• 96-Sportdirektor bremst Euphorie in Hannover: „Kirche im Dorf lassen
  • “Heldt sieht kein Platz für Eitelkeiten: „Neuanfang mit Breitenreiter“
  • Sky Experte Hamann: „FC Bayern ohne Robben eine andere Mannschaft“
  • Hamann: „Lewandowski-Interview ist legitim und nicht verwerflich“

    Unterföhring, 10. September 2017
    - In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. Horst Heldt und Dietmar Hamann bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.

    Horst Heldt (Sportdirektor Hannover 96) ...
    … zur Frage, ob Hannover 96 nach dem tollen Start nun ein Champions-League-Anwärter sei:
    „Man muss schon die Kirche im Dorf lassen. Wir freuen uns natürlich, aber wir sind erst am Anfang. Natürlich sind wir froh, dass wir nach drei Spieltagen sieben Punkte haben.“
    … zur Frage, ob man vor den Bayern noch Angst haben müsse: „Ja, leider doch. Sie sind schon noch immer spielbestimmend. Aber die totale Dominanz ist ein bisschen verloren gegangen. Trotz allem ist es noch eine klasse Mannschaft. Aber es ist komisch, dass man sagt, dass der FC Bayern von einem Spieler abhängig ist. Sie sind Meisterschaftsfavorit, aber andere Mannschaften haben den Abstand verkürzen können. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass sie jedes Spiel gewinnen. Das macht die Liga auch interessanter. Der FC Bayern hat seine Mia-san-mia-Mentalität ein wenig verloren.“
    … zum Interview von Robert Lewandowski: „Ich finde, dass es keine Kritik am Verein oder den Verantwortlichen ist. Ich denke, dass alle beim FC Bayern mit dem Interview leben können. Es ist einfach die Realität. Der FC Bayern ist durchaus in der Lage, auf dem Transfermarkt ein Wörtchen mitzureden.“
    … zur Situation des 1. FC Köln: „Man merkt, dass die Stadt und die Fans austicken. Es gibt eine positive Aufgeregtheit, die es schon lange nicht mehr gegeben hat. Die Leute können es kaum erwarten bis das erste Europapokalspiel kommt. Das lenkt ab und kann den Verein zu Problemen führen.“
    … zum Saisonstart von Hannover 96: „Es ist traditionell so, dass Aufsteiger am Anfang viel Punkten. Nach drei Spielen sieben Punkte, das hätten wir vor der Saison blind unterschrieben. Im Plan kann man das nicht haben, aber es war die Hoffnung.“
    … zu Trainer André Breitenreiter: „Der Trainer ist die wichtigste Personalie in einem Fußballverein. Er ist für vieles verantwortlich, und er trifft die Entscheidungen. Dass wir seit März kein Spiel verloren, das kommt nicht von ungefähr. André Breitenreiter ist der einzige Trainer, der 2017 noch ungeschlagen ist. Er hat eine gute Distanz zu seiner Mannschaft, aber er hat auf der anderen Seite auch eine gute Nähe zur Mannschaft. Das kann Berge versetzen.“
    … zu seiner Beziehung zu Breitenreiter: „Wir hatten auf Schalke auch Probleme. Ich musste aber nicht über meinen Schatten springen. Das ist auch nicht mein Job. Mein Job-Profil beinhaltet, dass ich das Bestmögliche für den Verein zu tun. Eitelkeiten, die jeder Mensch hat, müssen dann hintenanstehen. Das erwarte ich auch von mir selber. André Breitenreiter ist das Beste für Hannover 96. Es bedurfte einer intensiven Aussprache. Wir haben beide alles auf den Tisch gelegt, Ansichten auf den Tisch gelegt und uns ausgesprochen. Wir haben einen Neuanfang gestartet.“
    … zu 96-Präsident Martin Kind: „Was er sagt, das ist nicht immer Gesetz. Das kann keiner von sich behaupten. Ich erlebe ihn nicht als Patriarchen, sondern als ein Menschen, der zu einhundert Prozent zu 96 steht. Er hat den Verein vor der Insolvenz gerettet. Er ist nicht fehlerfrei, aber er steht zu seinen Fehlern. Seine Fehler hat er korrigiert und ist nicht abgehauen. Die Zusammenarbeit mit ihm macht Spaß.“
    … zu Martin Kind und den Diskussionen um die 50+1-Regel: „Ich möchte doch auch keinen arabischen Investor haben oder von China aus gelenkt werden. Damit kann ich mich auch nicht identifizieren. Aber dafür hat die DFL ein Konstrukt entwickelt, dass man 20 Jahre dabei sein muss. Das ist der Unterschied zu 1860 München und das darf man nicht in einem Atemzug nennen. Es ist wichtig, das herauszuarbeiten.“

    Sky Experte Dietmar Hamann ...
    … zur Niederlage des FC Bayern in Hoffenheim:
    „Die Bayern sind ordentlich, aber nicht berauschend in die Saison gestartet. Es hat sich ein wenig abgezeichnet, und es läuft einfach noch nicht rund. Sie haben es nicht geschafft, die Abgänge von Lahm und Alonso in der Führung zu kompensieren. Robben ist neben Lewandowski der Einzige, der im Moment nach vorne etwas bewirken kann. Ohne Robben ist es für mich eine andere Mannschaft. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass sie gestern das Spiel verloren haben.“
    … zur Situation von Trainer Carlo Ancelotti: „Er kann alle Themen moderieren und hat sicher den Respekt aller Spieler. Aber er muss die Spieler besser machen. Ancelotti hat immer mit erfahrenen Mannschaften gearbeitet. Ich weiß nicht, ob er für den Umbruch der richtige Trainer ist.“
    … zum Interview von Robert Lewandowski: „Ich würde es nicht unbedingt als Kritik am Verein sehen. Er sagt, dass der Verein effektiv sein muss. Das ist legitim und nicht verwerflich.“
    … zur Situation in Hannover: „Wenn die Anfangseuphorie vorbei ist, dann musst du schauen, dass du im Dezember und März weiter punktest. Sie haben sich die Plattform geschaffen, um in der Liga zu bleiben. Was ist das Rezept? Sie haben in 12 Spielen unter André Breitenreiter acht Mal zu Null gespielt.“


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