• Reschke zum Trainerwechsel: „Haben Markus Weinzierl im richtigen Moment geholt“
  • Gladbach-Coach Hecking: „Vertragsverlängerung ist noch offen“
  • Fortuna-Vorstandsboss Schäfer stärkt Funkel: „Er und sein Team sind die richtigen Personen“
  • Sky Experte Fjörtoft zum Kadervergleich Bayern vs. Dortmund: „Bayern hat besten Kader in Deutschland“

    Unterföhring, 28. Oktober 2018 -
    In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke, Düsseldorfs Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer, Gladbachs Trainer Dieter Hecking und Jan Aage Fjörtoft bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.


    Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach) ...
    … zu den Überlegungen in der Sommerpause:
    „Selbstzweifel will ich nicht sagen, aber es gab ein Hinterfragen, warum es in der Rückrunde nicht lief. Ich habe mich mit Max Eberl zusammengesetzt und wir haben die Situation analysiert. Wir hatten viele Verletzungsprobleme, aber das Thema der zentralen Analyse war, wie wir uns verbessern können. Und wenn ich jetzt sehe, wie viel Qualität wir im zentralen Mittelfeld haben, darum beneiden uns viele Vereine.“
    … zu den Neuzugängen: „Natürlich macht man sich Gedanken über die Kaderplanung. Wir wussten, dass Fortuna Düsseldorf Florian Neuhaus gerne behalten hätte, aber da waren wir überhaupt nicht gesprächsbereit. Er hat auch etwas profitiert, weil einige Konkurrenten im Sommer Turniere spielen mussten. Aber er hat sich sofort gut eingefügt. Ein weiterer Plan war, dass wir Nico Elvedi nach innen ziehen. Wir haben ihm zugetraut, die Lücke von Jannik Vestergaard zu schließen. Und dann haben wir uns entschieden, mit Michael Lang noch einen Rechtsverteidiger zu verpflichten. Und dann kam natürlich Alassane Plea noch hinzu.“
    … zur Verpflichtung von Plea statt Niclas Füllkrug: „Wir hatten zwei Spieler, bei denen die Scoutingabteilung einen überragenden Job gemacht hat. Beide Spieler hätten uns besser gemacht, auch Niclas Füllkrug hätte uns besser gemacht. Aber dann gab es ein Wechselspiel mit Nizza. Wir mussten abwägen, es hat sich hingezogen und irgendwann hat Hannover gesagt, dass sie ihn nicht verkaufen.“
    … zur Reservistenrolle von Christoph Kramer: „Chris Kramer hat einen hohen Stellenwert in der Mannschaft, wir haben aber mit Tobi Strobl einen Spieler zurückbekommen, der der Mannschaft Struktur geben kann. Natürlich rumort es in Chris, es wäre schlimm, wenn es nicht so ist. Das Selbstverständnis erwarte ich von meinen Spielern.“
    … zu seiner möglichen Vertragsverlängerung: „Max Eberl und mir war immer klar, dass es unsere Aufgabe ist, diese schwierige Situation zu meistern und nicht darüber nachzudenken, was im Sommer ist. Deshalb hatten wir diese gute Analyse. Und gerade weil es diese kritischen Stimmen gab, bin ich auf Max zugegangen und habe gesagt, dass es keine gute Idee ist, sofort zu verlängern. Er wird den Zeitpunkt bestimmen, wann er auf mich zukommt und über das Thema sprechen will. Dann wird man sehen, ob wir verlängern oder ob wir den Vertrag auslaufen lassen. Das ist noch offen. Dass es in diesem Jahr noch passieren wird, ist klar.“


    Michael Reschke (Sportvorstand VfB Stuttgart, zugeschaltet) ...
    … zur aktuellen Situation:
    „Unsere Jungs wie alle Verantwortliche können die Tabelle lesen, die spricht eine eindeutige Sprache. Der Auftakt ist gründlich missglückt, für uns geht es jetzt darum, Punkte zu sammeln, um auch in der nächsten Saison in der Bundesliga zu spielen.“
    … zur Qualität des Kaders: „Es ist noch gar nicht lange her, da sind wir mit dem Kern des Kaders Siebter geworden. Wir haben im Sommer aus unserer Sicht den Kader sinnvoll ergänzt und verstärkt.“
    … zum Trainerwechsel: „Wir haben Weinzierl im richtige Moment verpflichtet. Die tägliche Arbeit zeigt, dass er einen klaren Plan hat. Auch wenn die ersten zwei Spiele mit zwei 0:4-Pleiten schlecht gelaufen sind. Es war abzusehen, dass es gegen Dortmund und Hoffenheim schwer wird. Das haben wir Markus bei der Verpflichtung gesagt, er war sich dessen bewusst.“
    … zur Transferpolitik: „Mit Didavi, Kempf und Sosa konnten drei Spieler verletzungsbedingt ihre Qualität noch gar nicht einbringen. Wir sind nach wie vor von diesem Kader überzeugt. Nachjustierungen liegen in der Natur der Sache, aber wir sind weit davon entfernt, den Kader derart infrage zu stellen, wie es der Tabellenplatz aussagt.“
    … zur eigenen Verantwortung: „Die Verantwortung, die ich für den Klub empfinde, ist sehr groß. Ich reflektiere mein Handeln immer selbstkritisch. Mein persönliches Schicksal ist vollkommen uninteressant. Es geht um den VfB Stuttgart, der im Schwabenland eine riesige Bedeutung hat.“


