es war unser Ziel, uns bei den Asphalt-Rallyes in Deutschland und Frankreich eine gute Ausgangsposition für den Titelkampf zu erarbeiten. Mit zwei Siegen in Folge hat das bestens geklappt. Wir sind dem Titelgewinn einen guten Schritt nähergekommen und können den nächsten Rallyes etwas entspannter entgegenblicken, weil wir nicht mehr so viele Punkte für den Titel brauchen. Mit der Rallye Spanien kommt ein Event, das sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter gefahren wird – das Einzige mit unterschiedlichen Oberflächen innerhalb einer Rallye. Deshalb mag ich diesen WM-Lauf sehr. Ich war dort 2013 und 2014 sehr erfolgreich. Vergangenes Jahr habe ich mir auf der Powerstage bei der letzten Prüfung einen Fehler geleistet, der uns den Sieg gekostet hat. Ich verspreche, dass das dieses Jahr nicht noch einmal passiert. Aber es ist nicht der Fehler, den ich in Spanien wiedergutmachen möchte. Der Gewinn der Weltmeisterschaft 2016 ist für mich Motivation genug.“

    Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
    „Die Rallye Frankreich war ein schwieriges Wochenende für mich. Wir haben genau analysiert, woran das lag und unsere Schlüsse daraus gezogen. Jetzt blicken wir nach vorn auf die Rallye Spanien, die ich sehr gern fahre und wo ich in den vergangenen vier Jahren jedes Mal Zweiter war. Gute Ergebnisse wie in Spanien helfen natürlich auch, nach einer herausfordernden Rallye wie der letzten wieder nach vorn zu blicken. Besonderes Augenmerk in Spanien werden wir auf die ‚Recce‘ legen und dabei darauf achten, dass der Aufschrieb noch genauer passt. Zudem ist die Strecke nur wenig verändert, sodass man den Aufschrieb nicht weitgehend neu anfertigen muss. Auch sind die Wertungsprüfungen in Spanien kürzer als in Frankreich, was mir entgegenkommt. Insgesamt bin ich sehr motiviert für die Rallye Spanien. Nach den bisherigen Ergebnissen dort ist es ein Event, das ich unbedingt gewinnen möchte.“

    Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
    „Die Rallye Spanien ist einzigartig und ich erinnere mich gern an sie. Schließlich habe ich dort im vergangenen Jahr meinen ersten Sieg in der Rallye-WM gefeiert. Mir bereitet der abrupte Wechsel von Schotter auf Asphalt wenig Probleme. Am Samstagmorgen muss man hellwach sein, wenn sich der Fahrbahnbelag ändert. Das gelang mir im vergangenen Jahr sehr gut. Ich möchte in diesem Jahr jedoch am ersten Tag auf Schotter schneller sein als vergangenes Jahr. 2015 habe ich zu viel Zeit auf die Führenden verloren. Ich werde in diesem Jahr am Donnerstagabend in Barcelona und am Freitag ordentlich Gas geben, um einen frühen Rückstand zu verhindern. Wenn mir das gelingt, bin ich mir sicher, dass ich in diesem Jahr in Spanien meinen Sieg wiederholen kann. Das wäre fantastisch, denn ich brauche die Punkte in der Meisterschaft, um Platz zwei zu verteidigen. Mit einem Sieg kämen wir diesem Ziel natürlich einen erheblichen Schritt näher.“

    Sven Smeets, Volkswagen Motorsport-Direktor
    „Die Rallye Spanien war in der Vergangenheit immer gut zu Volkswagen. Natürlich haben wir einiges vor, wenn man erneut die Aussicht hat, in allen WM-Wertungen für eine Vorentscheidung zu sorgen. Der spezielle Mix aus Schotter und Asphalt scheint unseren Fahrern und Beifahrer zu liegen, besonders Sébastien Ogier und Julien Ingrassia. Sie haben die Chance, hier aus eigener Kraft Weltmeister zu werden – wer die beiden kennt, weiß, dass sie das am liebsten mit einem Sieg tun würden. Aber wir wissen auch, dass die Konkurrenz in dieser Saison vor allem auf Asphalt noch näher herangerückt ist und dass gute Resultate nicht verschenkt werden. Wir müssen bei der Rallye Spanien als Mannschaft permanent konzentriert sein, wenn wir erneut gewinnen wollen. Und das wollen wir.“

    Zahl zum Wochenende: 50
    Der Polo R WRC startet bei der Rallye Spanien zum 50. Mal in der Rallye-WM. Zeit für eine Zwischenbilanz: Bisher gingen 83 Podiumsresultate, davon 40 Siege, an das World Rally Car aus Wolfsburg und exakt 600 von 894 möglichen Prüfungsbestzeiten. 104 Mal standen sogar alle drei Polo R WRC in den Zeitenlisten geschlossen vorn. Bei 49 ausgetragenen Powerstages war 37 Mal ein Volkswagen Fahrer der Sieger, insgesamt 88 Mal gingen Zusatzpunkte, die die Top Drei dieser besonderen Prüfung erhalten, nach Wolfsburg. Gemeinsam komplettierten die drei Polo R WRC 46.075,46 Kilometer gegen die Uhr, bei einer durchschnittlichen Wertungsprüfungslänge von 18,97 Kilometern.


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