• Stuttgarts Sportvorstand nach Fehlstart nicht in Panik: „Sind ganz ruhig und überzeugt von unserem Weg“
  • Reschke bleibt trotz Euphorie realistisch: „Achter oder Neunter wäre eine gute Platzierung“
  • Reschke arbeitet an VfB-Zukunft: Neuer Investor und Pavard-Wechsel in 2019
  • Sky Experte Matthäus fordert Leidenschaft und neuen Spielstil von der DFB-Elf: „Wenn ich für Deutschland spiele, dann reiße ich mir den Arsch auf“

    Unterföhring, 2. September 2018 - In „Wontorra – der o2 Fußball-Talk“ sprachen u.a. Michael Reschke und Lothar Matthäus bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.

    Michael Reschke (Sportvorstand VfB Stuttgart) ...
    … zur Niederlage gegen den FC Bayern:
    „Bayern München ist in der aktuellen Verfassung in der Bundesliga normalerweise nicht zu besiegen. Die Qualität ist einfach unglaublich hoch.“
    … zum Fehlstart in die Saison mit drei Niederlagen: „Man muss die drei Spiele alle Revue passieren lassen. Gegen Rostock war es sehr unglücklich. Aber wir haben das auch nicht so schlecht gespielt. Gegen Mainz haben wir 30 Minuten sogar sehr stark gespielt. Das Spiel hätte auch 1:0 für uns ausgehen können. Dass wir gegen Bayern München im Normalfall keine realistische Chance haben, das wussten wir vorher. Wir sind heute ganz ruhig, und wir sind überzeugt von unserem Weg.“
    … zu den Saisonzielen: „Es ist eine große Herausforderung, die Euphorie war wirklich sehr groß. Das ganze Lebensgefühl im Schwabenland und im Großraum Stuttgart ist abhängig vom VfB Stuttgart. Der zweite Platz in der Rückrunde hat für eine etwas überzogene Erwartungshaltung gesorgt. Wir sind Aufsteiger im zweiten Jahr und haben uns sinnvoll verstärkt. Wenn mir heute einer sagen würde, dass der VfB Stuttgart Achter oder Neunter in dieser Saison würde, dann würde ich sehr gerne einschlagen. Für meine Begriffe wäre das eine gute Platzierung.“
    … zur Personalie Benjamin Pavard: „Wir haben immer erklärt, dass wir alles daran setzen werden, Benjamin zu überzeugen, dass er bei uns bleibt. Das ist uns nach der WM auch sehr früh gelungen. Wir hätten ihn auch für 50 Millionen Euro nicht verkauft. Das war immer klar. Es ging uns nicht ums Geld. Es gibt eine Vielzahl von Interessenten und es werden auch frühzeitig Gespräche geführt. In der nächsten Saison wird Benjamin bei einem der Top-5-Klubs in Europa spielen. Es ist relativ offen, aber ich kann mir vorstellen, dass die Bayern ganz gute Karten haben. Ich weiß, dass er sich in der Bundesliga total wohlfühlt. Wir haben ein sehr offenes Verhältnis mit Benji und wissen genau, wie der Stand der Dinge ist. Wir kommunizieren auf Augenhöhe. Das ist unglaublich wohltuend in diesem Geschäft.“
    … zu einer möglichen Reform des Spielsystems in der Bundesliga: „Vielleicht muss man sich in der Bundesliga auch mal mit einem Play-off-System beschäftigen. Ende der Saison spielen die ersten vier Mannschaften dann den Meister aus. Die Dominanz der Münchner ist so stark, die werden die nächsten drei, vier Jahre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder Meister. Es ist doch nur noch die Frage, ob es am 28., 29. oder 30. Spieltag passiert. Mit einem Play-off kommt wieder ein Spannungsgehalt in die Bundesliga rein. Fakt ist, dass die Meisterfrage wieder völlig offen wäre.“
    … zum möglichen Einstieg eines neuen Investors beim VfB: „Es gibt ja in Stuttgart eine ganz klare Aussage: Das ist 24,9. Wir haben ja ein ganz klares Votum, das die Mitgliedschaft getragen hat. Im Rahmen dieses Votums können wir uns ja noch frei bewegen, da ist ja noch Luft. Es ist in jedem Fall hoffnungsvoll, dass wir 2019 einen weiteren Investor dazubekommen.“
    … zur Situation bei Bayer Leverkusen: „Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu Rudi Völler und Jonas Boldt. Von den beiden weiß ich, dass sich die Trainerfrage überhaupt nicht stellt. Das absolute Vertrauen zu Heiko Herrlich ist da. Leverkusen wird wieder eine stabile Saison spielen. Da ist alles im grünen Bereich.“
    … zur WM-Analyse von Bundestrainer Joachim Löw: „Mir wird im Moment ein bisschen zu viel schwarzgemalt. Die WM war schlecht, aber warum versuchen nicht mal, einen positiven Optimismus auszustrahlen? Dass er jetzt nicht zehn neue Spieler nominiert, das war doch völlig klar. Es sind schon ein paar Entscheidungen getroffen worden, die ich total interessant finde. Jogi Löw und die ganze Nationalmannschaft haben Vertrauen verdient.“

