Direkt aus Leipzig, wo er am Vorabend den 3:0-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Russland verfolgt hatte, kam DFB-Präsident Reinhard Grindel am Freitagvormittag in die Sepp-Herberger-Grundschule nach Weinheim an der Bergstraße. Der 57-jährige Niedersachse las den 150 Schülerinnen und Schülern anlässlich des Deutschen Vorlesetages aus dem Buch „Wir sind die Champions“ vor. In den Diensten der Sepp-Herberger-Stiftung besuchen Persönlichkeiten des deutschen Fußballs regelmäßig die Grundschule, um an den unvergessenen Nationaltrainer zu erinnern.

Hennef/Weinheim, 16. November -
Zwei Steinwürfe entfernt von der Schule, die seinen Namen trägt, steht das Haus, in dem er mit seiner Frau die letzten 26 Jahre seines Lebens verbracht hatte. Nochmal ein paar hundert Meter weiter muss man gehen, den Hügel hoch, dort auf dem Bergfriedhof liegen beide Seite an Seite begraben, Sepp und Eva Herberger. An diesem späten Lebensmittelpunkt des Alt-Bundestrainers Josef Herberger, dessen Bilanz Jogi Löw erst vor Kurzem einstellen konnte, las DFB-Präsident Reinhard Grindel am Freitagvormittag rund 150 Kindern der Sepp-Herberger-Grundschule aus „Wir sind die Champions“ vor. In Manfred Mais Erzählung geht es um drei Mädchen, die in einer Jungenmannschaft mitspielen wollen.
150 gespannt zuhörende Kinder in Weinheim

„Ich habe mich wirklich auf diesen Termin gefreut. Es ist ungeheuer wichtig für Kinder, zum Lesen angeregt zu werden. Jeder, der gerne liest, weiß wie sehr es die Fantasie beflügelt“, sagte der DFB-Präsident und an seine jungen Zuhörer gerichtet: „Lesen ist wie Kino im Kopf“. Anschließend las er den gespannt zuhörenden Kindern rund zwanzig Minuten lang die Geschichte von Hannah, Lukas, Recep, Yasin und Herrn Butz vor. „Ich fand das ungeheuer cool, vom DFB-Präsidenten aus einem Fußballbuch vorgelesen zu bekommen“, sagte der neunjährige Enno, der das Buch auf jeden Fall selbst fertiglesen will. Sein Lieblingsbuch ist Harry Potter. Auch Fin war begeistert. „Herr Grindel hat das gut gemacht“, lobte Fin, in dessen Lieblingsbuch „Animal Heroes“ Kinder über magische Kräfte verfügen.

Reinhard Grindel musste früh aufstehen, um an diesem dritten Freitag im November, dem etablierten Termin des bundesweiten Aktionstags, den Weinheimer Kindern vorlesen zu können. Gestern Abend noch hatte er in Leipzig den 3:0-Sieg über den WM-Viertelfinalisten Russland verfolgt. Sieben Startelfspieler waren 23 Jahre oder jünger. Es war der höchste deutsche Sieg des Jahres 2018. Gut gelaunt und mit spürbarer Vorfreude begann der DFB-Präsident dann um kurz nach 11 Uhr seine Lesestunde.

Bundesweiter Vorlesetag mit 170.000 Teilnehmern

Der bundesweite Vorlesetag hat seit der Einführung vor 15 Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2004, als die Idee erstmals umgesetzt wurde, beteiligten sich gerade 1900 Menschen. Im vergangenen Jahr waren es 170.000 Teilnehmer. Bedrohliche Zahlen dagegen vermeldete zuletzt der deutsche Buchmarkt, der zwischen 2012 und 2016 rund sechs Millionen Buchkäufer verlor. Nur noch rund 42 Prozent der Befragten schlagen mindestens einmal in der Woche ein Buch auf. Vor wenigen Jahren tat dies noch jeder zweite in Deutschland. Besonders deutliche Rückgänge registriert man in der Altersgruppe der 14 bis 49-Jährigen. Der DFB-Präsident hatte also durchaus Gründe, heute früh aufzustehen und ein bisschen die Trommel für das Lesen zu rühren.

Herberger selbst war bekanntermaßen ein begeisterter Leser. Seine mehr als 1500 Bände umfassende Bibliothek vermachte er kurz vor seinem Tod der eigenen Stiftung. Zum Abschluss des Freitags besuchte der DFB-Präsident das frühere Wohnhaus des ,,Chefs“ sowie das Grab der Eheleute Herberger.


Rückfragehinweis
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