• Hannover-Sportdirektor Heldt sieht Schwächen beim FC Bayern: „Der Kader hat Lücken“
  • Mönchengladbachs Trainer Hecking überzeugt: „Wenn man gute Arbeit abliefert, wird man in Form einer Vertragsverlängerung belohnt“
  • Sky Experte Matthäus kritisiert Bayern München: „Probleme auf und außerhalb des Platzes“

    Unterföhring, 07. Oktober 2018 -
    In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. Horst Heldt, Michael Reschke (per Video-Zuschaltung) und Sky Experte Lothar Matthäus bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.


    Horst Heldt (Sportdirektor Hannover 96) ...
    … zur Situation in Hannover:
    „Es ist unsere volle Überzeugung, dass wir André Breitenreiter den Rücken stärken. Er ist von Schalke 04 gekommen, war dort noch unter Vertrag. Der Aufstieg in die Bundesliga war unserer absoluter Wille. Das hat André sehr gut angenommen und geschafft. Auch in der letzten Saison haben wir tollen und attraktiven Fußball gespielt, hatten mit dem Abstieg nichts zu tun. Das ist jetzt unsere erste Krise gewesen. Es wäre nicht gerecht, dann sofort alles in Frage zu stellen. Wir hatten vier Auswärtsspiele an den ersten sechs Spieltagen und haben gegen namhafte Gegner gespielt. Das muss man realistisch sehen. Der Trainer ist vorneweg marschiert und da Bedarf es jeder Unterstützung. Schnellschüsse machen häufig keinen Sinn.
    … zur Situation des VfB Stuttgart: „Es ist keine schöne Situation, aber das gehört zum Job dazu. Wenn man von einem Trainerwechsel überzeugt ist, kommt die Länderspielpause jetzt zum richtigen Zeitpunkt.“
    … zum Spiel gegen den VfB Stuttgart: „Der Sieg war wichtig vor der Länderspielpause. Natürlich war es überraschend, dass der VfB mit einer Fünferkette begonnen hat. Das hat uns in die Karten gespielt. Wir konnten in Ruhe aufbauen und haben den Gegner von Beginn an unter Druck gesetzt. Die Entscheidung, warum der VfB so agiert hat, kann ich nicht bewerten.“
    … zur Situation des FC Bayern München: „Es ist noch nicht lange her, da hat jeder davon gesprochen, dass wir die Meisterschale schon nach München schicken können. Grundsätzlich tut es erstmal der Liga gut. Es geht nicht darum, dass man sich freut, wenn andere Mannschaften Probleme haben. Jetzt hat Bayern mal eine Krise. Es wäre in der Tat interessant, wenn Bayern ein Jahr in der Europa League spielen würde. Es ist festzustellen, dass der Kader Lücken hat und eine latente Unzufriedenheit herrscht, wenn ein Spieler nicht zum Einsatz kommt. Es sind viele Punkte, die in der Kürze der Zeit Fragen aufwerfen. Der entscheidende Punkt ist jedoch, was lässt man zu? Es fängt damit an, dass gewisse Leute zu bestimmten Zeitpunkten auch mal nichts sagen sollten. “
    … zu Bobby Wood und Walace: „Die Transfers liegen in meiner Verantwortung. Die will ich auch gar nicht an jemand anderen übertragen. Wir haben begrenzte Möglichkeiten und können nur das ausgeben, was wir vorher eingenommen haben. Wir hätten mehr investieren können, wenn wir Niklas Füllkrug verkauft hätten, aber wir haben uns dagegen entschieden. Beide Spieler haben in ihren Karrieren gezeigt, wozu sie in der Lage sind. Das konnten sie beim Hamburger SV vielleicht nicht ganz abrufen. Walace ist brasilianischer Nationalspieler, der Junge hat Qualität.“
    … zur geplanten Strukturreform des DFB: „Es ist nicht gesund und richtig, dass Mitbewerber in Punkten wie Lizenzierung entscheiden. Ich denke, dass der DFB eine neue Struktur braucht und habe das Gefühl, dass es jetzt in die richtige Richtung geht.“
    … zu Borussia Dortmund: „Sie haben Spieler im Kader, die bei anderen Vereinen absolute Stammspieler wären. Sie haben einen Trainer, der eher Pessimist als Optimist ist. Das hilft in der aktuellen Situation. Deswegen glaube ich, dass das einen ganz langen Atem haben wird.“