    Robert Schäfer (Vorstandsvorsitzender Fortuna Düsseldorf, zugeschaltet) ...
    … zur aktuellen Situation:
    „Natürlich sind die letzten Spiele nicht so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben. Allerdings muss man sich auch an die ersten Spiele erinnern. Das waren Spiele, in denen die Mannschaft gegen Hoffenheim gewonnen hat und sie das gezeigt hat, was wir erwarten: dass sie kämpft, dass sie den Meter mehr macht. Wir müssen eine hohe Laufleistung haben. Aber die Bundesliga ist für uns Neuland, sie hat ein sehr hohes Niveau. Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, die noch lernen muss.“
    … zur Bundesligatauglichkeit des Kaders: „Absolut ja. Die letzten Spiele zeigen den Prozess, in dem wir sind, dass wir Lehrgeld zahlen. Aber diesen Prozess müssen wir durchmachen. Wir müssen den kopf hochnehmen und dann wird das auch gelingen.“
    … zu den finanziellen Möglichkeiten: „Tatsächlich sind die Mittel beschränkt, aber das nehmen wir an. Wir haben als Verein keine Schulden. Wir haben in den letzten Jahren eine Entwicklung genommen, dass wir finanziell stabil sind und junge Spieler entwickeln. Darüber werden wir uns nicht beschweren, sondern diesen Weg gehen.“
    … zu Trainer Friedhelm Funkel: „Niemand hat einen Freibrief. Friedhelm Funkel geht richtig an die Sache heran. Er hat unsere Mannschaft zum Meister der zweiten Liga gemacht, er entwickelt die Spieler behutsam und geht mit viel Bedacht an die Sache heran. Daher sind wir damit sehr zufrieden. Er und sein Team sind für uns die richtigen Personen. Jetzt gilt es, aus diesen Rückschlägen die richtigen Schlüsse zu ziehen.“


    Sky Experte Jan Aage Fjörtoft ...
    … zur Situation bei Stuttgart:
    „Jede Saison gibt es eine Mannschaft, die nicht realisiert, dass sie im Abstiegskampf ist. Vielleicht ist das bei Stuttgart der Fall. Zum Glück für Stuttgart gibt es Nürnberg und Düsseldorf. Aber sie müssen aufpassen. Die Spieler, die man geholt hat, hat man für die Europa League geholt. Es braucht Zeit, diese Spieler auf den Abstiegskampf einzustellen.“
    … zum Gladbacher Erfolg: „Es gab viele Schlüssel. Sie hatten viele Verletzte, aber dann hat der Trainer sich etwas gefragt, was mir sehr gefällt. Er fragte sich, welche Spieler er hat und welches System dazu passt. Viele Trainer wollen ihr System in eine Mannschaft pressen. In einem 4-3-3 hat man mehr Platz für die Offensiven und das ist die richtige Herangehensweise.“
    … zum Zweikampf Dortmund vs. Bayern: „Dortmund hat sich viele Chancen herausgespielt und am Ende einen Punkt geholt, Bayern hat gewonnen. Welcher Trainer will man heute sein? Ich denke, man will heute Kovac sein.“
    … zur Transferpolitik der beiden Topklubs: „Dortmund hat den besseren Job gemacht, aber man kann es schwer vergleichen. Der Umbruch ist bei Bayern das Thema. Die Bayern haben den besten Kader in Deutschland.“
    … zu den Führungsebenen bei Bayern und Dortmund: „Dortmund hat da einen klaren Vorteil. Zorc, Watzke, Kehl, man holt einen Matthias Sammer und baut sich ein Team um das Team. Bei der Pressekonferenz der Bayern hatte man dagegen die Möglichkeit, Hasan Salihamidzic zu stärken. Was hat man gemacht? Man hat ihn geschwächt. Die Aufgabe für Uli Hoeneß ist es jetzt, einen Kronprinzen zu holen.“



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