• Eintrachts Vorstandsvorsitzender sicher: „In Deutschland hat keiner die Chance, den Bayern die Meisterschaft zu nehmen“
  • Bobic bleibt trotz durchwachsenem Start ruhig: „Geduld müssen wir immer haben“
  • Sky Experte Lothar Matthäus zweifelt an Götze: „Er passt nicht in das Konzept von Favre“
  • Sky Experte Fjörtoft findet Lage bei Leverkusen bedenklich: „Es liegt an den Spielern und nicht am Trainer“

    Unterföhring, 16. September 2018 -
    In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. Fredi Bobic und Sky Experte Jan Aage Fjörtoft bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.


    Fredi Bobic (Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurt) ...
    … zur Aussage von Uli Hoeneß:
    „Meine Wortwahl wäre es nicht. Die Wortwahl gehört sich nicht, weil Bellarabi kein Spieler ist, der so hart spielt. Er wollte den Spieler nicht verletzen und ihm jetzt vorzuwerfen, dass er drei Monate eingesperrt werden soll, das gehört sich einfach nicht. Fußball ist ein zweikampfbetontes Spiel. Das tut mir auch leid für die Jungs, aber dass Verletzungen passieren, ist leider normal. Uli wird bestimmt gewusst haben, wie schwer die Verletzungen sind und dann ist der Ballon noch größer geworden – bis er geplatzt ist. Es wird eine längere Sperre werden für Bellarabi, vor allem auf Grund der Verletzung. Aber definitiv keine drei Monate.“
    … über das Spiel der Eintracht beim BVB vergangenen Freitag: „So ein Spiel kann man verlieren, aber nach dem Spielverlauf, war es ein engeres Ding, als es das Ergebnis aussagt. Nach dem 1:1 waren wir zu gierig und haben dann einen Konter kassiert. Schade für die Jungs, weil sie wirklich ein super Spiel gemacht haben.“
    … zur Situation bei Eintracht Frankfurt: „Geduld müssen wir immer haben bei der Eintracht. Es ist normal, dass nicht alles perfekt laufen kann. Die Pokalniederlage war nicht eingeplant, das ist klar. Aber wir müssen die Ruhe bewahren und unseren Weg weiter gehen. Jetzt hat uns ein richtiger Spielmacher verlassen mit Niko Kovac. Wir waren unheimlich verschworen und so ein ‚Wir-gegen-alle-Gefühl’ war da. Aber es ist klar, dass sich etwas verändert und mit Adi Hütter haben wir einen Mann gefunden, der absolut zur Eintracht passt. Das Gesicht der Mannschaft hat sich verändert. Es ist ein sukzessives Weiterentwickeln und du willst immer versuchen, das Optimale heraus zu holen. Wir haben Spieler gehabt, denen wir ihm Juni schon gesagt haben, wir werden deinen Vertrag nicht verlängern. Der eine oder andere Spieler wollte dann wieder kämpfen und beweisen, dass er bleiben sollte. Wir haben die Gruppe im Training separiert, um mit den Spielern zu arbeiten, mit denen wir fest geplant haben. Die anderen Spieler haben wir aber absolut nicht ausgegrenzt. Sie haben trotzdem die gleiche Betreuung bekommen und haben alle professionell trainiert. Sie wurden aber keineswegs abgeschoben.“
    … über Kevin-Prince Boateng: „Wir haben ihn bekommen und haben gesagt, du kannst immer gehen, wenn du willst. Aber er wollte zurück zu seiner Familie nach Italien und das habe ich ihm versprochen. Er ist ein super Typ, der auch der Bundesliga fehlen wird. Boateng wollte unter Kovac trainieren und am Anfang hat jeder gesagt: ‚Wie konntest du diesen Spieler holen?’. Er hat immer 150% gegeben und er geht als Held und jeder wird sagen, er ist ein super Typ. Das hat er auch verdient.“
    … über Niko Kovac: „Man hat versucht, mir beizubringen, dass ich den Kovac rauswerfen sollte, weil er zu Bayern geht. Das wäre totaler Schwachsinn gewesen, weil er ja ein super Job gemacht hat bei uns und den Pokal geholt hat. Die Leute, die das gefordert haben, sind danach auf Knien zu mir gekommen.“
    … über die bevorstehende Europa League: „Ich finde, dass es absolut schade ist, auch für unsere Fans, dass wir in Marseille im leeren Stadion spielen müssen. Ich finde, dass es Blocksperren geben sollte, aber nicht das gesamte Stadion. Wir freuen uns riesig auf die Europa League Spiele. Wir werden alles reinhauen, aber wir werden auch nicht die Bundesliga vergessen. Unsere Ziele sind, in der Bundesliga konkurrenzfähig zu sein und auch in Europa die Gruppenphase zu überstehen.“
    … zur Diskussion über Heiko Herrlich: „Der Fußball lebt von Emotionen und Hintergründen, aber wichtig ist, dass wir alle solidarisch untereinander umgehen. Die Trainerkollegen unterstützen ihre Kollegen und das sind Dinge, die der Liga guttun. Heiko Herrlich hat vergangene Saison eine super Arbeit gemacht. Und jetzt nach zwei bis drei Spielen fängt es langsam an, dass man versucht ihn zu demontieren, bis er das auch irgendwann selber glaubt. Deshalb ist es wichtig, dass ein Völler und ein Jonas Boldt kein Blatt Papier dazwischen lassen und nicht im Hintergrund versucht wird, etwas zu streuen. Die Journalisten rufen Spieler an, die nicht spielen und die sind natürlich total unglücklich. Am Ende des Tages versucht man eine Stimmung zu erzeugen, die sehr kontraproduktiv ist. Aber der Schneeball wird dann immer größer und größer, bis die negative Stimmung im Verein und im Team zu sehen ist. Die Frage ist, wie stark man selber ist, gegen diese Stimmung anzugehen.“
    … zur Aussage von Kovac, dass seine „Mannschaft Freiwild sei“: „Er war selber ein Spieler, der körperbetont gespielt hat und auch bei uns immer gepredigt hat, sehr körperbetont zu spielen. In der Champions League geht es auch richtig zur Sache. Man sagt nicht, dass man sich gegenseitig kaputt treten muss. Bei den Verletzungen jetzt, zum Beispiel von Tolisso, da war jede Menge Pech dabei.“
    … über Kriterien für eine Trainerentlassung: „Das Entscheidende ist, dass dir die Mannschaft folgt. Wenn das fehlt, ist es einfach schwierig, auch für die Führung. Du kannst nicht 15 bis 20 Spieler rauswerfen und musst einfach einen neuen Reiz setzen. Man muss dann einfach im Sinne des Vereins denken und das fällt einem nicht einfach. Ich hatte eine Situation, bei dem die Spieler in der Ansprache durch den Trainer hindurch geschaut hatten. Da habe ich in der Halbzeit schon gedacht, heute Abend werde ich länger arbeiten müssen und den Trainer entlassen.“
    … über die Dominanz des FC Bayern: „Du kannst es vielleicht in einem Spiel schaffen, die Bayern zu schlagen. Pokal und Meisterschaft sind fest eingeplant. Aber das Thema Champions League, das reizt sie und da wird es auf Niko ankommen, daran wird er gemessen, wie weit er kommt. Wenn sie mal rotieren, dann kann man sie packen. Aber in Normalform – über 34 Spieltage – hat in Deutschland keiner die Chance, ihnen die Meisterschaft zu nehmen.“

