Der Kanadier Scott Croxall hat dem enormen Druck standgehalten und sich mit einem vierten Platz beim finalen Red Bull Crashed Ice Rennen in Edmonton (Kanada) den Titel in der ATSX Ice Cross Downhill Weltmeisterschaft gesichert. Der Sieg im finalen Saisonrennen ging an Luca Dallago – es war der zweite Erfolg des Österreichers, der sich damit noch auf Platz drei im WM-Ranking verbesserte, in dieser Saison. Nichts anbrennen ließ die US-Amerikanerin Amanda Trunzo: Die WM-Spitzenreiterin verwies in Edmonton die Kanadierin Elaine Topolnisky und Sandrine Rangeon aus Frankreich auf die Plätze. WM-Titelverteidigerin Jacqueline Legere aus Kanada musste nach einem Crash im Halbfinale mit Rang fünf vorliebnehmen.

In einem dramatischen Saisonfinale im weltweit schnellsten Sport auf Kufen schied WM-Titelverteidiger Cameron Naasz aus den USA im Halbfinale nach einer Kollision mit dem Österreicher Marco Dallago in einer engen Kurve kurz nach dem Start aus. Naasz musste sich am Ende mit Rang fünf in Edmonton und Platz zwei im WM-Ranking zufrieden geben. Für Croxall war es nach 2015 der zweite WM-Titel in dem Sport, bei dem Athleten einen Eistrack mit bis zu 80 km/h hinabrasen. Maxwell Dunne (USA) belegte auf dem 455 Meter langen und mit Hindernissen gespickten Track in Edmonton, der einen Höhenunterschied von 40 Meter aufwies, Platz zwei vor Kyle Croxall (Kanada). Bester Deutscher war der 27-jährige Martin Niefnecker (Garmisch-Partenkirchen) auf Rang 53.

Croxall holte sich mit dem Sieg den Titel in der Ice Cross Downhill Weltmeisterschaft zurück, den er 2016 an seinen Rivalen Naasz abgegeben hatte, der den Sport in den zurückliegenden zwei Jahren dominiert hatte. Croxall war in dieser Saison der Inbegriff von Beständigkeit mit drei Podiumsplätzen bei den vier großen Red Bull Crashed Ice Rennen sowie einem Sieg beim Riders Cup Rennen in Bloomington (USA).

„Diesen Moment werde ich genießen“, erklärte Croxall und ließ sich von seinem heimischen Publikum in Edmonton feiern. Sein größter Kontrahent im Kampf um den WM-Titel, Naasz, schied als Dritter unerwartet in einem topbesetzten Halbfinale aus. Nur die beiden schnellsten Fahrer eines Laufs, der aus vier Athleten besteht, ziehen in die nächste Runde ein. „Ich bin begeistert und froh, dass ich die Weltmeisterschaft zurückholen konnte“, so Croxall, der in den zehn Rennen der Ice Cross Downhill championship insgesamt 2.745 Punkte sammelte.

Mit einem Sieg in Edmonton hätte Naasz, der mit 2.600 Punkten am Ende nur 145 Punkte hinter Croxall lag, seinen dritten WM-Titel in Folge perfekt machen können. Auch in diesem Jahr sah alles nach einem Showdown im Finale aus, hatte Naasz im Halbfinale doch einmal mehr einen brillanten Start erwischt. Der Crash mit Marco Dallago, der ebenfalls noch Chancen auf den Gesamtsieg hatte, zerstörte aber seine Träume vom dritten Titel. Nutznießer waren Scott Croxall und sein älterer Bruder Kyle Croxall, die sich im Gedränge durchsetzten und ins Finale einzogen.

„Ich habe mich gut gefühlt und alles versucht“, erklärte Naasz, der zuvor schon das Red Bull Crashed Ice Rennen in Marseille sowie das Riders Cup Rennen in Wagrain-Kleinarl in Österreich gewonnen hatte, sich aber auch unnötige Fehler in zwei anderen Rennen geleistet hatte.

Trunzo wird für harte Arbeit belohnt

Für die US-Amerikanerin Amanda Trunzo, die im vergangenen Jahr schon die Hand an der WM-Trophäe hatte, sie aber am Ende der Kanadierin Jacqueline Legere überlassen musste, ging mit dem Titel ein Traum in Erfüllung. Ihre harte Arbeit in der Saisonpause hat sich ausgezahlt: Trunzo gewann drei der vier Red Bull Crashed Ice Rennen in dieser Saison und verwies im Gesamtranking mit 3.000 Punkten Legere (2.250) und Myriam Trepanier (Kanada/ 1.660) auf die Plätze.