    Sky Experte Lothar Matthäus ...
    … zur guten Form des FC Bayern:
    „Es ist schwierig gegen den FC Bayern in dieser Form. Die Mannschaft hat eine richtige Geilheit auf Erfolg.“
    … zu einer möglichen Reform des Spielsystems in der Bundesliga: „Man kann jede Idee verfolgen und soll über alles diskutieren. Aber die Bundesliga besteht jetzt seit über 50 Jahren. Der Meister ist halt die Mannschaft, die nach Hin- und Rückrunde die meisten Punkte hat. Ich persönlich würde die Bundesliga so lassen.“
    … zur Situation beim VfB Stuttgart: „Es waren drei Spiele mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Es braucht Zeit, die neuen Spieler zu integrieren. In Stuttgart kehrt auch wieder die Normalität ein, und das Glück der Rückrunde geht auch mal wieder verloren. Aber Stuttgart hat eine Mannschaft, die von der Qualität her einen einstelligen Platz erreichen wird.“
    … zur Situation bei Bayer Leverkusen: „Mich hat das sehr überrascht, weil ich Leverkusen als sehr starke Mannschaft mit talentierten Spielern einschätze. Mir fehlt aber auf dem Platz die ordnende Hand. Es ist Qualität da, aber es fehlt noch die Führung auf dem Platz. Trotzdem glaube ich an Heiko Herrlich und die Bayer-Mannschaft.“
    … zur WM-Analyse von Bundestrainer Joachim Löw: „Er hat mehr sich selber kritisiert als die Mannschaft. Wieder beschützt er die Mannschaft. Das hat mir auch in den letzten Jahren nicht so gefallen. Wir haben wieder 17 Spieler aus dem WM-Kader dabei. Wer ist eigentlich außer Khedira aus dem Kader geflogen? Ich merke keinen Umbruch. Aber ich möchte auf dem Platz Veränderungen sehen. Ich möchte sehen, dass er Goretzka, der bei der WM einfach nicht berücksichtigt wurde, volles Vertrauen schenkt. Ich möchte einen neuen Spielstil sehen. Nicht nur Leidenschaft, das gehört automatisch dazu. Wenn ich für Deutschland spiele, dann reiße ich mir den Arsch auf.“
    … zur Situation von Mario Götze: „In Favres System haben die Neuzugänge eingeschlagen. Damit ist Götze bei Dortmund der Nationalmannschaft vorerst geschlossen. Die Türe zur Nationalmannschaft ist für mich zurzeit geschlossen. Es tut mir leid für ihn, aber hier geht es ums Leistungsprinzip. Für Mario Götze ist in der Nationalmannschaft zurzeit gar kein Platz.“

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