Duale Karriere: Florian Mennigen legt sich in die Riemen

Bonn (pps) - Das große Ziel von Florian Mennigen (28, Dortmund) ist der Weltmeistertitel mit dem Deutschland-Achter. Die Chancen stehen gut. Das Flagschiff des Deutschen Ruderverbandes steht im Finale bei der Ruder-WM in Neuseeland (7.11., ab 3.38 Uhr, live im ZDF). Neben seinen sportlichen Zielen verfolgt der Spitzenathlet aber auch konsequent seine berufliche Laufbahn. Mennigen steht kurz vor dem Abschluss seines Masterstudiums in Wirtschaftspsychologie und sammelt durch Praktika erste Berufserfahrung. So nahm er während seiner WM-Vorbereitung an einem Bewerbertraining von Sporthilfe und Telekom teil und absolvierte anschließend ein Praktikum beim Bonner Telekommunikationsunternehmen. „Ich konnte mein Training in den Arbeitsalltag integrieren. Eine komfortable Situation, die mir ermöglicht, trotz eines engen Zeitplans wertvolle berufliche Erfahrungen zu sammeln", lautete Mennigens positive Bilanz nach seinem Praktikum bei der Telekom.

Als Mitglied des Deutschland-Achters absolviert Mennigen einen knallharten Trainingsplan: Wöchentlich 14 Trainingseinheiten, davon acht auf dem Wasser und sechs an Land für die spezielle Schulung von Kraft und Beweglichkeit. Auf durchschnittlich 22 Stunden Training kommt der 28-Jährige so in der Woche, dazu kommen Trainingslager und Wettkämpfe.

„Duale Karriere“ – Spitzensport und berufliche Weiterbildung

Wie wichtig neben dem Fulltime-Job Spitzensport die berufliche Weiterbildung ist, zeigt das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln, die auf einer Befragung aller rund 3.800 von der Sporthilfe geförderten Leistungssportler beruht. Deutschlands Spitzenathleten verdienen weniger als der Durchschnitt der Bevölkerung. Aktive Athleten kommen im Schnitt auf ein monatlich verfügbares Einkommen von 626 Euro. Dabei leisten sie enormes. Spitzensportler haben in der Regel eine 60-Stunden-Woche und sind im Schnitt 124 Tage im Jahr bei nationalen und internationalen Wettkämpfen unterwegs. Die Olympioniken und Weltmeister stehen daher immer wieder vor der Frage, wie lange sie sich ihre sportliche Karriere noch leisten können.

In ihnen steckt ein für Wirtschaftsunternehmen großes Potenzial. Nach einer aktuellen Studie des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Universität Münster sind die so genannten „Soft Skills“ (soziale Kompetenzen), die in Unternehmen immer höher bewertet werden, bei Spitzensportlern weitaus ausgeprägter als bei anderen Berufseinsteigern. Neben einer sehr hohen Leistungsmotivation, Gewissenhaftigkeit und Zielstrebigkeit zeichnet Leistungssportler vor allem eine weit überdurchschnittliche psychische Konstitution, wie emotionale Stabilität, Belastbarkeit und Selbstbewusstsein, aus. Es lässt sich sogar ein direkter Zusammenhang zwischen dem Soft-Skill-Niveau und der Dauer der leistungssportlichen Karriere feststellen: Je länger ein Sportler in der Nationalmannschaft ist, umso stärker sind seine Soft Skills ausgeprägt.

Sportlich läuft es für Florian Mennigen in dieser Saison ganz hervorragend. Der Deutschland-Achter fuhr bisher von Sieg zu Sieg. Seit dem achten Platz bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 ist das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes ungeschlagen und steht jetzt im WM-Finale. Im Boot sitzen nicht nur acht starke Männer und ein Steuermann, sie harmonieren auch sehr gut miteinander - die Chemie stimmt. Doch was macht ein solches Siegerboot aus?

Florian Mennigen forschte im Rahmen seiner Masterarbeit im Fach Wirtschaftspsychologie über die Persönlichkeitsstruktur von Leistungsruderern. „Ich wollte wissen: Wie tickt jeder einzelne und warum gewinnt das eine Team und das andere verliert, obwohl beide physisch gleich stark sind.“ Sieben Teamplayer und ein Individualist; Mennigen hat hierbei eine Typologie herausgearbeitet: „Anscheinend gibt es vier Typen von Ruderern: Die Anführer, die Individualisten, die Teamplayer und die psychisch weniger Stabilen.“ Im Weltmeisterboot von 2009, so analysierte der 28-Jährige, saßen sieben Teamplayer und ein Individualist, alle acht Ruderer waren psychisch und emotional stabil. Bei dieser Mannschaft stimmt also nicht nur die physische Leistungsfähigkeit, sondern auch das Teamgefüge.

Ziele: Olympia 2012, aber auch berufliche Weiterentwicklung

Mennigens großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2012 in London mit dem Deutschland-Achter. Ein Ziel, das noch viele Trainingsstunden erfordert und das keineswegs sicher ist. Denn jedes Jahr wird das Team auf den Prüfstand gestellt, die Konkurrenz ist groß und ein Platz im Deutschland-Achter der Traum so ziemlich jeden Ruderers. Das weiß der 28-Jährige. Daher denkt er schon jetzt über die sportliche Zeit hinaus. Mittelfristig sieht er sich im Bereich Personalentwicklung oder Personalcoaching. Vor allem die individuelle Arbeit mit Menschen reizt ihn hierbei. Eine Beratung von Sportlern könnte er sich gut vorstellen, doch auch die Mitarbeit in einem Wirtschaftsunternehmen wäre für ihn eine interessante Option.

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