• Liverpool-Teammanager über mögliche Station beim FC Bayern: „Es steht nicht in meinen Planungen“
  • Klopp glaubt an BVB: „Ich weiß, dass sie wiederkommen“
  • Früherer Dortmund-Trainer über Götze: „Bin überzeugt, dass er wieder der Alte wird“
  • Klopp über Leben nach dem Fußball: „Ich werde es nicht vermissen“

    Liverpool, 20. April 2018 -
    In „Wontorra – der Fußball-Talk“-Spezial sprach Liverpool-Trainer Jürgen Klopp bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.

    Jürgen Klopp (Trainer FC Liverpool) ...
    … über eine mögliche Bayern-Anfrage:
    „Fakt ist, dass ich noch nie eine Ausstiegsklausel in meinen Verträgen hatte. Wenn die Bayern wirklich interessiert gewesen wären – unabhängig davon, ob ich es gemacht hätte – wäre das ein komplizierter Wechsel gewesen, denn ich stehe hier noch vier Jahre unter Vertrag und Liverpool ist gerade nicht unzufrieden mit mir. Deswegen macht es total Sinn, dass sie nicht angefragt haben.“
    … zu seiner Zukunftsplanung als Trainer: „Solange ich es mache, gebe ich Vollgas. Es ist wirklich nicht ausgeschlossen, dass ich deutlich früher als das Trainer normalerweise tun, sage: ‚Das war es jetzt‘. Ich spüre, dass es super intensiv ist, und ich habe nicht vor, auf der Trainerbank über die Wupper zu gehen. Nach Liverpool werde ich sicher ein Jahr Pause machen, das ist ein klares Agreement mit meiner Familie. Aus heutiger Sicht ist es nicht ausgeschlossen, dass ich dann auch sage: ‚Das hat jetzt auch echt Spaß gemacht...‘ und dann mache ich Fernsehen und mache das, was ich früher gehasst habe. Ich werde es nicht vermissen, wenn ich irgendwann nicht mehr dabei sein werde. Das ist eine schöne Erkenntnis.“
    … über Bayern München als mögliche Trainer-Station in der Zukunft: „Bayern ist ein wunderschönes Bundesland und München eine schöne Stadt. Aber ganz ehrlich, es steht überhaupt nicht in meinen Planungen. Es müsste jemand gesucht werden, ich müsste verfügbar sein. Dann würde ich anfangen nachzudenken Das spiele ich in dem Moment, in dem ich gerade bin, nicht durch. So ein Träumer bin ich nicht. Ich bin total fine und habe keine Bucket List.“
    … über eine mögliche Rückkehr zum BVB: „Ich möchte eigentlich nicht zurückkehren, weil die Zeit zu gut war. Ob das trotzdem irgendwann mal passiert, weiß ich nicht. Aber ich werde nicht im Alter von Jupp Heynckes noch als Trainer arbeiten. Ich bewundere, was er macht, aber ich werde das nicht tun. Das ist eine ganz klare Entscheidung, da kann auch fragen wer will. Ich hatte in Mainz und Dortmund eine Weltklasse-Zeit - wahrscheinlich gehe ich irgendwann dorthin zurück…als Trainer muss das aber nicht unbedingt sein.“
    … über Mario Götze: „Das Leben eines Fußballspielers findet unterm Brennglas statt. Alles wird von der Öffentlichkeit bewertet. In den Jahren bei Dortmund ist bei Mario alles perfekt gelaufen, das eine oder andere schlechtere Spiel wurde auf das Alter geschoben. Es wurde damals die Entscheidung getroffen, dass er zu Bayern München geht. Nicht nur von Mario alleine, sondern von der Familie und den Bayern logischerweise auch. Das hat dann einfach nicht gepasst. Entwicklungsschwankungen werden nicht mehr wirklich akzeptiert. Gesundheitliche Probleme kamen dann dazu. Jetzt ist Mario wieder topfit – Normalität ist jetzt das, was er braucht. So ungewöhnlich ist das nicht, was passiert ist. Er ist kein Deut schlechter als damals. Ich bin davon überzeugt, dass er wieder der Alte wird. Wenn du Mario Götze bist, wird es nochmal anders bewertet.“