Luca Engler Vierter bei den Junioren in Edmonton

Den Sprung in das Finale bei den Junioren schaffte der Rosenheimer Luca Engler. Der 20-Jährige belegte beim Sieg des neuen und alten Junioren-Weltmeisters Mirko Lahti (Finnland) Platz vier. Es war das beste Ergebnis des deutschen Newcomers in dieser Saison. Damit sicherte sich der Deutsche im Gesamtklassement eine Top-Ten-Platzierung und wurde sehr guter Neunter. „Es war meine erste Saison, und es war eine ganz besondere. Der Sport ist einfach der Hammer! Ich habe mich kontinuierlich verbessert und bin froh über meinen Platz in den Top 10 bei den Junioren“, so Engler. „Nächste Saison werde ich zu 100 Prozent wieder mit dabei sein. Ich werde im Sommer sehr viel trainieren. Mein Ziel für die kommende Saison ist ein Platz unter den Top 64 bei den Männern.“

Edmonton Ergebnisse

Männer:
1. Luca Dallago (AUT), 2. Maxwell Dunne (USA), 3. Kyle Croxall (CAN), 4. Scott Croxall (CAN), 5. Cameron Naasz (USA), 6. Marco Dallago (AUT), 7. Jim De Paoli (SUI), 8. Tyler Witty (USA), 9. Killian Braun (SUI), 10. Michael Iulianello (USA)
WM-Gesamtwertung: 1. Scott Croxall (CAN) 2745,0 Punkte, 2. Cameron Naasz (USA) 2600,0, 3. Luca Dallago (AUT) 2500,0, 4. Marco Dallago (AUT) 2325,0, 5. Maxwell Dunne (USA) 2095,0, 6. Kyle Croxall (CAN) 2007,5, 7. Michael Iulianello (USA) 1555,0, 8. Mirko Lahti (FIN) 1310,0, 9. Jim De Paoli (SUI) 1297, 5, 10. Steven Cox (CAN) 975,00

Frauen: 1. Amanda Trunzo (USA), 2. Elaine Topolnisky (CAN), 3. Sandrine Rangeon (FRA), 4. Anais Morand (SUI), 5. Jacqueline Legere (CAN), 6. Maxie Plante (CAN), 7. Tamara Kajah (CAN), 8. Alicia Blomberg (CAN), 9. Myriam Trepanier (CAN), 10. Junko Yamamoto (JPN).
WM-Gesamtwertung: 1. Amanda Trunzo (USA) 3000,0 Punkte, 2. Jacqueline Legere (CAN) 2250,0, 2. Myriam Trepanier (CAN) 1660,0, 4. Anais Morand (SUI) 1550,0, 5. Sandrine Rangeon (FRA) 1460,0, 6. Tamara Kajah (CAN) 1410,0, 7. Elaine Topolnisky (CAN) 1350,0, 8. Maxie Plante (CAN) 1250,0, 9. Veronika Windisch (AUT) 920,0, 10. Junko Yamamoto (JPN) 840,0

Ice Cross Downhill Weltmeisterschaft 2017/18 Kalender:
16. Dezember 2017: Riders Cup, Wagrain-Kleinarl, Österreich
12./13. Januar 2018: Riders Cup, Crans-Montana, Schweiz
19./20. Januar 2018: Red Bull Crashed Ice, Saint Paul, USA
27. Januar 2018: Riders Cup, St Petersburg, Russland
03. Februar 2018: Red Bull Crashed Ice, Jyväskylä-Laajis, Finnland
10. Februar 2018: Riders Cup, Saariselka, Finnland
16./17. Februar 2018: Red Bull Crashed Ice, Marseille, Frankreich
24. Februar 2018: Riders Cup, Minnesota, USA
03. März 2018, Riders Cup, La Sarre, Kanada
09./10. März 2018: Red Bull Crashed Ice, Edmonton, Kanada

Red Bull Crashed Ice
Red Bull Crashed Ice gibt es seit 2001 und wurde im Jahr 2010 als Weltmeisterschaft etabliert. Es ist das Top-Event, bei dem vier Athleten gleichzeitig schmale mit Hindernissen bestückte Eisbahnen hinabrasen, die bis zu 600 Meter lang sind und wobei die Athleten bis zu 80 km/h schnell werden. Ziel des Rennens ist es, als erster oder zweiter die Ziellinie zu erreichen, um in die nächste Runde zu kommen. Der weltweit schnellste Sport auf Eisskates gehört zur ATSX Ice Cross Downhill Weltmeisterschaft. Athleten aus mehr als 20 Ländern und fünf Kontinenten nehmen teil. Die Rennen finden auf Kunsteisbahnen oder natürlichem Eis auf Hängen im Zentrum großer Städte oder Skiresorts in Europa und Nordamerika statt.

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