• Sammer über Bayern München: „Über die Spieler reden wir aktuell sehr wenig“

    München, 9. November 2018 –
    Vor dem Topspiel Borussia Dortmund gegen FC Bayern München blickt Eurosport Experte Matthias Sammer im Vodcast „bwin Sammer Time“ auf den Bundesliga-Klassiker voraus. Dabei überrascht er mit der Feststellung, dass der „BVB nicht besser als die Bayern“ spiele. Zudem bewertet Sammer die aktuelle Situation rund um Bayern-Coach Niko Kovac.


    Eurosport Experte Matthias Sammer:
    Über den Leistungsvergleich Dortmund-Bayern:

    „Der BVB spielt auf keinen Fall besser als die Bayern. Das ist eine Mär. Die Nation hebt die Borussia in ein unrealistisches Licht. Dortmund hat in der vergangenen Saison nur aufgrund des Torverhältnisses die Champions League erreicht, das darf man nicht vergessen. (…) Wenn der FC Bayern solche Spiele abgeliefert hätte wie zwischendurch Dortmund, dann hätten sie die Säbener Straße abgerissen. Deswegen muss man in der Analyse immer darauf achten: wo kommt einer her und wo steht einer“

    Über Bayern-Trainer Niko Kovac:
    „Niko Kovac kämpft für diesen Verein, das nötigt mir den größten Respekt ab. Niko steht natürlich ein wenig allein da, aber das ist einfach so. Die Trainerposition bei Bayern ist mitunter eine starke aber nach außen einsame Angelegenheit. (…) Es ist eine Reifeprüfung für Kovac. Die wird er bestehen und gestärkt daraus hervorgehen. Davon bin ich überzeugt. Bayern ist eine harte Schule.“

    Über die häufigen Nebengeräusche und Schlagzeilen, die der FC Bayern zuletzt produziert hat:
    „Mancher Klub würde sich die Unruhe der Bayern wünschen, wenn er diese Ergebnisse erzielen würde. Ich weiß nicht, inwieweit das eine oder andere Thema auch zur strategischen Ausrichtung des Vereins gehörte. Ich versuche immer, unabhängig von Nebenkriegsschauplätzen, die sportliche Leistung zu analysieren, stets im Verhältnis zu den Ansprüchen und zur Qualität des Klubs. Es ist unbestritten, dass im Moment ein wenig Inspiration und Leichtigkeit fehlt. Die Ergebnisse sind absolut in Ordnung. Sie werden in der Champions League durchmarschieren und sind in der Bundesliga in Lauerstellung. Das Selbstverständnis geht vielleicht zwischendurch ein wenig verloren (…) Aktuell reden wir sehr, sehr viel über den Verein und den Trainer. Über die Spieler reden wir aktuell sehr wenig. Aber komischerweise spielen die alle am Samstag. Denn um 18:30 Uhr steht nicht die Vereinsführung auf dem Platz, und der Trainer steht nur am Rand. Vielleicht sind sie gerade bei 97 Prozent. Die wahre Kunst ist es in einer Saison Schwankungen stabil auszuhalten.“

    Über BVB-Kapitän Marco Reus:
    „Reus ist ein Gesicht des BVB. Der Klub ist für diese Stadt mehr als das normale Leben. Marco ist quasi das lebende Beispiel für die Menschen und ein Grund, sich mit diesem Klub zu identifizieren. Er ist in seiner Rolle als Kapitän und Identifikationsfigur gereift.“

    Über die Bayern-Altstars Franck Ribéry und Arjen Robben:
    „Ribéry und Robben sind bis heute Vorbilder, das Leistungspotenzial ist noch immer gegeben. Aber das Verhältnis zu finden, inwieweit man auch den jungen Spielern Platz gibt, ist schwer. Das ist ein Prozess, der nicht geräuschlos von statten geht und der Zeit braucht."

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