• Schröder kein Kandidat in München: „Gehe meinen Weg in Mainz“
  • Funkel: „Defensive der Bayern im Moment sehr schwach“
  • Bruchhagen über Hoeneß: „Würde ich ihm dringend raten, zurückhaltender zu sein.“
  • Sky Experte Fjörtoft: Führungsetage „das größte Problem der Bayern aktuell“


    Unterföhring, 25. November 2018 -
    In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. Rouven Schröder, Heribert Bruchhagen und Jan Aage Fjörtoft bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen.


    Rouven Schröder (Sportvorstand 1. FSV Mainz 05)...
    … zu den Aussagen von Uli Hoeneß:
    „Bayern verabschiedet sich nie von der Meisterschaft. Aktuell müssen sie mit der Demut leben, sie sind neun Punkte dahinter. Ich denke trotzdem, sie werden sich nicht von der Meisterschaft verabschieden. Weil sie hoffen, dass Dortmund Federn lässt. Ich bin davon überzeugt, dass sie auch wieder eine bessere Phase haben werden. Für mich war die Aussage in Ordnung. Dass man jetzt ein bisschen runterfährt und die Kräfte bündelt, um auf das Wesentliche zurückzukommen.“

    … zur Verpflichtung von Adi Hütter bei Eintracht Frankfurt: „Hervorragende Arbeit von den Verantwortlichen von Frankfurt. Die machen einen guten Job. Hütter war ein guter Schachzug. Er ist ein hervorragender Trainer, auch eine Persönlichkeit. Er hat es geschafft, die verschiedenen Charaktere zusammenzuführen. Man sieht das Selberbewusstsein der Mannschaft auf dem Platz.“

    … zur Entwicklung von Frankfurt: „Ich finde, dass Frankfurt sich entwickelt hat, dadurch, dass man Rebic gehalten hat. Da ist die Weiterentwicklung da. Wichtig ist, dass man das jetzt auch genießt und weiter hart arbeitet.“

    … zu einem möglichen Investor: „Wir möchten gerne die Hände beieinander haben, dass wir es entscheiden können. Die Frage ist auch immer, was möchte der Investor damit machen und wenn es das Geld zurückhaben will, ist es für uns schwieriger. Wir möchten es lieber selbst finanzieren.“

    … zum Scouting: „Für mich ist ein wichtiger Punkt, dass das Scoutingteam nicht zu groß ist. Wir haben zwei Hauptamtliche und vier Honorarkräfte. Ich glaube, das ist für die Bundesliga ein sehr kleines Team, aber sie sind sehr fleißig. // Frankreich ist für uns ein spannender Markt, weil die Spieler gut zu unserem Spiel passen.“

    … zum zurückgehenden Zuschauerzuspruch: „Das ist generell kein Mainz-Problem. Eine gewisse Sättigung ist vielleicht da. Der Trend geht von der Dauerkarte wieder zur Einzelkarte. // Beim Standort ist eine gewisse Trägheit gekommen. Es ist normal, dass wir Bundesliga spielen. Es ist ein Prozess. Wir haben einen tollen Trainer und dürfen nicht zu ungeduldig sein.“

    … zum Kader der Bayern: „In den Planungen steckt man natürlich nicht drin. Sicherlich ist, dass den Bayern die eine oder andere Auffrischung gutgetan hätte. Dortmund hat es radikaler gemacht. Wichtig ist nur, dass wenn man sich dagegen entscheidet, dass man die Geschlossenheit hat und das vermisst man ein bisschen. “

    … zum angekündigten Umbruch bei den Bayern: „Wenn ich den Umbruch ankündige, wird es teuer werden. Das ist klar. Du musst deutlich mehr Geld ausgeben, dazu musst du bereit sein. Denn bei Bayern musst du sofort funktionieren, da hast du keine Zeit.“

    … zur Frage, ob der Bayern-Job etwas für ihn wäre: „Bayern München ist der Primus der Liga. Ich gehe meinen Weg in Mainz, wir wollen etwas aufbauen. Da steckt mein Herzblut drin. Das ist nicht mein Thema, mein Thema ist Mainz 05.“


    Friedhelm Funkel (Trainer Fortuna Düsseldorf) zugeschaltet ...

    … zum Spiel:
    „Ich bin froh, dass wir so einen guten Auftritt hingelegt haben. Das ist bemerkenswert. Wenn man drei Tore schießt, kann man auch mit einem Punkt zufrieden sein.“

    … zur Frage, was den Bayern aktuell fehlt: „Ihnen fehlt einfach die Selbstsicherheit, das Selbstvertrauen. Das kann auch Weltklassespielern passieren, wenn sie keine Erfolgserlebnisse haben. Das ist im Moment bei Bayern zu spüren. Sie sind in der Defensive sehr anfällig. Gerade hinten fehlt Süle, Boateng oder auch Hummels das Selbstvertrauen, die Grundschnelligkeit. Uns haben sie es beim zweiten und dritten Tor einfach gemacht. Bayern muss wieder stabil stehen in der Defensive, nach vorne machen sie immer Tore. Die Basis bleibt die Defensive und die ist im Moment sehr schwach.“

    … zu Dodi Lukebakio: „Wir haben ihn ja nur ausgeliehen, haben auch keine Möglichkeit, ihn zu verpflichten. Er wird zum Saisonende nach Watford zurückkehren. Jetzt sind wir aber glücklich, dass wir ihn haben. Er ist ein junger Mann, der vor Selbstbewusstsein strotzt. Er ist pfeilschnell und auch eiskalt im Abschluss. Ich hoffe, dass er gesund bleibt.“