    Sky Experte Lothar Matthäus...
    … zu Mario Götze:
    „Er passt nicht in das Konzept von Lucien Favre. Denn seine Position – die des klassischen Zehners – gibt es bei Dortmund nicht. Er sollte sich Gedanken machen, wie es mit seiner Karriere weiter geht, weil er war in den letzten vier Jahren kein Stammspieler mehr.“

    Sky Experte Jan Aage Fjörtoft ...
    … zu Bayer Leverkusen:
    „In Leverkusen arbeiten sie sehr hart. Die Zielsetzung muss nach drei sieglosen Spielen geändert werden. Man versucht das Team wieder zu kräftigen, aber man schafft es nicht. Das fängt auf dem Platz an und man kann sich nicht hinter dem Trainer verstecken. Deshalb liegt es an den Spielern und nicht am Trainer.“
    … zur Personalie Heiko Herrlich: „Der Trainer ist das schwächste und stärkste Glied im Team. Die Trainer haben eingerechnet, dass sie gefeuert werden. Früher hat man darauf geachtet, dass es nicht mit in seinem Lebenslauf steht, aber heute ist es schon normal geworden.“
    … über den FC Bayern: „Kovac ist der richtige Trainer und wenn Bayern sich immer den richtigen Trainer holt, muss man aufpassen, dass nicht wie in Schottland eine Mannschaft immer mit 20 Punkten Vorsprung die Meisterschaft gewinnt.“
    … zur Aussage von Uli Hoeneß: „Die Wortwahl war vielleicht nicht gut, aber das Foul von Bellarabi war einfach extrem schlimm. Das Foul war nicht in Ordnung, aber Uli Hoeneß hätte bis zehn zählen sollen und dann eine Aussage tätigen sollen. Eigentlich hat es nichts mit Leverkusen oder Bellarabi zu tun. Ich denke sie haben Angst, in den nächsten Spielen noch mehr Ausfälle zu bekommen und wollen versuchen, die Spieler zu schützen.“
    … zu Mario Götze: „Er muss sich selber wieder finden. Ich glaube, dass Favre ein Signal setzt, das wir nicht sehen können im Training. Das passiert überall, dass Spieler zu schnell Superstars sind. Ein Wechsel wäre nur eine Flucht für ihn und ich hoffe, dass er wieder zurückkommt, denn er ist ein Aushängeschild für den deutschen Fußball. Er kann auf jeder Position spielen und deshalb sind die Aussagen von Favre für mich einfach Fake News. Ich glaube, wäre er in Top-Form, hätte Favre vielleicht auch eine Position für ihn. Für Dortmund ist es auch nicht gut, denn der Blick wird trotz des Sieges nur auf Mario Götze gelegt.“
    … zur Eintracht Frankfurt: „Du bist plötzlich Pokalsieger gegen Bayern und stehst ohne Trainer da. Kovac war ein Glücksfall für die Eintracht und Bobic und Kovac haben super zusammen gearbeitet. Es war sehr schmerzhaft für die Eintracht, dass Kovac den Verein verlassen hat.“
    … zu FC Schalke 04: „Letzte Saison hat man gesagt, dass die Aussagen von Tedesco perfekt sind und jetzt werden genau die Gleichen kritisiert. Das sehen wir oft an Teams: Nach einem Erfolg sind die Erwartungen höher und jetzt kommt es darauf an, dass man die Kurve bekommt. Das kann zu einer Krise werden, weil auch die Fans sehr fanatisch sind. Aber man muss es positiv sehen, weil man jetzt in der Champions League die Zeit hat, die Kurve zu kriegen. Und vor allem gegen Bayern freut sich jeder zu spielen. Das sollten sie auch nutzen.“





    Für Rückfragen:
    O-Ton-Service Sky/mw
    eMail: Sky-Sport-PR@sky.de
    Mehr Informationen unter www.sky.de