Bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Fallschirmspringen Ende August in Dahlem/Eifel, die in diesem Jahr wegen Terminkollisionen mit zeitgleichen Weltmeisterschaften in anderen Disziplinen mit gekürztem Wettbewerbsprogramm und in kürzerem Zeitrahmen stattfanden, gab es wenige Überraschungen bei den Siegern und Platzierten der drei ausgetragenen Disziplinen.

Der verkürzte Zeitrahmen mit nur vier Wettbewerbstagen, bereitete den Ausrichtern besonders aufgrund der wetterbedingten Zeitverluste einige Schwierigkeiten. Mit einem straffen Ablaufplan, dem zeitgleichen Einsatz von drei Absetzflugzeugen und der punktgenauen Ausnutzung aller sich bietenden Wetterfenster, gelang es jedoch fast alle im Programm vorgesehen Wertungsdurchgänge zu absolvieren.

Die Disziplin 4er Freifall-Formationsspringen hatte in den vier ausgetragenen Wettbewerbsklassen (4er Offen, 4er Frauen, 4er Fortgeschritten und 4er Einsteiger) mit insgesamt 29 Teams die größte Teilnehmerakzeptanz.

In der offenen 4er Klasse siegte erneut und diesmal unangefochten das Team AIRBUS 4er FSZ Saar mit Thomas Mack (Marksuhl), Göran Meyer (Ludwigsburg), Markus Bastuck (Wallerfangen), dem Alternate Solly Williams (Florida/Saarlouis), der den verletzten Stammspringer Jörn Thiele (Bruchsal) ersetzte, und Videospringer Andreas Trögele (Schemmerhofen). Das Team erzielte insgesamt 181 Punkte aus 9 gewerteten Runden, was einem exzellenten 20er Punkteschnitt entspricht.

Den zweiten Platz in der 4er-Klasse verteidigte erneut das Team ATOMIX-YUU Skydive aus Itzehoe mit 152 Punkten aus 9 Runden. Ihr Ziel, Airbus 4er vom „Thron“ zu stoßen, erreichten Peter Ingenhaag (Paderborn), Andrea Kleinschmidt (Hamburg), Holger Sass (Hamburg), Mark Zimmermann (Dortmund) und Videospringer Ralph Wilhelm (Schweiz) jedoch nicht.

Dritter wurde das 4er Team PARANODON-Bardabunga aus Illertissen, die als „ältere“ Hälfte des neuen AIRBUS 8ers ihren Wettbewerbsschwerpunkt zwar eindeutig auf die 8er-Disziplin legten, aber auch im 4er ausgezeichnet mithalten konnten, wie ihre 141 Punkte deutlich zeigten.

Das 4er Frauen-Team SKYNAMITE/FSZ Saar, mit Sandra Dederichs (Meerbusch), Carola Fietz (Fehrbellin), Yasmine Schütte (Heppenheim) und Birte Cordua (Bremen) erreichte mit 125 Punkten aus 10 Runden auch den erforderlichen Punkteschnitt für die Qualifikation zur Weltcup-Teilnahme 2019 in Arizona/USA.

Im offenen Achter-Wettbewerb siegte - unangefochten und mit einer starken Leistung von 13,6 Punkten im Schnitt (= 123 Punkte aus 9 Runden) - der AIRBUS 8er, der sich aus den zwei PARANODON 4ern aus Illertissen zusammensetzt.

Zu den erfahrenen „Altspringern“ Thomas Spielvogel (Putzbrunn), Ulrich Sehrbrock (Braunschweig), Steffen Schiedeck (Seelze), Olaf Biedermann (Fürth) und Videospringer Erik Lorenz (Bad Kreuznach) war Ende letzten Jahres die jüngere „Südhälfte“ mit Linda Köb, Alexander Prendinger, Stefan Knoch (alle München) sowie Carl Enders (Warngau) gestoßen. Sie formten in kurzer, aber intensiver Trainingszeit einen sehr leistungsstarken 8er, der ebenso wie die beiden Vierer-Teams AIRBUS und SKYNAMITE Anfang Oktober bei der Weltmeisterschaft an der australischen Gold Coast sein Können unter Beweis stellen muss.

Die Silbermedaille in der 8er-Wertung holte sich das aus den zwei 4er-Teams SKYWEED (Illertissen) und WOLFPACK (Skydive Kiel) zusammengesetzte Mixed-Team (Ralf Bissbort, Josef Kampmann, Manfred Moritz, Volker Seitz, Christian Freier, Martin Schödel, Markus Bartels, Ingmar Siehl und Video Frank Schumacher) mit 56 Punkten vor der LUFTSCHL8 aus dem FSZ Kassel (Petra Hoffmann, Christian Schramm, Jelena Baetz, Georg Albersmann, Lena Barthel, Uwe Roßmann, Raimund Wiczniewski, Tom Förstel und Video Daniel Klein) mit 46 Punkten (jeweils aus 9 Runden). Den Kasselanern blieb auch dieses Mal „nur“ die Bronzemedaille, wenn auch mit einer deutlichen Punktesteigerung gegenüber dem Vorjahr.

Ein enges Duell gab es bei den Artistischen Disziplinen (AE) im Freeflying: Mit 34,8 Punkten siegte das Team 3-FLY-Neustadt/Glewe (Mario Bosecke/Michael Jung und Christian Richter) denkbar knapp vor dem Team NIMBUZ aus Marl (Philipp Exner/Raphael Cabane und Lion Trautvetter) mit 33,6 Punkten.

Knapp fiel auch die Entscheidung in der Freestyle-Wertung aus, wo das Team WINDOBONA 268 aus Berlin (Lena Reeker und Video Christian Kaufmann) mit 35,7 Punkten vor dem Team NIMBUZ FS aus Marl (Philipp Exner und Video Raphael Cabane, 35,2 Punkte) landete.

In der Disziplin Kappen-Formation verbuchte wie bereits im Vorjahr das Team STACK ATTACK aus Schweighofen (Peter Hormuth, Björn Schubnell und Florian Rommel) den Sieg mit 99 Punkten für sich und verwies den AIRSTEP 2er aus Remscheid (Tom Brand, Tobias Koch und Video Thomas Rohde-Seelbinder) mit 54 Punkten auf Platz 2.

AIRSTEP Remscheid 4er (Tom Brand, Tobias Koch, Thomas Rohde-Seelbinder, Ralf Stolzenberg mit Video Peter Wohlers) legte den Schwerpunkt auf die 4er Sequenz und erreichte hier ein Ergebnis von 30 Punkten aus 8 Runden.

Nach der DM: Focus auf die Weltmeisterschaft in Australien

Anfang Oktober reist der deutsche Fallschirmsport-Kader mit einer Delegation von rund 40 SportlerInnen zur WM in den 4er Fallschirmsport-Disziplinen nach Gold Coast, Queensland, AUS. Medaillen für deutsche Teilnehmer sind bei realistischer Einschätzung in diesen Disziplinen eher nicht zu erwarten, Platzierungen im jeweils ersten Drittel des Teilnehmerfeldes allerdings möglich.

Ergebnisübersichten und weitere Informationen unter https://dm2018.dfv.aero

Kontaktadresse für weitere Informationen
Deutscher Fallschirmsportverband (DFV) e.V.
c/o Helmut Bastuck
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