    … zur Situation in Dortmund: „Ich weiß, dass es wieder funktionieren wird, aber die Zeit, in der es nicht funktioniert, fühlt sich unfassbar zäh an. Der Verein hat so eine Wahnsinns-Basis, ich weiß, dass sie wiederkommen. Nur weil Schalke mal ein Jahr vorne dran ist, heißt das nicht, dass die Welt untergeht.
    … zur Verpflichtung von Niko Kovac als neuer Bayern-Trainer: „Hätte es ein Szenario gegeben, in dem alles perfekt gewesen wäre? Nein, hätte es nicht. Niko hat das jetzt zum ersten Mal richtig erlebt. Das Pokalfinale wird jetzt nochmal eine witzige Geschichte, aber das ist Teil des Geschäfts. Ich bin froh, dass ich nie in so einer Situation war.“
    … zur Klopp-Begeisterung in Liverpool: „Ich weiß nicht, was ein Menschenfänger ist, mir ist das ein bisschen zu aktiv. Ich möchte niemanden fangen. Begeistern? Ja. Für das, was ich gut finde. Das passiert eher im täglichen Umgang miteinander. Dementsprechend ist die Stimmung im Verein momentan super positiv. Das ist außergewöhnlich in Liverpool: Seit Bill Shankly steht der Boss auf einem Podest. Das ist hier der Übervater und seitdem wird dem Trainer erstmal blind vertraut. Man kann mir schon vertrauen, ich werde zumindest keinen kompletten Blödsinn anstellen. Bis hierhin hat das toll geklappt, aber es ist wahnsinnig intensiv. Es funktioniert nicht im Vorbeigehen. Wir investieren wirklich viel, an Zeit, Geld und Aufwand.“
    … zu einer möglichen Vertragsverlängerung beim FC Liverpool: „Ich weiß es nicht, ich habe hier noch vier Jahre Vertrag. Eine Verlängerung geht für beide Seiten nur, wenn wir wirklich was gewonnen haben. Dann würde möglicherweise Interesse bestehen und dann würde ich auch drüber nachdenken.“
    … zur Qualität in der Premier League: „Aufgrund des Geldes ist hier gerade eine unfassbare Anzahl an Topstars unterwegs. Hier wird viel gewettet, den Leuten ist manchmal das Spiel total egal, sondern nur das Ergebnis. Deshalb ist vielen die Wahl der fußballerischen Mittel nicht wahnsinnig wichtig. Deshalb war ich unglaublich froh, dass Pep in dieser Saison Meister geworden ist. Sein Fußball ist erfolgreich und schön anzuschauen. Hier geht es in jedem Spiel um alles. Die Intensität macht den Unterschied, vor allem in der Häufigkeit. Denn hier ist das jede Woche der Fall.“
    … zur Frage, ob ihm die Situation in Dortmund weh tut: „Ich weiß nicht, ob wehtun das richtige Wort ist, weil dafür ist die Situation immer noch zu gut. Nichtsdestotrotz hat Dortmund noch große Chancen auf die Champions League, das muss einem nicht leid tun. Ich hatte mir auch gewünscht, dass es so weitergeht, wie es unter Thomas Tuchel angefangen hat. Es wird mir immer wichtig sein, dass es gut läuft. Es ist aktuell keine Weiterentwicklung, vielleicht eine Rückentwicklung, aber auf sehr hohem Niveau. Das ist eine Basis auf der man weiterarbeiten kann.“
    … über seine Ausraster in der Bundesliga: „Meine Ausraster sind hier deutlich weniger geworden. Hier musste ich noch nicht einmal auf die Tribüne. Man müsste sich ja mal vorstellen, das wäre tatsächlich mehr geworden. Ich glaube, ich bin in der Bundesliga Rekordhalter bei Strafen.“


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