    … zur aktuellen Lage von Trainer Niko Kovac: „Er muss gewinnen. Aber das ist zu einfach. Er muss natürlich versuchen, die Spieler hinter sich zu bekommen, vor allem die Führungsspieler. Innerhalb der Mannschaft sollen sich ja Stimmen breit gemacht haben, die gegen Niko sind. Wenn das so ist, wäre das sehr schade, weil ich glaube nach wie vor, dass Niko der richtige Mann ist. Die nächsten beiden Spiele sind ganz wichtige. Da müssen auch die Spieler auf dem Platz auch mehr Verantwortung übernehmen. Es kann kein Trainer der Welt etwas dafür, wenn Boateng auf Abseits spielt, weil er vielleicht zu bequem ist, hinterherzulaufen. Das darf einfach nicht passieren.“

    … zur Frage, ob die Leistung von Jerome Boateng nicht mehr zu Bayern passe: „Nein, das passt nicht zu den Ansprüchen. Das hat man auch in Dortmund gesehen. Man weiß im Moment, dass man gegen Bayern im Konter Tore erzielen kann, dass die Mannschaft nicht stabil steht.“


    Heribert Bruchhagen (u.a. Sportvorstand Hamburger SV, Eintracht Frankfurt) ...
    … zu Trainer Niko Kovac:
    „Er ist Trainer beim FC Bayern München. Die Bayern werden ihre Gründe gehabt haben, ihn von Frankfurt zu holen und für mich gelten diese Gründe immer noch.“

    … zu den Aussagen von Uli Hoeneß: „An der Einschätzung von Hoeneß gibt es nichts zu zweifeln, weil er sehr erfahren ist und das Geschäft kennt. Aber gerade weil das so ist, würde ich ihm dringend raten, zurückhaltender zu sein. Denn er liefert auch immer entscheidende Vorgaben, die am Ende dazu beitragen, auch die handelnden Personen etwas zu desavouieren oder zu schwächen.“

    … zur aktuellen Situation von Kovac bei den Bayern: „Ich kenne Kovac sehr gut. Wenn man aus Mannschaftskreisen hört, dass die Mannschaft nicht mehr hinter ihm steht. Naja. Wenn das so sein sollte, muss Bayern darauf achten, dass sich der Charakter der Mannschaft ändert und nicht der Charakter des Trainers.“

    … zur aktuellen Form von Eintracht Frankfurt: „Natürlich sind die drei Stürmer plus Kostic im Fokus. Aber selbst Russ, Abraham, Trapp, Hasebe haben noch eine Weiterentwicklung erfahren. Vor der Saison wäre meine Einschätzung gewesen, die Eintracht landet zwischen Platz acht und zwölf und jetzt erleben wir eine Eigendynamik des Erfolgs. Die Eintracht ist in einer blendenden Verfassung. Darüber freut sich ganz Hessen, ganz Frankfurt und die Bundesliga. Ich sage, die Eintracht wird dieses Jahr Vierter oder Fünfter.“

    … zum magischen Dreieck von Frankfurt: „Ich bin überzeugt davon, dass wenn Haller ausfällt und diese Eigenschaft des Ballbehauptens auch ausfällt, dann wird die Effizienz von Rebic und Jovic stark zurückgehen. Deswegen glaube ich, dass er der entscheidende Spieler in dieser Konstellation ist.“

    … zur Frage, was das Unentschieden für Trainer Niko Kovac bedeutet: „Das kann ich nicht einschätzen. Ich glaube, die Nervosität der Bayern rührt daher, dass sich Dortmund in einer Verfassung zeigt, mit der man nicht gerechnet hat. Das führt zur Verunsicherung. Ich kann den Bayern aber nur raten, zu ihren Worten bezüglich Niko Kovac zu stehen.“

    … zu einer möglichen Verpflichtung von Oliver Kahn: „Die Führungsetage der Bayern war immer perfekt. Ich bin verwundert darüber, dass man wie selbstverständlich davon ausgeht, wenn ein Oliver Kahn kommt, dass damit die Probleme gelöst sind. Das Tagesgeschäft kann der FC Bayern. Sie müssen einfach gute sportliche Entscheidungen treffen.“



    Sky Experte Jan Aage Fjörtoft...
    … zur Krise des FC Bayern München:
    „Die Bayern sind neun Punkte hinter Dortmund, aber von der Führungsetage sind sie 13 oder 14 Punkte hinter Dortmund. Das ist das größte Problem der Bayern aktuell.“

    … zu Frankfurt-Trainer Adi Hütter: „Der Schlüssel ist Schnelligkeit. Ich finde es sehr gut, dass die Mannschaften, die schnell spielen, dieses Jahr belohnt werden. Hütter ist ein knallhart guter Menschenführer. Oft ist die Mannschaft ein Spiegel des Trainers. Das sieht man wirklich bei Eintracht Frankfurt.“

    … zur Aussage von Friedhelm Funkel über Jerome Boateng: „Boateng und Hummels waren in den letzten anderthalb Jahren nicht gut. Keiner in Deutschland hat sich aber getraut, etwas zu sagen. Endlich sagt es jetzt ein Bundesliga-Trainer. // Man sagt immer, der Trainer verliert die Kabine. Aber es hilft natürlich nicht, wenn man auch liest, dass jeder unzufriedene Spieler sofort zum Präsidenten gehen kann. Uli Hoeneß ist für mich der Jack Nicholson der Bundesliga. Es kann doch nicht sein, wenn ein Spieler ein Problem mit dem Trainer hat, dass er sofort zu Hoeneß rennt.“



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