    Michael Reschke (Sportvorstand VfB Stuttgart/per Video-Zuschaltung) ...
    … zur Entlassung von Tayfun Korkut:
    „Die Gesamtbilanz ist natürlich zum Saisonauftakt total unbefriedigend. Zudem kommt die sportliche Entwicklung der Mannschaft, die auch etwas zu wünschen übrig lässt. Wir haben die gesamte Situation erörtert und sind dann zu dieser Entscheidung gekommen. Tayfun Korkut hat uns in der vergangenen Saison sehr geholfen und einen tollen Job gemacht. “
    … zu den Planungen des VfB: „Andreas Hinkel wird den Trainingsbetrieb leiten. Wir sind bestrebt, eine gute Lösung für den Klub zu finden. Das wird kein Wettrennen sein, sondern soll eine Überzeugungstäterschaft sein.“
    … zu Interimstrainer Andreas Hinkel: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass er gegen Borussia Dortmund noch auf der Bank sitzt. Aber gehen Sie davon aus, dass wir den Markt sehr gut sondieren werden. Wir werden uns mit zwei, drei Trainern treffen und eine gute Lösung für den VfB finden.“
    … zum Anforderungsprofil an den neuen Trainer: „Es geht darum, die Mannschaft zu stabilisieren. Speziell in der Offensive müssen wir erfrischender und torgefährlicher spielen. Das wird eine der Herausforderungen sein. Es gibt etliche Namen, die eine hohe Qualität haben.“


    Sky Experte Lothar Matthäus ...
    … zur Entlassung von Tayfun Korkut:
    „In der Rückrunde hat Tayfun Korkut sehr gute Arbeit geleistet. Dadurch hat er die Latte vielleicht zu hoch gelegt und Erwartungen für diese Saison geschürt. Der VfB hat eine sehr erfahrene Mannschaft und es ist Korkut wohl nicht gelungen, die Mischung aus Erfahrung und jungen Spielern so zusammenzubringen, dass erfolgreicher Fußball gespielt wird. Teilweise haben Spieler auf Positionen gespielt, auf denen sie sich nicht wohlgefühlt haben. Da muss man sich natürlich schon fragen, ob Tayfun Korkut an der Personalplanung beteiligt war.“
    … zu den Erwartungen an den neuen Trainer des VfB Stuttgart: „Man braucht einen erfahrenen Trainer, der die Situation und die Bundesliga kennt. Ich glaube nicht, dass er VfB einen jungen Trainer holt, mit dem man nicht rechnet. Das Risiko wäre zu hoch.“
    … Zur Situation des FC Bayern München: „Einem FC Bayern darf so ein Spiel wie gegen Borussia Mönchengladbach nicht passieren. Da gibt es einige Probleme. Nicht nur auf, sondern auch außerhalb des Platzes. Diese müssen gelöst werden, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Es hat so ausgesehen, dass einige Spieler in den letzten Wochen nicht die Motivation hatten, die sie normalerweise haben müssten. Unzufriedene Spieler, beleidigte Spieler, wenn sie mal ausgewechselt werden. Wie soll sowas funktionieren. Der FC Bayern hat es verpasst, sich spielerisch zu erfrischen. Es ist ein Nachteil, dass jetzt Länderspielpause ist, denn in den nächsten Tagen kann der FC Bayern die Situation nicht korrigieren.“
    … zu Arjen Robben und Franck Ribery: „Der Fußball lebt von der Geschwindigkeit. Robben und Ribery werden nicht schneller, aber sie sind trotzdem gut genug, dass sie zum Erfolg beitragen können. Zudem hat man mit Kingsley Coman einen schnellen Spieler dahinter. Bayer München hat auch Verletzungsprobleme. Zudem haben sie zum Beispiel in Bernard vor der Saison einen Spieler abgegeben, der jetzt helfen könnte. Man muss die Transferpolitik beleuchten und auch teilweise kritisieren, dass man da einfach Fehler gemacht hat.
    … zu James Rodriguez: „Er hat keinen Respekt vor dem Trainer. Die Spieler müssen von ihrem hohen Ross runterkommen und sich sagen, dass sie dem Verein dienen wollen. Es ist normal, dass man unzufrieden ist, wenn man nicht spielt. Es ist nicht in Ordnung, es so nach außen zu tragen. Bayern München ist ein Weltklasse-Klub. Die Spieler sollten zufrieden und glücklich sein, für diesen Klub spielen zu dürfen.“
    … zur Situation bei Borussia Mönchengladbach: „Ich traue ihnen einiges zu. Die Mannschaft hat Alternativen auf der Bank, die eine hohe Qualität ins Spiel bringen können. Außerdem haben Sie mit Alassane Pléa endlich mal wieder einen Stürmer, der kontinuierlich Tore schießt. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie aktuell keine großen Verletzungssorgen haben. Es macht Spaß, dieser Mannschaft zuzuschauen. Ich wünsche und traue es der Borussia zu, dass sie die deutschen Farben nächstes Jahr international vertritt.
    … zu Borussia Dortmund: „Die Leidenschaft von Borussia Dortmund ist einzigartig. Sie spielen in den letzten Wochen in der zweiten Halbzeit brillant. Die Einwechselspieler tragen alle zum Erfolg bei. Lucien Favre hat die Mannschaft im Griff, er reizt die Spieler auch etwas. Sie sind ein Kandidat für die deutsche Meisterschaft. Aber auch Augsburg hat am Samstag ein sehr gutes Spiel gemacht. Die Bundesliga hat wieder an Attraktivität gewonnen. Favre hat ein ganz klares Konzept. Außerdem sind sie mit Sebastian Kehl und Matthias Sammer sehr gut aufgestellt.“


    Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach/per Video-Zuschaltung) ...
    … zum Sieg gegen den FC Bayern München:
    „Wir haben natürlich im Vorfeld wahrgenommen, dass es in den letzten Wochen bei ihnen nicht ganz rund gelaufen ist. Es wirkt momentan nicht ganz so stabil beim FC Bayern. Dementsprechend wollten wir unsere Chance nutzen. Es ist natürlich toll, dass das so geklappt hat. Aber ich mache jetzt nicht den Schlaumeier, wie man Bayern München schlägt. Wir sind mit Selbstvertrauen nach München gefahren. Wir wollten unser Spiel durchbringen. Das ist uns zwar nicht so gelungen, aber wir haben in der Defensive hervorragend gespielt. Wir haben gemerkt, dass sie nicht so gut durchgekommen sind. In München musst du trotzdem immer Angst haben, dass sich das Spiel noch drehen kann.“
    … zu Lars Stindl: „Wenn man einen Nationalspieler in den Reihen hat, der langsam wieder in Form kommt, dann gibt es natürlich den Moment, an dem überlegt ihn einzusetzen. Für mich war gestern der Moment, an dem ich gesagt habe, dass wir einen ballsicheren Spieler brauchen. Es war dann auch ein bisschen Glück für uns, dass es so gut aufgegangen ist.“
    … zur Situation in Mönchengladbach: „Natürlich wollen wir uns oben festsetzen. Wir hatten anspruchsvolle Gegner an den ersten Spieltagen, deswegen haben die ersten sieben Partien schon einen Wert für mich. Aber die Bundesliga ist ein Marathon.“
    … zu einer möglichen Vertragsverlängerung: „Ich bin das so oft gefragt worden. Ich bin jetzt so lange dabei, für mich ist ein auslaufender Vertrag kein Risiko. Ich möchte gute Arbeit abliefern. Wenn man die abliefert, wird man eine Belohnung in Form einer Vertragsverlängerung bekommen. Dann wird es irgendwann den Punkt geben, an dem man sich zusammensetzt. Der wird kommen. Mit ergebnisoffenen Gesprächen. Ich weiß, was ich an der Borussia habe. Diese Vertragsverlängerungsgeschichte ist ein Running Gag. Irgendwann wird es konkrete Gespräche geben. Das kann morgen sein, das kann im Dezember sein, das kann aber auch erst im März sein. Ich bin da ganz gelassen. Max Eberl weiß, wie das Geschäft läuft. Ich mache mir da keine Sorgen. Gespräche sind dafür da, dass man sich in beide Richtungen orientieren muss.“



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